• Fasnacht, Maskenball, Gigox, Dorfsaal Triesenberg
    Um den «Gigox» reibungslos durchzuführen, sind die «Wildmandli» auf viele freiwillige Helfer angewiesen.  (Daniel Schwendener)

Es fehlt an Nachwuchs bei den Guggern

Immer weniger Leute sind bereit, Zeit in einen Verein zu investieren – auch in einen Fasnachtsverein. Aufgrund dessen werden manche Guggamusiken mit zusätzlichen Problemen konfrontiert.

Dass es nicht nur im Rheintal, sondern auch in Liechtenstein schwieriger geworden ist, Leute für die Guggamusik zu begeistern, ist seit längerer Zeit bekannt. Die Vereine sehen als Grund insbesondere die schwindende Bereitschaft, Zeit dafür zu investieren. Bei der Wildmandli Guggamusik hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. «Wir  freuen uns, dass wir heute einen gut funktionierenden Verein haben», sagt Präsidentin Chiara Beck. Jedoch kämpft auch die Triesenberger Guggamusik momentan mit einer Entwicklung, die den Verein in einigen Vorhaben vor Herausforderungen stellt. Zurückzuführen ist das insbesondere auf die aktuelle Anzahl der aktiven Mitglieder, die bei 30 liegt. Deshalb wird die Durchführung des Maskenballs Gigox für die Wildmandli dieses Jahr besonders herausfordernd.

Ohne viele, freiwillige Helfer nicht machbar

Gerne erinnert man sich bei den Wildmandli zurück, als es noch Wartelisten gab. Viele Fasnachtsbegeisterte wollten der Triesenberger Gugga beitreten, doch die Anzahl Mitglieder war und ist allerdings auf 45 limitiert. Diese Spitzenzahl erreichte der Verein in der Saison 2010/11. Auch sechs Jahre später zählten die Wildmandli noch 44 Mitglieder. Doch dann kam die Wende – die Mitgliederzahlen gingen zurück. Dieses Jahr sind die Triesenberger nur noch mit 30 Aktiven unterwegs.

«Da wir am Gigox drei Bars, eine Essensausgabe und eine Garderobe haben, sind wir nicht mehr nur während unseres Auftritts auf Helfer angewiesen, sondern bis zum Schluss», sagt Chiara Beck. Deshalb haben die Wildmandli neben Passivmitgliedern auch Freunde und Bekannte sowie Triesenberger Vereine angefragt. «Wir haben schon positive Rückmeldungen bekommen und ich bin zuversichtlich, dass wir genügend Freiwillige finden», so die Präsidentin. Einen massiven Rückgang verzeichnen auch die «Törmleguger» aus Vaduz. Aktuell zählt der Verein noch 27 Mitglieder. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die neun Austritte im vergangenen Jahr. «Zwar kamen ein paar Neue hinzu, aber wir sind uns bewusst, dass wir unbedingt für unseren Verein werben müssen, da wir Nachwuchs brauchen», sagt Präsident Lukas Beck. Bei der «Törmleparty» sind zwar auch sie auf Helfer angewiesen, aber anders als die Wildmandli treten die Törmleguger seit einigen Jahren nicht mehr selbst dort auf. «Diese Zeit entfällt somit und die Mitglieder stehen während der ganzen Veranstaltung im Einsatz.»

«Es ist hoffentlich nur eine kurze Phase»

Neumitglieder zu finden, sei von Jahr zu Jahr unterschiedlich, aber definitiv schwieriger geworden, findet auch Präsident Jonas Vogt. Dieses Jahr haben die Balzner «Pföhrassler» 35 Aktive. «Es ist hoffentlich nur eine kurze Phase.» Bereits 2012 verzeichnete der Verein einen Rückgang, danach sei es aber wieder bergauf gegangen. «Spitzenzahlen» hätten die Pföhrassler aber immer mal wieder erreicht. Aktiv auf die Suche wollen sie nicht gehen: «Wir wollen niemanden überreden, sondern eher, dass man aus freien Stücken kommt, weil man wirklich dabei sein will.» Auf freiwillige Helfer seien aber auch sie angewiesen, vor allem jetzt mit der geringen Anzahl an Vereinsmitgliedern: «Unsere Helfer kommen am ‹Mönsterle› und der ‹Pföhnacht› jeweils während unseres Auftrittes zum Ein-satz», so Jonas Vogt. Aber auch am Jahrmarkt werden sie gebraucht, damit die Mitglieder nicht allzu lange Schichten schieben müssen.

Einen «ganz klaren» Rückgang bezüglich der Mitgliederzahl verbuchen auch die Schaaner «Röfischrenzer». Während die «Fürstliche Guggamusig» aktuell mit 38 Mitglieder tourt, zählte sie zu Spitzenzeiten rund 45 Aktive. «Es ist ein Kommen und Gehen. Vor neun Jahren waren es nur noch 26 Mitglieder, dann wieder 44 und im vergangenen Jahr 31», so Präsidentin Sabrina Matt. Helfer seien bei ihnen am Jubiläumsfest im Einsatz. «Sie helfen uns, solange wir sie brauchen.»

Mit einem Nachwuchsproblem kämpfen ebenfalls die «Tuarbaguger Escha». Während die Unterländer Guggamusik zu Spitzenzeiten rund 49 Mitglieder (2014) zählte – oder vor drei Jahren noch 40 –, sind es in dieser Saison 29 Aktive. «In der Fasnachtssaison 2018 haben wir gar keine Neuzugänge verzeichnet, weshalb wir uns heute schon mehr ins Zeug legen müssen», weiss Mitglied Stephanie Ospelt. Deshalb hätten die Tuarbaguger im vergangenen Jahr erstmals einen zusätzlichen Infoabend für Interessierte veranstaltet, wodurch sie gleich drei neue Mitglieder gewinnen konnten. Da der Verein jedes Jahr das Monsterkonzert in Eschen veranstaltet, ist auch er auf freiwillige Helfer angewiesen. «Dort greifen uns jeweils Gönner, Passivmitglieder, Familien und Freunde unter die Arme.»

Für die Zukunft gut gerüstet und bestens aufgestellt

Während die einen um Nachwuchs kämpfen, freut sich Präsident Daniel Salzgeber, dass die Triesner «Moschtgügeler» für die Zukunft gut gerüstet sind: «Wir haben jedes Jahr Anfragen und müssen deshalb auch keine Werbung machen.» Zwar sei die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen, lag aber dennoch stets bei 38 bis 43 Personen. Auf freiwillige Helfer sind die Moschtgügeler nur am Trisunaball angewiesen, wenn sie selbst auftreten. «Externe Unterstützung brauchen wir während zirka einer Stunde, da wir ansonsten mit 40 Aktivmitgliedern gut zurechtkommen.»

Auch Lukas Dutler, Vize-Präsident der «Plunderhüüsler» weiss, dass es heutzutage schwieriger ist, neue Mitglieder zu finden. Dennoch freut er sich, dass zu der Schaaner Guggamusik seit einigen Jahren konstant drei bis fünf Neumitglieder kommen. Nachwuchs fände der Verein meistens durch Mund-zu-Mund-Propaganda. «Einen grossen Rückgang haben wir in den vergangenen Jahren nicht festgestellt, die Anzahl schwankte zwischen 44 und 48 Aktiven», erklärt der Vize-Präsident. Dies sei sicherlich darauf zurückzuführen, dass die «Plunderhüüsler» langjährige Mitglieder hätten. «Momentan liegt die Vereinstreue im Durchschnitt bei 10,1 Jahren.» Die Schaaner Gugamusik wird von vielen freiwilligen Helfern am «Schaabumm» und der «Schaaner Wesa» tatkräftig unterstützt. (bc)

14. Jan 2020 / 07:00
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