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    Die bescheidene Dorfbeiz soll voraussichtlich im Dreischwesternhaus einziehen können.  (Elma Velagic)

Planken soll eine bescheidene Dorfbeiz bekommen

Planken möchte sein künftiges Dorfleben mit den Einwohnern gemeinsam entwickeln. Um die Bedürfnisse abzuholen, gab es im Frühjahr 2018 eine entsprechende Umfrage, die klar zeigt: Der Wunsch nach einem Treffpunkt ist gross. Nun wird gehandelt.

Geplant ist ein Café im Mehrzweckraum Dreischwesternhaus. «Zwar in kleinem Stil, aber immerhin wäre damit der erste Schritt für einen öffentlichen Treffpunkt in Planken gemacht», sagt Josef Biedermann, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die sich dem Projekt angenommen hat. Die schriftliche Umfrage unter den Einwohnern machte deutlich: Die Planknerinnen und Plankner wie auch die Zugezogenen wünschen sich einen Treffpunkt, um Kontakte zu pflegen. Also quasi eine Art Dorfbeiz, gerade seit im Juli vergangenen Jahres mit dem «Hirschen» die letzte Dorfbeiz in der Gemeinde geschlossen hat. 

Rainer Beck: «Ich bin gespannt auf die Lösung»
Diese Schliessung des «Hirschen» haben Gerhard Wohlwend, Marcel Züger und Kurt Wichser dazu bewogen, den Antrag an die Gemeinde zu stellen, im Dreischwesternhaus jeweils am Freitag Abend einen bescheidenen Restaurant-Betrieb führen zu können. Die Initianten wollen mit ihrem Vorstoss den Gemeindeverantwortlichen bewusst machen, dass ein öffentlicher Treffpunkt für das Dorfleben sehr wichtig ist. Eine Meinung, die auch Vorsteher Rainer Beck grundsätzlich teilt.  «Ich bin offen dafür, seitens der Gemeinde vorhandene Räumlichkeiten für einen Gasthausbetrieb zur Verfügung zu stellen», sagt er auf Anfrage. «Dies hätten wir ja beim Gasthausprojekt Saroja mit der Baurechtsvergabe und dem integrierten Gemeindesaal auch gemacht». Das Projekt sei aber bekanntlich vom Stimmvolk, aus welchen Gründen auch immer, im Jahr 2012 abgelehnt worden. «Weiters bin ich jedoch nicht bereit und sehe dies auch nicht als Aufgabe der Gemeinde, sich am Betrieb und Unterhalt des Gasthauses ideell, finanziell und materiell zu beteiligen», so Rainer Beck. «Ich bin gespannt auf die Lösung, wie im Mehrzweckraum des Dreischwesternhauses eine Doppelnutzung von gemeindlichen Anlässen und der Führung eines Gasthausbetriebs funktionieren soll.»
Dass das Dreischwesternhaus regelmässig als Versammlungsraum genutzt wird, ist sich Josef Biedermann bewusst. «Diese Nutzung soll auch künftig möglich sein», stellt er klar. Ein Café müsse darauf Rücksicht nehmen. «Es braucht eine gute Absprache und Koordination», so Josef Biedermann. 

Erfahrungen aus anderen Gemeinden
Die Arbeitsgruppe sucht nach Lösungen – und hat im Zuge dessen Vertreterinnen und Vertreter der Plankner Ortsvereine eingeladen, um deren Anliegen zu besprechen wie auch die Möglichkeit einer Mitarbeit abzustecken. Mit dabei war der Turnverein, der Trachtenverein, der Brotbackverein sowie die Feuerwehr und die Kulturkommission. 
Weil die Idee eines Treffpunkts in diesem Rahmen in Liechtenstein nicht neu ist, hat sich die Arbeitsgruppe auch die Ideen in anderen Gemeinden angeschaut. So zum Beispiel im «Treff am Lindarank» in Schaan: Dieser Treff beim SAL bietet Senioren die Möglichkeit, gemeinsam zu lesen, jassen, spielen, singen oder einfach eine gemütliche Zeit zu geniessen. 23 freiwillige Helfr backen Kuchen und stellen ein abwechslungsreiches Programm zusammen. 
In der Altabächler Schtoba in Vaduz lädt Betty Dürr in ihre Quartierbeiz ein. In ihrem «Einfraubetrieb» bietet sie Raum für Gespräche und Spiele. 
Doris Brunhart führte mehrere Jahre das «Stobacafé Unterm Schloss» in Balzers. Da ihr Haus mit dem Café nicht behindertengerecht ist, kann sie ihre Caféstube nur noch privat für Anlässe zur Verfügung stellen. 
Elf Freunde aus Balzers haben sich den Traum einer eigenen Bar erfüllt und haben das Griffin’s Pub Unterm Schloss 90 eröffnet. Ob für ein Feierabendbier, einen Fussballmatch oder um den Abend mit Freunden zu verbringen, das Pub bietet für alle etwas. 
Eine private Gruppe von etwa 20 Personen haben sich zu einem Workshop getroffen und erarbeitete das Projekt eines Treffpunkts im «Haus Kreuz» in Eschen. Der Förderverein zählt schon etwa 400 Mitglieder, die das Projekt mit einem Beitrag unterstützen. Bis zum Abschluss des Neubaus in zirka zwei bis drei Jahren will der Verein zusätzliche Mittel über Sponsoren einholen. 

Geplanter Startschuss auf März datiert
«Unser Café soll für Jung und Alt offen sein und nicht ausschliesslich für Senioren», hält Josef Biedermann fest. Nach wie vor gibt es aber noch offene Fragen, beispielsweise die nach der Trägerschaft. Wie Josef Biedermann sagt, laufe es vermutlich darauf hinaus, einen Verein zu gründen. 
Die bestehende Infrastruktur ist nicht optimal. Zwar erfüllt der Mehrzweckraum mit Parkplätzen, Toiletten und einer behindertengerechten Ausgestaltung die Bedingungen für ein Café, allerdings ist die Einrichtung der Küche bislang unzureichend. 
Es gibt also noch ein bisschen was zu tun – «wir sind aber guter Dinge, im März mit unserem neuen Treffpunkt starten zu können», sagt Josef Biedermann. (bfs)
 

08. Jan 2019 / 07:00
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