•  (Daniel Ospelt)

Radio L gewinnt Hörer, verliert aber Mitarbeiter

In den letzten drei Monaten haben fünf Mitarbeiter bei Radio L gekündigt. Geschäftsführer Thomas Mathis stellt klar, dass es sich nur um 410 Stellenprozente handle, welche gekündigt hätten.

Gestern vermeldete Radio-L-Geschäftsführer Thomas Mathis, dass der Staatssender im 2. Semester 2019 einen Hörerzuwachs in Liechtenstein verzeichnen konnte. Man habe täglich rund 13 000 Personen erreichen können. Dies entspreche einer Steigerung «von rund 1000 Hörerinnen und Hörern». Und: «Damit ist Radio L die Nummer eins in Liechtenstein.»

Doch die Belegschaft scheint die Euphorie nicht zu teilen. So haben von den 25 Angestellten, welche der Staatssender auf der Homepage führt, von Oktober 2019 bis gestern fünf Personen gekündigt. Den Anfang machte Verkaufsleiter und Geschäftsleitungsmitglied Tobias Thöny, welcher gestern seinen letzten Arbeitstag hatte. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass auch Programmchef Andreas Batliner den Sender Ende April verlässt. Und seit gestern ist klar, dass auch die langjährige Redaktorin Berit Pietschmann, David Sele und Moderator Dani Schmid den Sender verlassen. Redaktor David Sele, der erst kürzlich zu Radio L gestossen ist, wird wieder zum «Volksblatt» zurückkehren.  

Mathis: «Nicht so dramatisch, wie es aussieht»
Dieser Exodus von Mitarbeitern verwundert. Schliesslich zügelte der Landessender am 1. Januar 2020 in ein topmodernes Studio im derzeit wohl prestigeträchtigsten Bürogebäude im Zentrum von Schaan. Und auch von der Politik kam im letzten Jahr Rückendeckung. «In unseren Augen kann nicht von einem Exodus gesprochen werden, da auch die Hintergründe sehr unterschiedlich sind. Dass sich Personen umschauen oder aktiv abgeworben werden, ist nicht ungewöhnlich, zumal sich auch bei uns immer wieder Personen aus anderen Medienunternehmen bewerben», entgegnet Geschäftsführer Thomas Mathis. Er stellt zudem klar, dass es sich nur um 410 Stellenprozente handle, welche gekündigt hätten. Ein Teil könne durch die Rückkehr von zwei Mitarbeiterinnen aus dem Mutterschaftsurlaub aufgefangen werden. «Die Situation stellt sich folglich im Detail weniger überraschend und dramatisch dar, auch wenn Kündigungen natürlich immer Fragen aufwerfen», so Mathis. Und man habe die Suche «nach geeigneten Kandidaten, um den LRF in unserem Sinne weiter zu stärken» bereits gestartet. Die von der Politik im vergangenen Jahr erhofften «ruhigeren Gewässer» für den Staatssender dürften sich mit den jüngsten Ereignissen nicht so bald erreichen lassen. (sap)

31. Jan 2020 / 22:15
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