• Bildstöcke
    Die grosse Verehrung der Gottesmutter spiegelt sich auch in privaten Bildstöcken wider, wie in diesem hier in Nendeln beim Haus der Familie Kranz.

Orte des stillen Gebets im Marienmonat

Offizielle Bauten der Kirche sind sie nicht, die weltweit unzähligen «Kappele», also Feld- und Wegkreuze und Bildstöcke, aber sie sind Ausdruck der Volksfrömmigkeit und auch in Liechtenstein noch mehrfach zu finden.

Im sogenannten Marienmonat Mai drängt sich dieses oft aus dem Bewusstsein gefallene Brauchtum als Thema förmlich auf, immerhin sind in Liechtenstein über 60 Bildstöcke erfasst worden. Die ersten wurden zur Pestzeit im 17. Jahrhundert errichtet und als Zeichen dafür, dass das Glaubensleben auch in der heutigen materialistisch geprägten Welt noch weiterbesteht, entstehen auch in unseren Tagen immer noch neue Bildstöcke.

«Ave Maria» ist eines der meistgesprochenen Gebete

1988 hat Liechtenstein diesem Thema sogar drei eigene Briefmarken gewidmet. Der hier zu sehende Bildstock enthält die Aufschrift «Ava Maria gratia Plena». Das ist der lateinische Anfangstext des Gebetes, das  auf deutsch «Ave Maria» oder «Gegrüsset seist du Maria» genannt wird. Die wenigsten Menschen wissen, welch enorm grosse Bedeutung dieses Gebet eigentlich hat. Und im Marienmonat Mai wird es besonders oft gebetet oder auch gesungen.

Briefmarken

1988 hat das Land dem Thema Bildstöcke drei Briefmarken gewidmet.

Das «Ave Maria» gehört nach dem Vaterunser zu den meistgesprochenen Gebeten der Christenheit und ist auch Bestandteil des Angelus und des Rosenkranzes. Auf lateinisch lautet der Text:

Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum.

Benedicta tu in mulieribus,

et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,

ora pro nobis peccatoribus

nunc et in hora mortis nostrae. Amen.

Und auf Deutsch:

Gegrüsset seist du, Maria, voll der

Gnade, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Bildstöcke

Im hinteren Bereich des Parkplatzes beim «Spar»-Markt in Eschen findet man diesen Bildstock. Er stellt zwar Christus am Kreuz in den Mittelpunkt, stellt aber die Muttergottes daneben mit dem Jesuskind auf dem Arm.

«Ave Maria» (Gegrüsset seist du, Maria) ist der lateinische Beginn und gleichzeitig die Bezeichnung eines Grundgebetes der katholischen Kirche zur Anrufung Marias, der Mutter Jesu Christi. «Ave» ist dabei ein in das Lateinische eingedrungene semitische Lehnwort und stammt ursprünglich wohl aus Karthago (phönizisch-punisch: «hawe», bedeutet «lebe»). Die Anrufung besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil besteht aus den biblischen Marienanreden des Erzengels Gabriel bei der Verkündigung des Herrn (der sogenannte «englische Gruss») und der Elisabeth beim Besuch Marias. Dieser Teil wurde schon seit dem 11. Jahrhundert im Stundengebet und in Andachten gebetet. Der zweite Teil ist die Bitte um den Beistand in der Todesstunde, die von Pius V. 1568 offiziell ergänzt wurde.

Auch von Komponist Rheinberger vertont

Im «Ave Maria» findet sich das Wort «gebenedeit» (vom Infinitiv benedeien), die germanisierte Form des lateinischen Partizips «benedictus» (deutsch: gesegnet, zum Infinitiv benedicere). Im Gegensatz zu dem deutschen Wort «segnen» kann «benedicere» aber nicht nur den Segenszuspruch Gottes an den Menschen bedeuten, sondern auch die anbetende Handlung des einzelnen Beters oder der Gemeinde. Da es kein deutsches Äquivalent zu «benedicere» (wörtlich: gut sprechen) gibt, das beide Bedeutungen berücksichtigt, wird oftmals statt einer Übersetzung diese germanisierte Form verwendet. Das «Ave Maria» ist von Komponisten aller Epochen vertont worden.

Eine der berühmtesten Vertonungen stammt von Charles Gounod, der das erste Präludium (C-Dur) aus dem «wohltemperierten Klavier» von Johann Sebastian Bach übernahm und darüber seine «Ave Maria»-Melodie legte (unter Einschub von mehreren zusätzlichen Takten), weshalb das Werk als «Ave Maria von Bach/Gounod» in die Musikgeschichte einging. Das Bach-Gounod-Ave wird auch in Liechtenstein in Konzerten mit Sakralmusik, vor allem aber in Gottesdiensten gesungen und gespielt, aber auch das des Liechtensteiner Komponisten Josef Rheinberger. (vv)

Blick zurück

Das Liechtensteiner «Vaterland» veröffentlicht in loser Folge Berichte zu historischen Ereignissen und weiteren Besonderheiten in der Geschichte Liechtensteins.

31. Mai 2019 / 14:57
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