• Winter im Skigebiet Malbun
    Von einem Tag auf den anderen mussten sich die Bergbahnen Malbun auf die Suche nach einem neuen Pächter für das Gasthaus auf Sareis machen.  (Daniel Schwendener)

Dem Gasthaus Sareis läuft der Wirt davon

Der alte Pächter kehrte dem Berggasthaus Sareis kurzfristig den Rücken. Trotzdem wird reibungslos in die nächste Saison gestartet.
Malbun. 

Als Balz Holenstein, aufgewachsen im bündnerischen Flims, im Dezember 2017 das Berggasthaus Sareis übernommen hat, unterschrieb er einen Vertrag für vier Jahre. Nun verlässt er die urchige Gaststube mit Sonnenterrasse auf mehr als 2000 Metern über Meer schon zur Halbzeit. Für die Bergbahnen Malbun eine unerwartete Nachricht. Diese Entscheidung hat der Wirt am 16. Oktober mitgeteilt, als er mangels Kunden vier Tage vor dem vorgesehenen Saisonende um 17 Uhr den Betrieb einstellte. «Für uns ist es eine unan­genehme Situation gewesen. Ohne Beiz fährt keiner hoch», so Verwaltungsratspräsident Heinz Vogt. Hinzu kommt, dass die Bergbahnen Malbun momentan jede Einnahmequelle brauchen. Im Interview mit dem «Vaterland» sagte Vogt kürzlich, dass zur Erhaltung des Wintersports Malbun pro Jahr rund 800 000 Franken fehlen.  

Liechtensteiner Wirtepaar setzt auf Selbstbedienung

Nicht etwa wirtschaftliche, sondern persönliche Gründe hät­ten Holenstein zum Rücktritt bewogen. Mehr möchte er dazu nicht sagen. Den Bergbahnen waren die Hände gebunden: «Es nützt nichts, jemanden zu zwingen.» Deshalb wurde dem Wirt angeboten, den Vertrag per Ende Oktober aufzulösen. Seither bemühte man sich um eine Nachfolge, denn die Zeit drängte. Am 15. Dezember eröffnen die Bergbahnen offiziell die Wintersaison. Wenn es Schnee hat, startet man oft sogar eine Woche davor. Der Verwaltungsratspräsident spricht von einem «Husarenritt», doch drei Wochen nach der mündlichen Kündigung kann er bereits einen neuen Pächter verkünden: «Aus heutiger Sicht sieht es danach aus, dass alles ohne Unterbruch weitergeht.»
Bei den Nachfolgern handle es sich um ein Wirtepaar aus Liechtenstein. Einen Namen möchte Vogt jedoch erst nennen, sobald die Tinte trocken ist. Mit dem ehemaligen Wirt sind nämlich noch rechtliche Angelegenheiten zu klären, bevor der laufende Vertrag aufgelöst werden kann. «Der Wille zum Aufhören ist vorhanden, aber dafür braucht es eine unterschriebene Auflösungsvereinbarung. Wir sind zuversichtlich, dass eine Einigung erreicht wird», berichtet der Verwaltungsratspräsident. 

Holenstein müsse noch seine Sachen packen, aber morgen sollte der neue Pächter das Berggasthaus Sareis bereits beziehen können. Durch die nahtlose Übergabe wäre genügend Zeit vorhanden, sodass bis zur neuen Saison alles bereit sei. Auch vor der Saison habe das Lokal schon einen «Haufen Reservationen» für Firmen- und Weihnachtsanlässe, welche der alte Wirt vor seinem Abgang angenommen hat. Diesbezüglich sei man mit den Kunden in Kontakt, um eine Lösung zu finden. Vom neuen Pächter aus lassen sich diese Veranstaltungen nach wie vor umsetzen, teilt Vogt zuversichtlich mit. 

Was die personellen Ressourcen betrifft, sieht der Verwaltungsratspräsident keine Probleme: «Es hat auch Mitarbeiter, die weitermachen wol­len. Zudem ist das notwendige Personal sehr vom Wetter abhängig.» Für den Betrieb des Berggasthauses sei eine Fixbesetzung von vier Personen notwendig, in der Hochsaison werden zusätzlich Aushilfskräfte benötigt. Wie es bei einem Wechsel einhergeht, möchte der neue Wirt einige Abläufe umstellen. Zum Beispiel soll während des Skibetriebs wieder eine Selbstbedienung eingeführt werden. Kunden nehmen dabei ihre Bestellung direkt von der Theke und bezahlen an der Kasse, was weniger Mitarbeiter benötigt. Auf Sareis kehrt man also zum Konzept vor Holenstein zurück, der auf Servieren bestand. 
Nachjassen möchte bei den Bergbahnen Malbun keiner. Stattdessen überwiegt die Vorfreude, dass die heikle Situation glimpflich gelöst werden konnte. Heinz Vogt zeigt sich dankbar, dass der bevorstehenden Saison nichts mehr im Weg steht. Es seien mehrere Bewerbungen eingegangen. Viele scheiterten daran, dass die potenziellen Kandidaten nicht so schnell übernehmen konnten. «In dieser kurzen Zeit jemanden zu finden, ist wirklich ein Glücksgriff. Es wäre eine Katastrophe gewesen, ohne Wirt in die neue Saison zu starten.» (gk)

07. Nov 2019 / 22:49
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