• Valeska Blank im Homeoffice.  (vb)

Homeoffice-Blog: Lagerkoller im Trainer

Die Mitarbeitenden des Vaduzer Medienhauses arbeiten seit einer Woche im Homeoffice. Wie es ihnen dabei geht und mit welchen Stolpersteinen sie zu kämpfen haben, erzählt jeder Redaktor in einer Kolumne.

Diesmal schreibt Online-Redaktorin Valeska Blank:

«Am ersten Tag war ich voll parat – es war aufregend, zu schauen, wie sich unser neuer Arbeitsalltag gestaltet. Am zweiten Tag sammelten sich schon die Krümel vom Zmorga-Gipfel unter dem Tisch. Und am dritten sass ich bereits den ganzen Tag im Trainer vor dem Computer. Willkommen im Homeoffice!

Mangels räumlicher Alternativen habe ich meinen Arbeitsplatz auf dem Küchentisch eingerichtet. Weil ich als Online-Redaktorin schnell sein muss und daher auf den grossen Bildschirm angewiesen bin, ist nun gut die Hälfte des Essplatzes vollgestellt mit 34-Zoll-Monsterscreen, Laptop, Headset und Notizblock. Dafür ist der Weg zur Kaffeemaschine nicht weit.

Die Trainerhose und das Sport-Funktionsjäckli waren Mitte der Woche übrigens die absolute Ausnahme – denn genauso sollte man im Homeoffice ja nicht arbeiten. Für die eigene Moral, heisst es in einschlägigen Ratgebern. Ich habe beim Trainer-Ausrutscher den Fehler gemacht, den Computer aufzustarten, bevor ich meine normale Bürokleidung angezogen habe. Dann war sofort so viel zu tun, dass ich es bis am Abend nicht mehr aus den Jogginghosen raus geschafft habe. Schwamm drüber. Gesehen haben es eh nur meine Kollegen in der Videokonferenz.

Ich finde, mein Arbeitgeber hat mit der Verordnung von Homeoffice richtig gehandelt. Wir müssen uns jetzt alle schützen und die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Wir haben Glück, dass wir in unserem Job als Journalisten gut von zu Hause aus – in meinem Fall halt am Küchentisch – arbeiten können. In anderen Branchen geht das nicht.

Trotzdem hat das Homeoffice seine Tücken. Nachdem die erste Woche Arbeit mit Aussicht auf den Dampfabzug vorbei ist, spüre ich den ersten Lagerkoller. Die Decke fällt mir auf den Kopf, und ich vermisse den persönlichen Kontakt zu meinen Kollegen. Das macht kreativ: Immerhin zweimal konnte ich via Google Meet mit einer Kollegin und einem Kollegen «käfala». Das tat gut, ersetzt ein persönliches Treffen aber nicht.

Eine zweite Tücke meines Homeoffice: Der Computer ist immer in Sichtweite. Und in der jetzigen Corona-Ausnahmesituation gibts auch immer noch News und dann noch welche, die man «schnell verarbeiten» könnte. Und so macht man einfach immer weiter und weiter. Eine unerwartete Konsequenz: Dreck.

So erhöhte sich die Zahl der gebrauchten Kaffeetassen und der schmutzigen Teller, die sich rund um mich ansammelten, von Tag zu Tag mehr.

Ende Woche habe ich die Balance zum Glück wiedergefunden – und schon einiges dazugelernt: Nur, weil mich der Bildschirm praktisch auf Schritt und Tritt visuell anspringt, darf er in den Pausen und am Feierabend auch mal abgeschaltet werden. Ganz «Office» darf mein «Home» nicht werden. Die besagten Gipfel-Brösel unterm Tisch sind mittlerweile übrigens weggesaugt.» (vb)
 

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20. Mär 2020 / 21:41
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