• Christian Frommelt, Direktor des Liechtensteins-Instituts
    Christian Frommelt, Direktor des Liechtenstein-Instituts, hofft, dass der «Lie-Barometer» fortgeführt wird.  (Tatjana Schnalzger)

«Lie-Barometer» bringt wertvolle Impulse

Der erste «Lie-Barometer», der im Staatsfeiertagsmagazin des «Vaterland» veröffentlich wurde, ist für den Direktor des Liechtenstein-Instituts, Christian Frommelt, eine gute Ausgangslage für weitere Studien.

Der «Lie-Barometer» ist für Christian Frommelt eine gute Ausganglage für weitere Studien.
Im Auftrag des «Vaterland» hat das Liechtenstein-Institut den ersten «Lie-Barometer» lanciert. Ziel der Umfrage war es, ein momentanes Stimmungsbild einzuholen, was die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner derzeit beschäftigt und wie sie ihre persönliche Lebenssituation einschätzen. Die Ergebnisse wurden im Staatsfeiertagsmagazin 2019 veröffentlicht. An der offenen und nicht  repräsentativen Online-Umfrage haben sich über 800 Personen beteiligt. Die Resultate zeigen, dass die liechtensteinische Bevölkerung sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. «In der Tat zeigen sich die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner sehr zufrieden mit ihrem Leben. Auf einer Skala von 0 bis 10 lag der Mittelwert bei 8.4 und damit deutlich über allen OECD-Staaten», so Christian Frommelt, Direktor des Liechtenstein-Instituts in seiner gestern veröffentlichten Analyse des ersten «Lie-Barometers». Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethoden und der Tatsache, dass die Umfrage in Liechtenstein erstmals durchgeführt wurde, sei bei einem solchen Ländervergleich sicher Vorsicht geboten. «Dass aber über alle Altersgruppen hinweg und unabhängig vom Bildungsniveau eine so hohe Zufriedenheit herrscht, ist schon ein klares Ergebnis, an dem es nichts zu rütteln gibt», so Frommelt.

«Die meisten sehen Liechtenstein differenziert»
Bei der Umfrage wurde nebst der Zufriedenheit mit der eigenen Situation auch nach den Assozationen mit Liechtenstein gefragt. Dabei wurde Liechtenstein am häufigsten mit Sicherheit und Heimat in Verbindung gebracht. Von den 175 verschiedenen Assoziationen mit Liechtenstein waren 85 eher positiv und 65 eher negativ. «Ingesamt hatte ich den Eindruck, dass die meisten Personen Liechtenstein durchaus differenziert betrachten. Das heisst, es besteht einerseits eine starke Identifikation mit Liechtenstein und eine hohe Wertschätzung für die guten Lebensbedingungen. Andererseits sieht man vieles auch kritisch. Besonders häufig genannt wurden Materialismus oder Vetternwirtschaft. Auch Neid, Arroganz, Geiz und Selbstgefälligkeit waren mehrfach genannte Assoziationen», erklärt Frommelt dazu. Die grössten Sorgen bereiten der liechtensteinischen Wohnbevölkerung die Gesundheitskosten und der Verkehr. Themen wie die öffentliche Sicherheit, aber auch die wirtschaftliche Lage werden kaum als Probleme wahrgenommen.
Für den Direktor des Liechtenstein-Instituts wäre entscheidend, dass der «Lie-Barometer» regelmässig durchgeführt wird: «Diese Ergebnisse sind erste Impulse für eine fundierte und differenzierte Auseinandersetzung mit der Lebenszufriedenheit der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner sowie deren Identität und Problemwahrnehmung. Dazu sind weitere Studien nötig.» (sap)

14. Aug 2019 / 06:33
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