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    Sabrina Matt, Präsidentin der Schaaner Röfischrenzer.

Fürstliche Guggerin mit Leib und Seele

Seit drei Jahren ist Sabrina Matt die Präsidentin der Röfischrenzer Schaan. Heute Abend steht die grosse 50-Jahr-Jubiläumsfeier an.

Seit August probt ihr bereits regelmässig, seit Januar seid ihr Wochenende für Wochenende unterwegs und noch dauert die Fasnacht drei Wochen lang. Frau Matt, sind Sie noch fit oder stellen sich bereits die ersten Ermüdungserscheinungen ein?

Sabrina Matt: Nix Ermüdungserscheinungen – ich fühle mich topfit! Zugegeben, so einen Ball auf die Beine zu stellen, ist schon nicht ohne. Anders wie bei anderen Guggenmusiken laden die Röfischrenzer höchstens alle zehn Jahre zum Ball, so sind wir also keine routinierten Ball-Veranstalter. Aber es macht auch Spass. Das Kribbeln in der Bauchgegend macht sich schon ein bisschen bemerkbar und die Vorfreude steigt. 

Was hängt denn mit der Organisation eines Balles alles zusammen?
Eigentlich beginnt die Planung bereits ein Jahr zuvor, nämlich mit der Reservation des Saales. Ins Blaue hinaus zu organisieren, bringt nichts – es braucht ein Konzept. Weiters müssen Essen und Trinken organisiert werden, ein DJ, Fahnen haben wir machen lassen, die Dekoration muss passen und schliesslich  haben wir für den Samstag sechs Guggenmusiken eingeladen, um mit uns das Jubiläum zu feiern. Mit dem Ball ist es aber nicht zu Ende: Während sich die Besucher nachts schlafen legen, heisst es für uns: Aufräumen. Denn am Morgen schon muss wieder alles sauber sein. 

Als Präsidentin der Röfischrenzer kommt Ihnen da eine besondere Verantwortung zu ...
Ja, das ist so. Es muss mir gelingen, den Überblick zu behalten – über das Jubilumsjahr wie auch über das normale Vereinsjahr. Das ist nicht immer einfach, vor allem, wenn man es wie ich allen recht machen möchte. Das ist eine grosse Herausforderung, die ich aber gerne annehme und hoffentlich auch zur Zufriedenheit aller Gugger wie auch Gäste meistern werde. 

Das klingt alles sehr zeitintensiv. Was beeindruckt sie denn am Gugger-Leben?
Ganz klar: Das Miteinander. Und als Gugger kann man so richtig abschalten: Am Freitag- abend schlüpfen wir nach der Arbeit in unsere Kleider und geniessen bis Sonntagabend die Musik und die Menschen, denen wir mit unseren Liedern eine Freude machen. Mein Vater war schon 26 Jahre lang bei den Röfischrenzern – so wurde  mir diese Leidenschaft geradezu in die Wiege gelegt. Und: Bei der Guggenmusik habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt ...
 
Dann hat das Gugger-Leben für Sie also auch noch einen romantischen Touch. Können Sie sich noch an Ihr erstes Gugger-Jahr erinnern?
Ja klar! Meine erste Fasnacht mit den Röfischrenzern war die Saison 2011/2012. Grosse Augen habe ich gemacht, als ich in der ersten Probe die Pauke zugeordnet bekam. Auf Anhieb hat es mir aber Riesenspass gemacht. Das starke Miteinander zu erleben, war für mich faszinierend. Sofort konnte ich mich integrieren und habe meine Gugger-Freunde schnell schätzen gelernt. 

Vor neun Jahren hat also Ihre Gugger-Karriere begonnen – welcher Auftritt oder welche Tour ist Ihnen aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben?
Ein besonderes Highlight durften wir in Deutschland erleben. Im Rahmen einer Veranstaltung wurden Preise vergeben – für die schönsten Kleider zum Beispiel. In der Kategorie «Stimmungsmacher» haben wir den ersten Preis gewonnen. Das bleibt einfach unvergesslich. 

Gibt es auch unvergessliche lustige Momente?
Keine Frage, auf alle Fälle! Zum Beispiel kommt es immer wieder mal vor, dass ein Gugger vor Euphorie von der Bühne fällt (lacht). Witzig war auch, als wir von unserem langjährigen Mitglied Travi Masken machen liessen und mit diesen einen ganzen Umzug gelaufen sind. Travi fand es lustig, wir erst recht! 

Als ehemalige Paukenspielerin – mittlerweile haben Sie zur Trompete gewechselt – sind Sie auf alle Fälle tonangebend, als Präsidentin auch?
Sagen wir es so: Ich kann schon mal auf den Tisch hauen – versuche dabei aber immer, diplomatisch zu bleiben. 

Hat das Thema «Frausein» als Präsidentin jemals eine Rolle gespielt?
Überhaupt nicht. Von Anfang an wurde ich von allen akzeptiert, der gegenseitige nötige Respekt ist auf alle Fälle da. 

50 Jahre Röfischrenzer: Was macht denn die Fürstliche Guggamusig aus?
Obwohl er uns alle ehrt: Der Fürstentitel alleine ist es nicht. Vielmehr sind es unsere Kleider, die immer sehr ausgefallen und bunt sind. Und unser Musikstil: Während andere Guggenmusiken eher auf aktuelle Hits setzen, dürfen in unserem Repertoire Schlager und Evergreens nicht fehlen. Und ich habe noch einen Wunsch: Dass uns unsere Gönner und Fans treu bleiben – denn ohne sie funktioniert es nicht. (bfs)

07. Feb 2020 / 22:19
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