• Energy drinks
    Etwa jeder vierte Jugendliche trinkt mehr Energydrinks, als gesund für ihn wäre.  (Mauro-Matacchione)

Energydrinks nur gegen Ausweis

Spar ist der erste Schweizer Detailhändler, der eine Altersbegrenzung für Energydrinks einführt - auch in Liechtensteiner Filialen. Migros und Coop haben nicht vor, mitzuziehen.

Wer in einer Spar-Filiale in Liechtenstein oder der Schweiz einen Energydrink kaufen will, muss seit heute mindestens 14 Jahre alt sein. Damit hat der erste Schweizer Detailhändler eine Altersbegrenzung für Getränke eingeführt, die mehr als 150 Milligramm Koffein auf einen Liter beinhalten. «Wir wollen die Kinder ermutigen, eine gesündere Getränkewahl zu treffen», begründet Rob Philipson, CEO von Spar, diesen Entscheid. 

Auch für die Mitarbeiter der beiden Spar-Filialen in Triesen und Eschen gilt ab heute somit, im Zweifel die Ausweise von Kindern und Jugendlichen zu kontrollieren, wenn sie Energydrinks kaufen möchten. Laut der Marktleitung des Geschäfts in Triesen sei es kein Wunschkonzert, sondern eine Anweisung. 

Migros und Coop setzen auf Eigenverantwortung

Mit der Massnahme wird Spar nicht nur der erste, sondern vorerst auch letzte Detailhändler in der Schweiz sein. Auf Anfrage erklären Migros und Coop, nicht mitziehen zu wollen. Damit werden deren Filialen in Liechtenstein ebenfalls auf eine Altersbegrenzung verzichten. Auf Nachfrage bei Migros erklärt Mediensprecher Patrick Stöpper, dass eine solche Massnahme für sie ausgeschlossen sei: «Wir sind der Meinung, dass unsere Kunden mündig sind und Eigenverantwortung übernehmen können – das gilt auch für die jüngere Kundschaft.» Zudem sei es die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder über die Risiken des Energy drink-Konsums aufzuklären. «Führt man den Gedanken weiter», meint Stöpper, «dann müssten wir nach der Altersbegrenzung für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke beispielsweise auch eine für Coca-Cola, gewisse Schokoladen oder Tees einführen.» Die Migros erachtet es als schwierig, hier noch eine sinnvolle Grenze ziehen zu können. Ob die drei Migros-Partner in Liechtenstein ebenfalls auf eine Altersbegrenzung verzichten, steht noch nicht fest. Wie Stefan Ospelt, Inhaber der Ospelt Holding, zu der der Roxy Markt in Balzers, der Lindamarkt in Schaan und das Rec in Ruggell gehören, auf Anfrage sagt, müssen zuerst interne Abklärungen getroffen werden. «Momentan halten wir uns an die gesetzlichen Bestimmungen», so Ospelt.  Coop schlägt ähnliche Töne wie der grösste Konkurrent an. Der Jugendschutz sei wichtig, weswegen in der Vergangenheit freiwillige Jugendschutzmassnahmen umgesetzt worden seien. «Ein Verkaufsverbot an Unter 14-Jährige ist bei uns aber nicht geplant», sagt Mediensprecherin Yvette Petillon. Man würde bei Getränken mit erhöhtem Koffeingehalt auf Information und Eigenverantwortung setzen. 

Keine gesetzliche Altersbegrenzung
Wie Jennifer Rheinberger vom Amt für Soziale Dienste erklärt, unterlägen Energydrinks gemäss Kinder- und Jugendgesetz keinen gesetzlichen Altersbeschränkungen. Somit steht es jedem Detailhändler frei, eine solche einzuführen, oder es eben sein zu lassen. «Der Kinder- und Jugendschutz begrüsst aber den Entscheid einzelner Detailhändler, eine Altersbeschränkung für die Abgabe von Energydrinks ab 14 Jahren einzuführen», so Rheinberger. 

Fast 70 Prozent aller Jugendlichen trinken Energydrinks. Etwa jeder Vierte von ihnen aber mehr, als gesund ist. Ein gesundheitliches Risiko besteht, wenn sie mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu sich nehmen. Ein 13-jähriger Junge mit einem Körpergewicht von etwa 54 Kilo erreicht diese Menge mit einem halben Liter. Das entspricht zwei Energydrinks. Denn in der Regel sind in einer Dose mit 250 Millilitern etwa 80 Milligramm Koffein enthalten. Das ist so viel wie eine Tasse Kaffee, was zunächst harmlos klingt. Doch meistens bleibt es nicht bei dieser einen Dose. Wenn mehrere koffeinhaltige Erfrischungsgetränke getrunken werden, können unerwünschte Wirkungen auftreten. Nervosität, Schlaflosigkeit, Übelkeit, aber auch Kopfschmerzen und Bluthochdruck sind nicht selten der Fall. Abgesehen davon ist der Zuckergehalt relativ hoch, weshalb koffeinhaltige Erfrischungsgetränke relativ viele Kalorien enthalten: Zwei Dosen entsprechen etwa 24 Stück Würfelzucker. (jka)

01. Feb 2019 / 15:54
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