• Dr. Dieter Walch
    Dieter Walchs Nachfolge ist nach wie vor ungeklärt.  (Daniel Schwendener)

Keine Nachfolge gefunden - Dieter Walch schliesst Praxis

Kinderarzt Dieter Walch geht Ende März in Pension. Da die Suche nach einem Nachfolger erfolglos blieb, sollen Eltern die Unterlagen ihrer Kinder abholen.

Vor einiger Zeit schon hatte der seit gut 45 Jahren in Vaduz praktizierende Kinderarzt Dieter Walch bekannt gegeben, per Ende März 2019 in den Ruhestand zu treten. Die Praxis sollte von einem geeigneten Nachfolger weitergeführt werden – fündig wurde der 78-Jährige jedoch nicht. Wie das «Vaterland» im November 2018 berichtete, wurde durchaus von mehreren Seiten Interesse bekundet, die Übergabe der Praxis an eine neue Kraft scheiterte trotzdem.

So geht mit der Pensionierung von Dieter Walch nicht nur eine Ära zu Ende, sondern auch die Türen seiner Praxis in Vaduz bleiben endgültig geschlossen. Die Eltern der kleinen Patienten werden nun mittels Zeitungsinserat angehalten, die Krankengeschichten ihrer Kinder in der Praxis abzuholen.

Laborpost kann ebenfalls beansprucht werden

Die Akten können ab sofort bis zum 29. März bezogen werden. Für das Team rund um Dieter Walch wäre es eine Hilfe, wenn die Eltern diesem Aufruf folgten. Ansonsten müssten die Krankengeschichten weitere zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Sie zu erhalten, wäre nach dem 29. März für die Eltern jedoch umständlicher. Falls der Gang in die Praxis nicht möglich ist, besteht weiterhin die Option, dort telefonisch um den Versand per Laborpost zu ersuchen. Hierfür müssen die Eltern aber bereits einen neuen Pädiater gefunden haben. Ist dieser in Liechtenstein ansässig, können sie auf den Kurierdienst der «LMZ Dr Risch Gruppe» zurückgreifen, der den sicheren Transport zur neuen Kinderarztpraxis gewährleistet. Wie bei jeglicher Art von medizinischen Proben auch, ist die Zustellung über den normalen Postweg nicht erlaubt.

Perspektive für Pädiater nicht verlockend

Mit der Pensionierung von Dieter Walch steuert Liechtenstein auf einen Engpass an Kinderärzten zu, der in der Ostschweiz schon seit Längerem Realität ist: Dort praktizieren derzeit nur rund 50 Pädiater. Somit kommt auf 4000 Kinder gerade einmal ein Kinderarzt. Deshalb müssen die Eltern teils weite Wege auf sich nehmen oder auf die Notfallstationen von Spitälern ausweichen, um ihr Kind behandeln lassen zu können. Mit dem Wegfall der Kinderarztpraxis von Dieter Walch wird es in Liechtenstein ab April nur noch vier Kinderärzte geben. Und auch sie behandeln wegen der massiven Unterversorgung im angrenzenden Rheintal traditionell viele Kinder aus der Schweiz. Die ohnehin angespannte Situation wird sich demnach weiter verschärfen.

Gründe für den Mangel gibt es einige. Einer ist beispielsweise der vergleichsweise tiefe Lohn bei hoher und intensiver Arbeitsbelastung – der Kinderarzt scheint für viele Mediziner keine verlockenden Perspektiven zu bieten. Zu wenige Ärzte lassen sich daher zum Pädiater weiterbilden. (jka)

 

05. Feb 2019 / 12:09
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