• Bushaltestelle Pinocchio, Bendern
    Die Haltestelle Pinocchio sorgt manchmal für Staunen.Nichts weist vor Ort auf die bekannte Kinderbuchfigur hin.  (Tatjana Schnalzger)

Keine Umbenennungen in Liechtenstein geplant

Haltestellen umzubenennen ist für die Liemobil kaum noch ein Thema. Vor allem nach Beizen benannte Haltestellen wurden früher umbenannt.

In der #näherdran-Serie des «Vaterlands» berichten wir regelmässig über die Herkunft der Namen von Bushaltestellen. Am meisten Aufsehen erregte der Name Pinocchio. Einerseits weil sich viele Leserinnen und Leser an das ehemalige Restaurant Pinocchio erinnerten, andererseits weil vielen die Umstände der Namensgebung der Haltestelle unklar war. Die Haltestelle wurde nach dem Restaurant Pinocchio benannt, welches Ende der 70er-Jahre die Türen öffnete. Den Namen erhielt das Restaurant von der Wirtin Berta Hasler, welcher der Klang des Namens damals gefallen hatte. Zudem wollte sie nicht einfach einen Null­acht­fünf­zehn-Namen für ihr Gasthaus wie Rössle, Löwen oder Adler, welche bereits an vielen Wirtshaustafeln hingen. Das Restaurant Pinocchio ist heute Geschichte, am Standort gleich neben der Ospelt Anstalt in Bendern steht heute ein Mitarbeiterparkplatz.

Beizen-Namen, Poststellen, Friedhöfe fielen weg
Dass es das Restaurant nicht mehr gibt ist für die Busbetreiberin Liemobil kein Grund, den Namen der nach der Beiz benannten Bushaltestelle zu ändern. «Solche Namen sind Teil des Kulturgutes», sagt Jürgen Frick, Geschäftsführer bei Liemobil. Leider seien in der Vergangenheit viele ehemalige Haltestellen, die nach Beizen benannt worden waren, umbenannt worden. 

So zum Beispiel die Haltestelle Balzers Römerhof, die heute Egerta heisst. Die Haltestelle Traube in Balzers wurde zu Brückle. In Vaduz heisst die ehemalige Haltestelle Falknis heute Ebenholz/Universität. Die Haltestelle Vaduz Hotel Elite wurde in Hofkellerei umbenannt, womit immerhin ein anderer Gastronomiebetrieb als Namensgeber für die Haltestelle zum Zug kam.

Doch nicht nur Haltestellen, die nach Restaurants benannt wurden, die es heute nicht mehr gibt, wurden umbenannt. Auch geschlossene Poststellen oder gar Friedhöfe verloren «ihre» Haltestellen. So heisst Balzers Post heute Balzers Rietstrasse oder Nendeln Post neu Sebastianstrasse. Aus Balzers, alter Friedhof wurde neu Balzers, alter Pfarrhof und aus Schaan Friedhof wurde erst Schmetta, dann zum Fahrplanwechsel 2009/2010 Schaan Theater.

Unternehmen hätten gerne eigene Haltestellen
Von den nach Beizen benannten Haltestellen gibt es heute nur noch wenige, so zum Beispiel Balzers Roxy, Mauren Freihof oder eben Bendern Pinocchio. Für letztere gab es einmal eine Anfrage zur Umbenennung. «Der Wirt, welcher aus dem Restaurant Pinocchio das ‹New Pinocchio› machte, wollte die Haltestelle ebenfalls in ‹New Pinocchio› umbenennen lassen», sagt Frick. Dem sei man nicht nachgekommen. 
Liemobil bekommt regelmässig Anfragen von Unternehmen, die ihren Firmennamen gerne auf einer Haltestellentafel lesen würden. Doch solche Anfragen werden in der Regel abgelehnt. Einzige Ausnahmen sind die Haltestellen wie Hilti, Ivoclar, Hilcona und Presta. «Die entsprechenden Haltestellen heissen schon sehr lange so und die Haltestelle hat auch historisch einen direkten Bezug zur entsprechenden Unternehmung.» So spreche man von «bei der Hilti» und nicht «bei Beschbünt», wie die Gegend dort eigentlich heisst.

Umbenennungen in digitaler Welt schwierig
Frick ist grundsätzlich kein Fan von Umbenennungen der Haltestellen. «Es dauert meist sehr lange, bis sich die Leute an den neuen Namen gewöhnt haben», sagt Frick. «Zudem ist eine Umbenennung in der digitalen Welt schwieriger geworden. Im gedruckten Fahrplanbuch oder auf dem Liniennetz ist anhand der geografischen Position auch ein neuer Haltestellenname leicht identifizierbar. In der digitalen Welt läuft die Suche nach einem alten Namen aber plötzlich ins Leere, wenn dieser in den Online-fahrplänen durch einen neuen Namen ausgetauscht wurde.» Das führe zu Verwirrungen und Unzufriedenheit bei den Fahrgästen, was man vermeiden wolle. Ausnahmen sind Anpassungen bei Namen mit Verwechslungsgefahr. So wurden in Triesenberg einige Haltestellen im Gebiet Masescha und Gaflei angepasst.

Umbenennung bei Neubau von Spital 
Derzeit sind laut Frick keine Umbenennungen geplant. Eine Anpassung, die in den kommenden Jahren folgen könnte, betrifft die Haltestelle Spital. Sollte der Neubau auf dem Wille-Areal zustande kommen und das derzeitige Landesspital würde aufgelöst werden, käme es vermutlich zu einer Änderung. «Es ergibt keinen Sinn und stiftet höchstens Verwirrung, wenn eine Haltestelle Spital heisst, dort aber kein Krankenhaus mehr steht», sagt Frick. Doch bis das so weit ist, fliesst noch viel Wasser den Rhein hinunter. Die Realisierung des neuen Spitals muss noch politische Hürden überwinden und dann erst noch gebaut werden. (jeb)

12. Aug 2019 / 11:45
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