• Jugendsession Vaduz Lino b Noemi
    20 junge Erwachsene nahmen an der Session teil.  (Rudi Schachenhofer)

Jugendsession beriet über «Familie und Beruf»

Am vergangenen Samstag fand die dritte Jugendsession des Verein Jugendrat in Liechtenstein statt, bei welcher sich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Landtag einfanden.
Vaduz. 

Die diesjährige Jugendsession widmete sich unteranderem der Vereinbarkeit von Familie sowie der Finanzierung von (Weiter-)Bildung im Land Liechtenstein. «Bereits zu Beginn der Ausschreibung der Jugendsession wurde klar, dass die beiden Themen die meisten jungen Erwachsenen beschäftigen», so Vorstandsmitglied Maximilian Meyer. Dies zeigte auch die Anzahl an Anträgen an die Jugendsession sowie die Diskussionen im Plenum selbst. Auch über die zahlreiche Teilnahme freute sich der Jugendrat. «Trotz des verlängerten Wochenendes, konnten wir rund 20 junge Erwachsene im Landtag begrüssen», so Jugendrat-Präsident Brian Haas.

In der ersten Runde der Gruppendiskussionen ging es darum in ausgiebigen Diskussionen festzustellen, wo die aktuellen Probleme liegen. Für die verschiedenen Gruppendiskussionen wurden auch dieses Jahr Experten engagiert. So konnten die Teilnehmenden unteranderem vom Wissen der Leiterin der Stipendienstelle Astrid Walser sowie der Mitarbeiterin für Familie und Chancengleichheit bei der Regierung Nadine Vogelsang profitieren. Nach der Problemanalyse brachten die Teilnehmenden ihre Ideen zu dem gewählten Themengebiet ein. In Diskussionen wurde um jede Idee gerungen und Kompromissvorschläge ausgearbeitet. Ebenfalls wurde das Feedback der anderen Teilnehmenden eingearbeitet und zum Abschluss mehrere Anträge an das Plenum der Jugendsession erarbeitet.
Nach der Erarbeitung von insgesamt fünf Anträgen, zwei zum Thema «Familie und Beruf» und drei zum Thema «Finanzierung von (Weiter-)Bildung», stellten die Antragsverantwortlichen ihren Antrag dem gesamten Plenum der Jugendsession vor. Nach einigen inhaltlichen Fragestellungen wurde die Diskussion eröffnet. 
Im Bereich «Familie und Beruf» gab es zwei Anträge. Der erste Antrag «Aufstockung der alleinerziehenden Zulagen beim Kindergeld» möchte, dass die alleinerziehenden Beiträge prozentual an die Unterhaltszahlungen angepasst werden. Aktuell erhalten alleinerziehende zusätzlich zum Kindergeld einen monatlichen Betrag von 110 CHF pro Kind. Neu sollen die Beiträge an alleinerziehende erhöht und an die erhaltenen Alimente gekoppelt werden.So sollen Alimente, welche den Betrag von monatlich CHF 2'250 überschreiten keine weiteren Zulagen erhalten. Unterschreitet die Alimentenzahlung CHF 500, wird das Maximum an Zulagen für Alleinerziehende in der Höhe von CHF 810 ausbezahlt. In Zwischenschritten
werden die zusätzlichen Beiträge schrittweise mit höheren Alimentenzahlungen geringer.Mit dem Antrag werden alleinerziehende Personen, welche nur geringe Alimentzahlungen erhalten unterstützt und die Mittel werden nicht nach dem Giesskannenprinzip verteilt. Die Zulagen verringern sich bei jedem weiteren Kind um 25 Prozent. Momentan werden die Zahlungen aus der Familienausgleichskasse (FAK) finanziert, welche die geplante Anpassung auch stemmen könnte.Der Antrag wurde mit 4 Ja-Stimmen zu 7 Nein-Stimmen abgelehnt. Grund hierfür waren die
hohen zusätzlichen Beiträge die einige Teilnehmer als zu hoch betrachteten.
Der zweite Antrag "Vaterschaftszeit 2.0" möchte, dass die Mutter von ihrem Mann unterstützt wird, da ein neugeborenes Kind eine grosse Veränderung für denn Alltag der beiden Elternteile mit sich bringt. Zudem soll so eine bessere Bindung der Väter zu den Kindern ermöglicht werden. Wie Umfragen des Ministeriums für Gesellschaft ergeben haben wünschen sich betreffende Väter einen bezahlten Elternurlaub mit einer Lohnfortzahlung von ca. 60 Prozent. Die Väter sollen einen vier Wochen langen Vaterschaftsurlaub erhalten, welcher flexibel nach der Geburt bezogen werden kann. Die Lohnfortzahlung in der Höhe von 60Prozent soll durch die Familienausgleichskasse (FAK) bezahlt werden. Der Antrag wurde mit 10 Ja-Stimmen zu 1 Nein-Stimmen angenommen. (pd)

04. Nov 2018 / 16:34
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