• Toddler at doctor's office
    Kinderärzte im Land stehen vor ihrer Pensionierung. Nachfolger zu finden ist aber eine Herkulesaufgabe, weil die Bezahlung im Vergleich zu anderen Fachbereichen «dürftig» ist.  (FluxFactory)

Kinderärzte gehen, aber Nachfolger fehlen

In der Ostschweiz praktizieren zu wenig Kinderärzte. Auch Liechtenstein steuert auf einen Mangel zu, weil Pensionierungen anstehen und der Markt ausgetrocknet ist.
Vaduz. 

Weil in der ganzen Ostschweiz  derzeit nur 50 Kinderärzte praktizieren, müssen Eltern zum Teil weite Wege auf sich nehmen. Oder sie müssen auf die Notfallstationen von Spitälern ausweichen, um ihr Kind behandeln zu lassen. Diesen Engpass bekommen auch die Ärzte in Liechtenstein zu spüren. Noch ist die Versorgung in der Kinderheilkunde in Liechtenstein zwar «adäquat», wie Stefan Rüdisser von der Liechtensteinischen Ärztekammer betont. 
Doch weil das System bereits ausgelastet ist, bestehe kein Puffer. «Für die Zukunft droht eine Unterversorgung in der Kinderheilkunde», erklärt Rüdisser. Es sei äusserst schwierig, neue Kinderärzte zu rekrutieren, da der Markt «schlichtwegs ausgetrocknet ist». Regional und überregional gibt es zu wenig Kinderärzte, was zu einer Ressourcenverknappung führe und die Nachfolgeplanung massiv erschwere. 

Auch in Liechtenstein ist dieser Trend bereits spürbar, weil sich kurz- bis mittelfristig Pensionierungen in der Pädiatrie abzeichnen. Dies wird auch von Dr. Dieter Walch bestätigt, der im Frühling aufhört und als einer der bekanntesten Kinderärzte des Landes aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger ist. Auch auf der Warteliste für OKP-Stellen finden sich momentan nur drei Kinderärzte, wobei einer dieser drei potenziellen Interessenten bereits über 60 Jahre alt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die potenziellen Interessenten nicht in der näheren Region ansässig sind und die Verlagerung des Arbeits- und Lebensmittelpunktes nach Liechtenstein viel Vorlaufzeit benötigt – falls ein Umzug überhaupt gewünscht ist. Damit aber nicht genug.
Die Kinderärzte im Land betreuen traditionell viele Kinder aus der Schweiz, da das angrenzende Rheintal massiv unterversorgt ist. Sollte es weniger Kinderärzte in Liechtenstein geben, würde sich damit auch die ohnehin angespannte Situation auf der anderen Seite des Rheins verschärfen. Ein Grund für den Mangel an Kinderärzten ist zum Beispiel der tiefe Lohn. (dal)

12. Okt 2018 / 05:22
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Wen wunderts
Was hier unser Herr Minister und Herr Wendelin Lampert unternehmen, um die Aerzteschaft in Verruf zu bringen, trägt auch bei uns langsam Früchte. Siehe auch Ladesspital. Diese zwei Herren fahren unser Gesundheitssystem an die Wand. Und alle schauen zu... Und dann dieses Gejammer. Wer hat etwas anderes erwartet.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 12.10.2018 Antworten Melden

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
15. Dezember 2018 / 16:56
14. Dezember 2018 / 17:46
14. Dezember 2018 / 17:47
14. Dezember 2018 / 16:12
Meistkommentiert
30. November 2018 / 06:00
30. November 2018 / 23:55
04. Dezember 2018 / 11:03
Aktuell
15. Dezember 2018 / 22:11
15. Dezember 2018 / 22:01
15. Dezember 2018 / 20:20
15. Dezember 2018 / 20:08
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Gewinnen Sie je 1 Saisonkarten vom Skigebiet Malbun und Pizol.
13.12.2018
Facebook
Top