• PK der Regierung
    Radio L hatte im Jahr 2018 zu kämpfen  (Daniel Schwendener)

Radio L ist 2019 zum Erfolg verdammt

2018 war ein schwieriges Jahr für den Landessender. Die Jahresrechnung schliesst trotz Notkredit mit einem Minus von 76 000 Franken. 2019 muss ein Plus her.
Finanzen. 

2018 war eines der turbulentesten Jahre, seit es Radio L gibt. Nach heftigen Querelen mit dem Führungspersonal stand der Landessender im Herbst auch finanziell vor dem Abgrund. Der Landtag war gezwungen, einen Notkredit über 298 000 Franken zu sprechen, damit im November Radio L nicht verstummte. 

«Die Gewährung des Nachtragskredits von 298 000 Franken führt dazu, dass der Liquiditätsengpass zum Jahresende 2018 behoben werden kann und gleichzeitig aus dem prognostizierten negativen Ergebnis von rund 158 000 Franken ein positives Jahresergebnis von140 000 Franken resultiert», hiess es im Bericht und Antrag der Regierung im Oktober 2018. Dieses Ziel konnte nicht erreicht werden. Der Jahresbericht 2018 des Liechtensteinischen Rundfunks (LRF) weist einen Verlust von 75 979 Franken aus. Und dies obwohl der Staatsbeitrag von 1,6 (2017) auf 1,75 Millionen Franken (2018) angehoben wurde. Hauptgrund für das schlechtere Ergebnis sind die Werbeeinnahmen. Sie sanken gegenüber 2017 um 8,6 Prozent auf 1,088 Millionen. Budgetiert war eine Steigerung auf 1,4 Millionen Franken.

Bei einem Verlust muss erneut saniert werden

Für 2019 hat man die Erwartungen an den Werbemarkt zurückgeschraubt. 1,2 Millionen Franken sollen Werbekunden in die Kasse spülen. Diese werden auch nötig sein. Einen Verlust darf sich der LRF 2019 nicht mehr erlauben. Das Eigenkapital beträgt per 31.12.2018 noch 403 029 Franken. Fällt das Eigenkapital unter die 400 000er-Marke, dann muss der Verwaltungsrat Sanierungmassnahmen einleiten oder – was wahrscheinlicher wäre – beim Landtag einen weiteren Notkredit beantragen.

Dieses Umstands ist sich auch der Verwaltungsrat des LRF bewusst. So schreibt VR-Präsidentin Hildegard Hasler im Jahresbericht: «Wir sehen das Jahr 2019 daher als grosse Bewährungsprobe, der wir uns mit vereinten Kräften stellen werden. Realistisch betrachtet können wir nach einer langen Durststrecke ab 2020 durchstarten.» Dieser Optimismus hängt auch mit dem neuen Standort zusammen. Ab dem 1. Januar 2020 wird Radio L mit neuer Technik aus dem sich derzeit im Bau befindlichen Gebäude «Zoschg» im Zentrum von Schaan senden. Zudem soll eine neue Webseite im zweiten Halbjahr 2019 neuen Schwung geben und Einnahmen generieren.

Vergangenheit wird noch zu reden geben

Trotz des zuversichtlichen Blicks nach vorne wird die Vergangenheit des Senders nochmals für Gesprächsstoff sorgen. Dabei geht es um die Sonderbeiträge für Investitionen des Staates. Dazu schreibt die Revisionsstelle in ihrem Bericht: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Teil der Investitionsbeiträge nicht zweckkonform verwendet worden ist. Wir verweisen diesbezüglich auf die seit Oktober 2018 laufenden Untersuchungen durch das Ministerium für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport.» Den Jahresbericht 2018 des Landessenders wird der Landtag in seiner Mai-Sitzung beraten. (sap)

23. Apr 2019 / 22:41
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