• Eschentriebsterben in Schaan
    Dem Schaaner Gemeindeförster Gerhard Konrad fällt es nicht leicht, die Bäume zu roden.  (Daniel Schwendener)

Mehrere Tausend Eschen in Liechtenstein gerodet

In den vergangenen drei Jahren wurden Tausende Eschen in Liechtenstein wegen eines agressiven Pilzbefalls gefällt. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Der schädliche Pilz namens «Chalara fraxinea» oder auch «Falsches Weisses Stängelbecherchen» genannt, sorgt seit einigen Jahren für Unruhe in Liechtensteins Wäldern. «Woher der Pilz stammt, ist nicht klar. Ihren Ursprung hat das Eschentriebsterben in den baltischen Staaten und in Polen», erklärt der Schaaner Gemeindeförster Gerhard Konrad. Das Ausmass ist auch hierzulande sichtbar. Seit nun drei Jahren werden in Liechtenstein erkrankte Eschen in Strassennähe und auf Wanderwegen gefällt. Bis heute seien mehrere Tausend Bäume gerodet worden. «Die Holzerei wird auch diesen Winter noch nicht abgeschlossen werden können, da vermeintlich gesündere Eschen zwei bis drei Jahre später trotzdem absterben», so der Gemeindeförster.

Eine akut gefährdete Baumart

Auf die Frage, ob die Esche in Liechtenstein wegen des agressiven Pilzes vom Aussterben bedroht sei, meint Konrad: «Das hoffe ich nicht. Es werden sich künftig hoffentlich resistente Bäume herauskristallisieren, die für die längerfristige Zukunft neue Jungbäume produzieren.» Kurz- und mittelfristig sei die Esche als bestandesbildende Baumart akut gefährdet.Da die Krankheit erst vor wenigen Jahren in Liechtenstein aufgetreten sei, sei es noch zu früh, um resistente Eschen zu bestimmen. «In ein paar Jahren wird es dann hoffentlich möglich sein», so Konrad.

Forscher stehen derzeit vor Rätsel

Die Esche macht acht Prozent des  Baumbestandes in Liechtenstein aus. «Wir haben wirklich keine Freude daran, wunderschöne alte Bäume zu fällen», sagte Konrad vergangenes Jahr gegenüber dem «Vaterland». Doch die Sicherheit und der Schutz der Bürger gehe vor. An vielen Stellen seien die kranken Bäumen durch dürre ­Äste und Baumkronen, die he­rabfallen können, eine grosse ­Gefahr  – vor allem entlang von Strassen. Momentan gibt es laut Konrad noch keine Patentlösung, um dem Problem beizukommen. Die Verbreitung der Pilzkrankheit lasse sich nicht verhindern, da die Pilzsporen nicht nur in grossen Mengen gebildet, sondern auch mit dem Wind über weite Strecken getragen werden. Die Hoffnung liege nun auf resistenten Eschen, denen der Pilz nichts anhaben kann.

Forscher versuchen derzeit herauszufinden, wieso einzelne Bäume länger überleben und teilweise immun sind. Bei befallenen Bäumen sterben zunächst junge Triebe ab, weshalb auch vom «Eschentriebsterben» die Rede ist. Wenn der Pilz die Nährstoffzufuhr unterbindet, stirbt der Baum ganz ab. (nb)

06. Feb 2019 / 13:51
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