• Staatsfeiertag, Feuerwerk, Vaduz
    «Faszinierend» soll das diesjährige Feuerwerk am Staatsfeiertag in knapp einem Monat werden, verspricht Chefpyrotechniker Armin Lukasser.  (Tatjana Schnalzger)

Eine Hommage an Liechtenstein

Seit 2013 zaubert Chefpyrotechniker Armin Lukasser ein buntes Spektakel aus Farben und Formen an Liechtensteins Himmel. Auch dieses Jahr zum grossen Geburtstag.
Vaduz. 

In etwas weniger als einem Monat feiert Liechtenstein seinen Staats­fei­er­tag. Dieses Jahr unter einem ganz besonderen Stern: dem 300-Jahr-Jubi­läum. Und so wie Sterne einen Hauch von Romantik und Magie ans Firmament zaubern, beschert Armin Lukasser ein Spektakel über dem Land, das einen grossen, runden Geburtstag feiern darf. «Faszinierend» soll es werden, verspricht der Feuerwerks-Weltmeister. Das thematische Hauptaugenmerk soll aber auf dem Gefühl liegen, welches innerhalb des Festgeländes entstehen wird. «Die Liechtensteiner selbst sowie die Gäste aus nah und fern werden das wahre Festival-Highlight sein», so Lukasser. «So, wie es sich auf jeder guten Geburtstagsfeier gehört, sind die Gäste der wahre Schatz.» Er freue sich, dem Spektakel die leuchtende und bunte Krone aufzusetzen. 

«Menschlich ist das grosses Kino»
Armin Lukasser und sein Team haben in diesem Jahr besonders an der Verfeinerung der handgearbeiteten grossen Bomben gearbeitet, wie der Feuerwerksmeister sagt. «Wir werden es natürlich in Rot und Blau zum Anfang ordentlich krachen lassen, werden dann in viele bunte Farbenspiele wechseln.» Mit Blinksternen, die schier ewig vom Himmel regnen, über weisse Weiden, goldene Baldachine, einer Wiese voller Sonnenblumen, bis hin zu gigantischen Bomben in verschiedenen Kalibern, die in bunten Farbkombinationen leuchten werden, wolle er auch dieses Jahr wieder Ah- und Oh-Rufe dem Publikum entlocken. Wie jedes Jahr wird es natürlich auch den traditionellen Wasserfall wieder geben mit dem Schriftzug «Für Gott, Fürst und Vaterland». 
Aufgebaut werden die Feuerwerkskörper und Rohre ein paar Tage vor dem grossen Tag. Armin Lukasser wird auch den Aufbau selbst begleiten und überwachen. «Es ist schliesslich ein nicht unwesentlicher Bestandteil einer Choreografie, dass Winkel und Symmetrien eingehalten werden», sagt der Feuerwerks-Weltmeister. Damit wird klar: Bunte Himmelsbilder haben nicht nur mit Farben und Fantasie zu tun, sondern auch sehr viel mit Mathematik, Geometrie und Physik. Apropos Fantasie: Armin Lukasser lässt sich für seine Choreografie in Liechtenstein von «zwei Dingen» inspirieren, wie er sagt. «Egal wo man in Liechtenstein hinkommt, man wird überall mit offenen Armen empfangen.» Die Menschen hierzulande seien der grösste Ursprung seiner Inspira­tion. «Egal, mit wem man spricht, die Ideen fangen an zu sprudeln.» Seine zweite Inspirationsquelle sei die «postkartenähnliche, wundervolle Gegend», so Lukasser. «Manchmal hat man das Gefühl, jeder Liechtensteiner schiesst das Feuerwerk selbst, wenn man sich mit ihm unterhält.» Weil er auf der ganzen Welt arbeiten dürfe, erlebe er die unterschiedlichsten Mentalitäten. «Umso mehr freue ich mich darüber, dieses Gefühl, diese Hilfsbereitschaft und diese Verbundenheit, die Liechtenstein prägt, erleben zu dürfen. Menschlich ist das für mich und mein Team grosses Kino», sagt der Österreicher, der in der Schweiz wohnt. 

Von Euphorie früh gepackt
Wenn Armin Lukasser über Liechtenstein spricht, weiss er, wovon er redet, schliesslich gestaltet er das Feuerwerk am Staatsfeiertag seit 2013. Jedes Jahr seien es sehr aufregende Tage. «Und ich kann sagen, während des Aufbaus schlägt in jedem von uns ein blau-rotes Herz.» Im Wesentlichen schlägt Armin Lukassers Herz fürs Feuerwerk – und zwar tagaus, tagein. Obwohl er sich als Kind vor lauten Böllern gefürchtet habe, hätten ihn schon als kleiner Bube diese wundervollen Figuren am Himmel fasziniert. «Diese Feuerblumen in der Nacht haben mich in ihren Bann gezogen.» Entsprechend früh habe ihn diese Euphorie gepackt. «Dass ich dann aber das Wissen aus Geometrie, Formen und Farben – meine Wurzeln sind in der Architektur – mit meiner wahren Passion, dem Feuerwerk, verbinden kann, ist einfach perfekt.» 

Von der Idee zur Herstellung
Armin Lukassers Beruf ist sehr zeitintensiv. Oft vergehe ein Monat von der ersten Idee bis zu einer verwertbaren Choreografie, wie er sagt. Nach dem Fertigstellen der Choreografie gehen die Effekte, die sich der Feuerwerks-Meister vorstellt, in Produktion. Das Herstellen von grossen Bomben verschlinge fast einen weiteren Monat. «Die verschiedenen Stoffe müssen erst gemischt, dann müssen diese zu kleinen runden Sternen dragiert werden», erklärt der Fachmann. Im Idealfall müssen diese schliesslich an der Sonnen trocknen, um die beste Qualität zu erhalten. «Nach dem Trocknen werden diese kleinen Sterne in Halbschalen gefüllt und zu einer grossen Kugel vereint.» Diese erhalte dann das Schwarzpulver als Untersatz, welches sie in die Höhe katapultiert. «Sind all diese Effekte fertig produziert, dauert es rund eine Woche, um sie mitei­nander zu verbinden und für den Aufbau fertig zu machen.» Alles in allem könne man gut mit zwei Monaten rechnen. 

«Vielmehr Gänsehaut und alles andere als Routine»
Armin Lukasser beschäftigt sich schon seit 25 Jahren mit Feuerwerken. «Von Routine keine Spur», sagt er. Er könne sich noch gut an sein erstes Feuerwerk erinnern – «ich war unglaublich nervös und dachte, dass dies nur das erste Mal so sei.» Dem war aber angeblich nicht so. «Ich bin noch immer jedes Mal sehr nervös, weil ich mir stets der grossen Verantwortung bewusst bin.» Mittlerweile darf Armin Lukasser für die «spektakulärsten Auf­traggeber rund um den Erdball arbeiten», wie er sagt. «Der Druck, immer perfekter werden zu wollen, lässt schon gar keine Routine zu.» Abgesehen davon gebe es auch noch die emotionale Seite. «Wenn beispielsweise die Braut mit ihrem Bräutigam ins Freie tritt und ich das Spiegeln der Himmelsmalereien in ihren Augen sehe, während eine Träne über ihre Wange läuft, ist das vielmehr Gänsehaut und alles andere als Routine.» (bfs)

18. Jul 2019 / 21:21
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