• Pollenflug
    Die Blühbeginnprognose der Birken soll dieses Jahr laut der Internetseite «pollenundallergie.ch» am 29. März sein.  (iStock)

Pollen: Die unliebsamen Boten der Natur

Wer hustet, ist nicht gleich am Coronavirus erkrankt – es können auch die Pollen schuld sein.

Die Pollen fliegen wieder – und das bereits seit Mitte Januar. Derzeit sind die Eschen und die Haselsträucher, in ein paar Tagen die Birken aktiv. Letztere sind für viele Allergiker eine Qual. «Die Pollenbelastung durch die Birke ist vor allem im April sehr hoch und bringt viele Beschwerden mit sich», erklärt Gerald Rehor, Hautarzt bei Dermapoint in Vaduz. Jedoch ist nicht jeder auf die Birke allergisch, viele reagieren beispielsweise auf Gräser. Diese zählen zu den Spätblühern und streuen ihre Pollen im Sommer bis manchmal Oktober oder sogar November.

Wohnung frühmorgens oder am Abend lüften
So unterschiedlich die Ursache für die Beschwerde sein kann, so individuell sind auch die Symptome: Von einer laufenden oder verstopften Nase über tränende Augen, Hautausschläge, Müdigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu allergischem Asthma ist alles möglich. Letzteres betrifft die Lunge und äussert sich durch Husten. «Der Husten ist gerade in Zeiten des Coronavirus für die Betroffenen nicht einfach», erklärt Rehor. Gegen die individuellen Beschwerden – die immer chronisch sind – werden häufig 
Antihistaminika verschrieben. «Sie helfen in der Regel gut», sagt er und fügt an: «Wer mit Antihistaminika nicht mehr hustet, ist nicht erkältet oder am Coronavirus ­erkrankt.» Neben den Antihistaminika können individuell auch Asthma- oder Nasenspray und Augentropfen hilfreich sein.
Der Hautarzt hat weitere Tipps parat, die nicht medikamentös sind. Rehor empfiehlt, die Wohnung oder das Haus jeweils frühmorgens oder am Abend zu lüften, da während des Tages die Pollen verstärkt freigesetzt werden. Aktivitäten im Freien sollten während der jeweiligen Pollensaison reduziert und die Wäsche nicht draussen getrocknet werden. «Für Allergiker ist zudem eine Wohnlage über 1000 Metern über Meer empfehlenswert, da die Belastung dort viel geringer ist.» Auch ein Ausflug ans Meer – derzeit jedoch etwas schwierig – kann gut gegen die Symptome wirken.  
Gegen sehr starke Symptome oder bei Pollenallergie im Primarschulalter kann auch die sogenannte Immuntherapie Abhilfe schaffen. Hierbei wird meistens über drei Jahre hinweg ein Extrakt jenes Allergens verabreicht, auf das der Patient empfindlich reagiert. Dadurch soll eine bessere Verträglichkeit gegenüber der Substanz bewirkt werden. Das werde bereits bei Kindern gemacht, um damit die Gefahr des Etagenwechsels zu reduzieren  – also dass die Allergie von einer laufenden Nase zu Asthma wird. In der Praxis, in der Rehor arbeitet, lassen sich insgesamt rund 50 Personen auf diese Weise therapieren. Auch Rehor selbst. 

Praxis nur für Notfälle geöffnet
Die gesamte Hautarztpraxis, darin inbegriffen ist auch die Abteilung für Allergie, ist wie jede Praxis aufgrund der Corona-Krise momentan nur für Notfälle erreichbar. Konsequenterweise hat sich dadurch auch die Anzahl Patienten verringert, die wegen einer Pollenallergie die Praxis aufsuchen. «Jene, die sich in einer Immuntherapie befinden, kommen noch vorbei, da sie die Behandlung fortsetzen müssen. Ansonsten könnten wir von Neuem beginnen», erklärt Rehor. Die Pollensaison dauert noch bis im Herbst.  (qus)

Hinweis
Auf der Internetseite «pollenundallergie.ch» finden Sie wichtige Informationen zum Thema.

25. Mär 2020 / 12:00
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