• PK TAK Wisi
    Machte gestern aus einer Pressekonferenz eine Inszenierung: Alois Büchel alias «TAK-Wisi».  (Daniel Schwendener)

Eine Inszenierung im Kellertheater

Alois Büchel – besser bekannt als «TAK-Wisi» – lud gestern zu einer öffentlichen Pressekonferenz. Mit einer solchen hatte der Auftritt aber wenig zu tun.

Der Ort war von Alois Büchel bestens gewählt: Das Kellertheater im Vaduzer Saal. Nebst den liechtensteinischen Medien folgten rund 40 Personen seiner Einladung zu einer Pressekonferenz. Und Alois Büchel nutzte die Bühne für eine mehr als einstündige Inszenierung oder besser gesagt einen Monolog. Dabei blitze insbesondere im zweiten Teil auch seine langjährige Bühnenerfahrung  durch. Doch mit einer Pressekonferenz hatte die Veranstaltung definitiv nichts zu tun. Neue Informationen zu seinen ihm «aufgedrängten Auseinandersetzungen mit den Oligarchen Liechtensteins» zwischen 2006 bis 2017 gab es nicht. Auch neue Beweise blieb er schuldig. Diese soll es Ende Monat aber in einem Buch mit dem Titel «Unfassbar» geben. Das Manuskript mit 370 Seiten hielt er bereits gestern in die Höhe. Das Buch wird seine Geschichte erzählen. Gemäss eigener Aussagen eine Geschichte über 60 zivilrechtliche Prozesse und 13 Versuche «des Staates, mich in der Psychatrie zu versorgen». Er selbst will in seinem Buch nur den Part des Chronisten übernehmen und die Beweise präsentieren. «Ich werde meine Verfolger – diese Oligarchen – sprechen lassen», so Büchel. 

«Ein faschistischer Unrechtsstaat»
Die Oligarchen, die Realitätsverweigerung der Politiker und die «monströsen» Ereignisse sind das Hauptthema des Monologs. Dazu zitiert er aus verschiedenen Büchern, welche er vor sich ausgebreitet hat. Die Sprünge zwischen den verschiedenen Ereignissen sind schnell, zu schnell, um überall zu folgen. Dafür ist sein Urteil umso deutlicher: «Liechtenstein ist ein faschistischer Unrechtsstaat.» Zudem begehen aus seiner Sicht alle staatlichen Kulturinstitutionen und vor allem das Theater am Kirchplatz Betrug, indem sie ihre Berichte fälschen. Dies habe den Steuerzahler bereits mindestens 100 Millionen Franken gekostet.
Insbesondere wenn er das TAK erwähnt, ist sein innerer Schmerz spürbar. Als Gründer des Theaters hat er seinen damaligen Rauswurf noch nicht verkraftet, auch wenn dieser Teil der Geschichte juristisch schon längst aufgearbeitet wurde und er recht bekam. Dass ihm auch in anderen Punkten Unrecht geschehen ist, ist mittlerweile unbestritten – selbst unter seinen Widersachern. 

«Warum tut er sich das an?»
Nach einer knappen Stunde wird im Publikum getuschtelt. «Warum tut er sich das an?», fragen sich zwei Gäste im Publikum. Diese Frage bleibt offen. Für ihn selbst geht es um die «Wahrheit» und wie mit seiner Wahrheit in Liechtenstein umgegangen wird. An die liechtensteinischen Medien glaubt er in diesem Zusammenhang schon lange nicht mehr. Er erhofft sich, dass sich die ausländischen Medien auf seine Geschichte stürzen. Glaubt man seinen Ausführungen, warten  zahlreiche Journalisten – darunter auch vom «Spiegel» – auf sein Buch. Das Manuskript dazu werden sie bis Ende Woche erhalten. «Es ist ein Nichts, was ich bisher gesagt habe. Es ist nur ein ganz kleiner Teil dieses monströsen Verbrechens», schliesst Alois Büchel  seine Ausführungen. Spontaner Applaus aus dem Publikum – an einer Pressekonferenz. (sap)
 

13. Mär 2018 / 07:00
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