• Workshop Landespolizei Gymnasium Vaduz 04
    Mittels «Rauschbrillen» konnten die jungen Erwachsenen die Beeinträchtigungen von Alkohol und Drogen erahnen.  (Rudi Schachenhofer)

Nüchtern durch den Rauschzustand

Damit sich junge Lenker und künftige Neulenker nicht berauscht hinters Steuer setzen, führt die Schweizerische Fachstelle ASN im Liechtensteinischen Gymnasium noch bis Mittwoch die Präventionsveranstaltung «Am Steuer nie!» durch.
Vaduz. 

Neugierig fanden sich gestern die ersten 33 Schüler in der Aula des Liechtensteinischen Gymnasiums ein. Insgesamt werden es nach Beendigung des Workshops am Mittwoch rund 113 Schüler sein, denen auf spannende, spielerische, aber auch spassige Art vermittelt wird, inwieweit die Fahrfähigkeit durch Alkohol, Drogen und Medikamente beeinträchtigt wird. Die Präventionsveranstaltung, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal von der Schweizerischen Fachstelle ASN durchgeführt worden war, erfolgte nun erneut auf Ein-
ladung des Liechtensteinischen Versicherungsverbands, des Gymnasiums und der Landespolizei: «Ziel ist es, durch die Kombination von Information und Spass eine hohe präventive Wirkung bei den jungen Frauen und Männern zu erzielen, die gleichzeitig auch junge Lenker und künftige Neulenker sind», so Tina Beck, Mediensprecherin der Landespolizei. 

Die ASN-Moderatoren Simone Reiser und Petra Gartenmann klärten die Schüler über Alkohol und Drogen auf. Aber auch kursierenden Meinungen und Gerüchten gingen sie auf den Grund. Alkohol wirke ab dem ersten Glas, obwohl man das vielleicht nicht gleich wahrnehme, warnten sie. Auch die Tagesverfassung spiele dabei eine enorme Rolle. «Wer trinkt, fühlt sich zunehmend enthemmt, die Risikobereitschaft steigt.» Doch die heitere Laune könne rasch auch in Gereiztheit und Aggressivität umschlagen. Hinzu kämen Sprach- und Wahrnehmungsstörungen sowie Ermüdung und Benommenheit. 
Wie es sich anfühlt, wenn der Blick nur noch verschwommen ist, die Feinmotorik und das Gleichgewicht gestört und die Reaktionszeit massiv eingeschränkt sind, konnten die Jugendlichen erahnen, als sie, eine «Rauschbrille» aufgesetzt, verschiedene Aufgaben zu meistern hatten. Die Schüler hatten viel Mühe, auf einer Linie zu gehen und Herausgefallenes wieder ins Portemonnaie zu geben. Sie erkannten Verkehrsschilder nur schwer oder gar nicht und fuhren mit dem Roller Signalisationen im Parcours um. 


Welche Auswirkungen Alkohol und Drogen auf die Reaktionsfähigkeit und das Sehvermögen haben, konnten die jungen Erwachsenen ausserdem anhand eines Fahrsimulators erfahren. Durch einen Knopf konnten die verschiedenen Einflüsse simuliert und grafisch dargestellt werden: Praktische Gefahren wie zum Beispiel der sogenannte Tunnelblick, der im berauschten Zustand das Blickfeld zunehmend einschränkt und relevante Dinge erst später erkennen lässt, genauso wie spielende Kinder, die auf die Strasse rennen oder Wild, das die Fahrbahn überquert. Obwohl das Touchieren von anderen Fahrzeugen, das An- und Überfahren von Personen und Tieren nicht real waren, erschraken die Jugendlichen und hatten ein ungutes Gefühl. Die ASN-Moderatoren erläuterten den jungen Erwachsenen auch mögliche Folgen, die ein Unfall unter Alkohol- oder Drogeneinfluss für sie haben könnte. Verheerend dabei seien nicht nur die finanziellen, sondern insbesondere die psychischen Auswirkungen. Es gehe deshalb nur um eine einfache, klare Regel: «Wer fährt, trinkt nicht und wer trinkt, fährt nicht.»

Die Gestaltung von Plakaten zum Thema «Suchtmittel im Strassenverkehr» bildete den kreativen Abschluss des Workshops. Mittels bereitgestellter Requisiten, Themenkarten und Ideenwürfeln, die ihnen zusätzliche Denkanstösse lieferten, kreierten die Schüler gruppenweise Plakate, die durch einen geeigneten Slogan und ein passendes Foto vollendet wurden. «Diese kreative Auseinandersetzung soll die Problematik von Alkohol und Drogen am Steuer nochmals vertiefen und einen Ideenaustausch – ganz ohne moralische Fremdeinwirkung – bewirken», erklärte Tina Beck. «Nach Abschluss des dreitägigen Workshops werden alle Plakate durchgesehen, das Beste wird gedruckt und im Gymnasium ausgestellt. Für die Gewinnergruppe gibt es Kinogutscheine», verriet die Mediensprecherin. (bc)

11. Feb 2019 / 21:53
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