• Atemschutzmasken vielerorts ausverkauft
    In der Schweiz und Liechtenstein gibt es bisher keinen bestätigten Fall von Coronavirus.  (iStock)

Coronavirus: Spital auf Ernstfall vorbereitet

Keine bestätigten Verdachtsfälle in der Schweiz und Liechtenstein, jedoch ist man auf den Ernstfall vorbereitet.

Beinahe stündlich treffen Nachrichten zur weltweiten Verbreitung der neuen Lungenkrankheit ein, die ihren Ursprung in China hat. Die Zahl der am Coronavirus Erkrankten ist über das Wochenende sprunghaft angestiegen. Weltweit wurden laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation bis gestern Mittag fast 2800 Infektionen registriert. In Europa ist die neuartige Lungenkrankheit erst bei einigen wenigen Patienten bestätigt, bislang grassiert vor allem die Angst vor dem Erreger. Die Konsequenz: Die Nachfrage nach Atemschutzmasken steigt. 

«Regelrechte Hysterie» wegen Atemschutzmasken 
Während Raphaela Gubser, Geschäftsführerin der Laurentius-Apotheke in Schaan, bisher eine «leicht erhöhte Nachfrage» nach Atemschutzmasken seitens Privatpersonen mittleren Alters sowie Firmen aus Liechtenstein feststellt, wurde in der Schweiz gestern vermeldet, dass laut «FM1 Today» eine «regelrechte Hysterie» ausgebrochen sei. Normalerweise verfügt der Grossist Galexis über einen Lagerbestand für einen Monat. «Nun sind aufgrund des sprunghaften Nachfrageanstiegs alle verfügbaren Masken ausgeliefert. Zurzeit ist das Zwanzigfache der normalen Jahresbestellmenge offen», so Mediensprecher Patrick Fehlmann. 

Meldepflicht für Verdachtsfälle verschärft
Bisher gibt es laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz noch keinen bestätigten Fall von Coronavirus. Das BAG hat jedoch die Meldepflicht für Verdachtsfälle verschärft. Neu müssen Ärzte und Laboratorien Fälle mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion innerhalb von zwei Stunden den Kantonen und dem Bund melden. 
Verschiedene Medien berichteten am Wochenende über zwei Verdachtsfälle am Zürcher Triemli-Spital und einem weiteren in Basel. Zur Zahl der bisher getesteten Personen machte das BAG jedoch keine Angaben. Bei diesen Fällen könne auch die saisonale Grippe Ursache sein, sagte BAG-Sprecher Daniel Dauwalder. Es sei an den Ärzten und Spitälern, abzuklären, ob eine Patientin oder ein Patient mit Grippesymptomen auf das neue Virus getestet werden müsse. Ausschlaggebend dafür sei, ob die Person in China und speziell in Wuhan gewesen sei oder ob sie Kontakte mit Personen aus China gehabt habe, führte Dauwalder aus. Ebenfalls liege es an den Ärzten zu entscheiden, ob die Person in Quarantäne genommen und Angehörige auch untersucht werden müssten.

Keine Patienten mit Verdacht auf das Coronavirus am Landesspital
Auch das Landesspital in Vaduz hat bisher keine Patienten mit Verdacht auf das neue Coronavirus registriert. «Wir sind aber auf den Ernstfall vorbereitet und stehen in Kontakt mit dem Amt für Gesundheit, welches sich wiederum an die Vorgaben des BAG hält», erklärte gestern Markus Max Körnlein, Leiter Notfall, auf «Vaterland»-Anfrage. «Die benötigten Ressourcen stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Diese umfassen Material wie auch Personal», so Körnlein. 
Das Landesspital halte sich, in Absprache mit dem Amt für Gesundheit, an die gültigen Vorgaben des BAG in der Schweiz und an andere Orientierungshilfen. «Zum Beispiel an jene des renommierten Robert Koch-Instituts, in denen das genaue Vorgehen bei Verdacht auf eine ‹2019-nCoV›-Infektion beschrieben ist.» Die enge Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Kantonsspital Graubünden sei ebenfalls sehr wichtig. Wenn es den Verdacht gebe, wonach ein Patient gemäss definierter Kriterien am Coronavirus erkrankt sein könnte, werde dieser umgehend nach anerkannten Richtlinien «isoliert». Da die Symptome grippeähnlich sind, wird schnellstmöglich eine Influenza bestätigt oder ausgeschlossen. «Parallel dazu werden ausserdem entsprechende Proben in das virologische Referenzlabor in Genf gesandt», so Körnlein. 
In Österreich wurden bislang sechs Verdachtsfälle gemeldet. Vorarlberg ist, so weit bekannt, nicht betroffen. Dennoch verschickte die Landesregierung gestern eine Mitteilung mit Verhaltensregeln. Das Virus werde via Tröpfchen übertragen. Es werde daher empfohlen, die üblichen Hygienemassnahmen wie das regelmässige Händewaschen einzuhalten und Anniesen sowie Anhusten zu vermeiden. Wer in der chinesischen Region Wuhan gewesen sei und sich krank fühle, solle so lange wie möglich zu Hause bleiben und telefonisch mit einem Arzt oder Spital Kontakt aufnehmen. (bc)

28. Jan 2020 / 06:30
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