• LKW Spleissing
    Am Ende wird der gesamte Ausbau des Glasfasernetzes in Liechtenstein 54 Millionen Franken gekostet haben.  (Brigitt Risch)

Glasfaser als Basis für 5G

Internetverbindungen über Glasfaser und 5G haben fast dieselbe Nutzungsqualität. Am Ende entscheidet, von wo auf das Internet zugegriffen wird.
Vaduz. 

Heutzutage gibt es mehrere Möglichkeiten, das Smartphone oder ein anderes digitales Endgerät mit dem Internet zu verbinden. Einerseits über das landgebundene Glasfasernetz, andererseits über das Mobilfunknetz. Letzteres soll auch hierzulande auf den 5G-Standard angehoben werden, sodass in kürzerer Zeit noch mehr Daten übertragen werden können. Einen Film herunterzuladen dauert dann nur noch wenige Sekunden – ungefähr gleich schnell wie mit einer Glasfaserverbindung (FTTH). In Liechtenstein sollen neben den Glasfaserleitungen, die derzeit bis in die einzelnen Häuser gezogen werden, auch 5G-Mobilfunkantennen errichtet werden. Doch braucht es überhaupt beides? 

Gesamthaft 54 Millionen Franken investiert

Seit Mitte der 1990er Jahre wird hierzulande das Glasfasernetz ausgebaut. Damals wurden laut Gerald Marxer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW), das Kernnetz sowie die Geschäftsanschlüsse installiert. «Seit 2017 läuft der Ausbau des Glasfasernetzes für die Privatkunden», erklärt er. Für das Jahr 2019 beträgt das budgetierte Investitionsvolumen 10 Millionen Franken. Am Ende wird der Ausbau rund 54 Millionen Franken gekostet haben. 5G-Mobilfunkantennen aufzubauen ist dagegen kostengünstiger. Allerdings benötigen die Antennen das Glasfasernetz. Gerald Marxer erklärt: «5G und Glasfaserfestnetzanschluss sind komplementäre Technologien.» Ralf Beyeler, Telekomexperte von moneyland.ch, einem Schweizer Online-Vergleichsdienst, ergänzt hierzu, dass die enormen Datenmengen, die heutzutage ausgetauscht werden, nicht ausschliesslich über 5G ausgetauscht werden können. Deshalb sind Server, Telefonzentralen und Mobilfunk-Antennen an das erdgebundene Glasfasernetz angehängt. Dies aufgrund der grösseren Übertragungskapazität. Die Mobilfunktechnologie 5G eignet sich laut Beyeler, um Kunden auf der letzten Meile versorgen zu können. Die 5G-Antennen sind für die Feinverteilung verantwortlich.

Erste Abschätzungen gehen von Verdoppelung aus

In Liechtenstein wird der Ausbau von 5G laut Marxer mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgen. Nach Rücksprache mit der Telecom Liechtenstein sagt er: «Erste Abschätzungen gehen von einer Verdoppelung der Mobilfunkantennen-Standorte aus, wenn die aktuellen Rahmenbedingungen nicht verändert werden, beispielsweise die Strahlengrenzwerte.» Derzeit stehen in Liechtenstein 22 Antennen. Um dem Mobilfunkstandard 5G gerecht zu werden, müssten die Antennen aber aufgerüstet werden. Telekomexperte Beyeler kann auch nicht abschätzen, wieviele Antennen es für 5G in Liechtenstein brauchen werde. Technisch sei es aber möglich, die Verbindungen ausschliesslich über 5G zu führen. «Für einen immer grösseren Teil der Kunden wird der Mobilstandard 5G ausreichen», erklärt er. Trotzdem merkt er an: «Ich gehe nicht davon aus, dass 5G als ein ebenbürtiger Gegner der Glasfaser betrachtet werden kann.»
Dieser Meinung pflichtet auch Gerald Marxer bei. Die LKW sei überzeugt davon, dass auch wenn sich das 5G-Netz verbessert, ihre Kunden nicht auf die Zuverlässigkeit und Qualität des Glasfaseranschlusses verzichten wollen.   

Nicht Qualität, sondern Nutzungsort entscheidet

Beim Vergleich der Technologien ist somit nicht die Qualität der entscheidende Faktor, denn beide ermöglichen laut Beyeler die Internetnutzung mit einem sehr hohen Standard. «Es kommt eher darauf an, wo das Internet genutzt wird», erklärt er.
5G ist ein sogenanntes «shared medium». Sprich: Streamen alle Nutzer einer Antenne ein Fussballspiel live, dann teilen sie sich die Übertragungskapazität. Das könne laut Gerald Marxer zu Datenengpässen führen und somit die Qualität vermindern. Die Kunden stecken sozusagen im Stau. Bei einem Glasfaseranschluss bis ins Haus verfügt der Kunde immer über die volle Übertragungskapazität. An dichtbesiedelten Wohunungsstandorten macht somit laut Beyeler Glasfaser mehr Sinn, in dünnbesiedelten Wohnungsstandorten oder in Fabriken sei hingegen 5G eine sinnvolle Alternative. (qus)

 

Ausbau Glasfasernetz in den Gemeinden

- Mauren bis Ende 2019 (Ausnahme eines kleinen Teils, der von Eschen her kommend erschlossen wird) 
- Vaduz bis Ende 2020 
- Triesen bis Ende 2020 
- Schaan bis Ende 2020 
- Eschen bis Ende 2020
- Ruggell bis 2020 
- Balzers von 2020 bis 2021 
- Schaanwald, Nendeln und Gamprin bis 2021 
- Triesenberg 2021 bis 2022 
- Malbun/Steg 2022 
- Schellenberg und Planken 2022 
Der Ausbaustand an spezifischen Adressen kann unter www.lkw.li abgerufen werden. 
10. Okt 2019 / 07:13
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