• Interview mit Dr. Herbert Batliner, Vaduz
    Dem «Vaterland» gab Herbert Batliner sein letztes Interview in der Sonderbeilage zur Goldenen Hochzeit des Fürstenpaares im Jahr 2017.  (Tatjana Schnalzger)

Er hinterlässt grosse Spuren

In Gedenken an Herbert Batliner.

Generationen von Finanzplatzakteuren, Politikern und Vertretern von Kulturinstitutionen werden am kommenden Freitag, 14. Juni, 11 Uhr, auf dem Friedhof in Vaduz und anschliessend im Rahmen des Trauergottesdienstes Abschied von einem grossen Liechtensteiner nehmen. Herbert Batliner hinterlässt in den verschiedensten Bereichen grosse Spuren.

1954 hat er seine Karriere als Rechtsanwalt und Treuhänder gestartet. Wie er selbst einmal in einem Interview mit «Wirtschaft regional» im Jahr 2012 sagte, sei er mit seinem Beruf «in eine Boomzeit hineingeboren worden». Doch hat er diesen Aufschwung auch optimal genutzt und das Treuhandwesen in Liechtenstein massgeblich mitgestaltet. So gilt Herbert Batliner für viele als Erfinder der privatnützigen Familienstiftung, welche im Vergleich zu anderen Stiftungen «in erster Linie dem Wohle der Familie, der Ausbildung der Kinder» dienen und sich «auf den Kreis der Familie» beschränkt, wie er selbst einmal erklärte. Dank guter Beziehung hat er die Familienstiftung gross gemacht.

Sein beruflicher Erfolg hat ihm aber auch gleichzeitig den grössten Tiefschlag gebracht. 1997 hat ein Mitarbeiter seiner Kanzlei rechtswidrig Daten entwendet und an die Bochumer Staatsantwaltschaft verkauft. Dadurch tauchte sein Name in den Medien auf und es kam zu verschiedenen Verfahren. Dieser Vertrauensbruch des Mitarbeiters, aber vor allem der Vertrauensverlust bei seinen Klienten haben ihn persönlich sehr getroffen. «Für jeden Anwalt ist der Erhalt des Vertrauens das höchste Gut», sagte Herbert Batliner. Doch er liess sich von diesem Rückschlag nicht unterkriegen und konnte das Vertrauen der Mandanten neu aufbauen. 2008 übergab er die Geschäftsleitung der First Advisory an seine Tochter Angeliga Moosleithner-Batliner ab.

Bis ins hohe Alter betreute er aber noch persönlich eine überschaubare Anzahl Klienten. «Zu diesen Klienten habe ich eine enge Freundschaft aufgebaut. Ausserdem repräsentiere ich nach wie vor grosse, gemeinnützige Stiftungen», sagte er in einem Interview 2012. Über diese gemeinnützigen Stiftungen hat Herbert Batliner ebenfalls grosse Spuren im In- und Ausland hinterlassen. Zahlreiche Projekte wären ohne diese Unterstützung nicht möglich gewesen.

Herbert Batliner war zweifelsohne ein hervorragender Rechtsanwalt und Netzwerker. Doch sein Erfolg brachte ihm nicht nur Freunde ein. So sagte Altbürgermeister Ewald Ospelt 2009, bei der Präsentation des Filmporträts von Herbert Batliner in der Reihe «Zeitzeugen Liechtenstein», über dessen Erfahrungen mit dem ältesten Liechtensteiner : «Herbert Batliner ist mit dem Neid auf Du und Du.» So verwundert es wenig, dass Herbert Batliner im Ausland eine viel grössere Anerkennung erfuhr. Dort erhielt er unzählige Orden, Ehrenzeichen und Auszeichnungen.  Auch seine Kunstsammlung – eine der bedeutensten europäischen Privatsammlungen der klassischen Moderne – befindet sich seit 2007 im Ausland. Die Sammlung Batliner bildet den Kernbestand der permanenten Schausammlung der Albertina in Wien.

Wie viele grosse Persönlichkeiten war auch Herbert Batliner nicht unumstritten. Dennoch hat er den Finanzplatz und damit den Wohlstand Liechtensteins massgeblich und positiv mitgeprägt. Und viele seiner Spuren werden wohl erst in Zukunft wirklich sichtbar werden. (sap)

11. Jun 2019 / 10:48
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
puzzle ravensburger
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
13.05.2019
Facebook
Top