• 2014 war der Bach entlang der Palduinstrasse reichlich gefüllt (links). Derzeit ist die Stelle fast ausgetrocknet (rechts).  (Rainer Kühnis)

Fische vertrocknen im Balzner Rietgraben

Die Gewässersituation in der südlichsten Gemeinde des Landes ist weiterhin angespannt, so sehr, dass Fischereivereinspräsident Rainer Kühnis nach Lösungsvorschlägen gegen das massive Fischsterben sucht.

Nachdem eine aufmerksame Spaziergängerin vergangenen Dienstag einen toten Fisch im Rietgraben fand, hat sie das Amt für Umwelt darüber informiert. Noch am selben Tag haben Mitarbeiter der Amtsstelle die Situation vor Ort untersucht und festgestellt, dass dort und beim St. Kathrinabrunnen kaum Wasser vorhanden ist. Zudem wurden vor Ort eine Regenbogenforelle und zwei verendete Bachforellen aufgefunden. Als Ursache für die Austrocknung nennt Elija Kind vom Amt für Umwelt die fehlenden Niederschläge im vergangenen Sommer: «Der fehlende Regen führte dazu, dass die Schüttungen der Quelle fortlaufend kleiner werden.»

Über 1000 Fische davon betroffen

Hinsichtlich der Daten, die bei der letzten Befischung gesammelt wurden, befindet sich – unter gesunden Bedingungen – pro Laufmeter etwa ein Fisch im Gewässer. Bei einem Kilometer langen Bach entspricht dies rund tausend Fischen. Kind relativiert die Situation: «Die Austrocknung erfolgte nicht abrupt, sondern über mehrere Wochen hinweg. Es ist daher gut möglich, dass ein Grossteil der Tiere die abnehmende Wasserführung frühzeitig bemerkte und sich zurückgezogen hat.» Wie viele Fische letztlich der Dürre nun zum Opfer gefallen sind, sei relativ schwierig abzuschätzen, weil Reiher und Störche die Kadaver rasant auflesen.

Fischereivereinspräsident Rainer Kühnis spricht hingegen von ähnlich verheerend Ausmassen wie Ende August beim Oberaubach, wo gemäss seinen Hochrechnungen tausende Fische gestorben seien. «Natürlich können die Gewässer nicht ständig überprüft werden, aber die Gemeinde müsste unbedingt handeln.» Seiner Meinung nach wäre die Lösung einfach: Für die Fische müssen Rückzugsgebiete her. Die Aushebung von tieferen Stellen würde dafür sorgen, dass sich die Fische bei Wasserknappheit dort sammeln und sie der Fischereiverein umsiedeln könnte. Ein solcher Ansatz könne gemäss dem Amt für Umwelt das Fischsterben zumindest für eine begrenzte Zeit eindämmen. «Der erwähnte Vorschlag könnte kurzfristig zum Überleben der Fische dienlich sein. Um die Austrocknung der Quelle zu verhindern, hätte es jedoch mehr Regnen müssen.»

Alle Faktoren berücksichtigen

Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz befürchtet, dass im Zuge des Klimawandels künftig häufiger mit solchen extremen Wetterbedingungen zu rechnen sei. «Diesen Sommer fielen in der Schweiz zahlreiche kleinere Gewässer trocken. Liechtenstein hat im Grossen und Ganzen noch Glück gehabt, so fürchterlich diese aktuellen Vorfälle auch sind», berichtet Geschäftsführerin Monika Gstöhl. Man sollte jede gute Idee prüfen, meint die Biologin zum Vorschlag des Fischereivereins. Allerdings müsse auf die gesamte Flora und Fauna geachtet werden. «Ein Eingriff in das Gebiet bringt zahlreiche Folgen für die örtliche Natur mit sich.» Erst wenn alle Faktoren einkalkuliert sind, liesse sich prüfen, ob die Massnahmen in der Umsetzung tatsächlich standhalten. (gk)

10. Okt 2018 / 18:44
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