• Cilli Rick und Irmgard Benz-Kaiser treffen sich seit über 35 Jahren regelmässig im Freibad.

60 Jahre Freibad Vaduz: Ein Ort für langjährige Freundschaften

Vor 60 Jahren öffnete das Schwimmbad Mühleholz seine Tore. Bis heute ist es ein beliebter Treffpunkt – auch für ältere Generationen.

Kinder kreischen, bespritzen sich mit Wasser und hüpfen von den Springtürmen ins kühle Nass. Es ist ein heisser Tag, im Schwimmbad Mühleholz herrscht Hochbetrieb. An einem Tisch im Schatten sitzen Irmgard Benz-Kaiser und Cilli Rick mit ein paar ihrer Freundinnen. Ihre Haare sind noch etwas nass, sie hatten sich gerade erst eine Abkühlung gegönnt. «Früher sind wir jeweils an die 20 Längen geschwommen. Heute nehmen wir es etwas gemütlicher», sagt Cilli Rick mit einem Zwinkern. Die Freundinnen, alle über 60 Jahre alt, besuchen das Schwimmbad schon seit Jahrzehnten regelmässig. Schwimmen mache gute Laune, erklärt Irmgard Benz-Kaiser. Ihre Freundin Cilli wirft ein, dass es zudem auch sehr gesund sei. Nicht zuletzt ist das Freibad für die Seniorinnen auch ein Treffpunkt, an dem sie sich mit Gleichaltrigen, aber auch der jüngeren Generation austauschen können.
Das Schwimmbad Mühleholz feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. 1957 hatten die Gemeinden Schaan und Vaduz über das Projekt «Bau eines Freibades» befunden und grünes Licht gegeben. Zwei Jahre später wurde es eröffnet. An diesem Tag seien die beiden Freundinnen nicht anwesend gewesen. Aber schon kurz danach hätten sie das Freibad für sich entdeckt. «Im Schulkind­alter habe ich das Schwimmen im ‹Waldhotel› gelernt. Aber als dann das Freibad kam, stand es von Anfang an hoch im Kurs», so Irmgard Benz-Kaiser. Da­mals war jedoch noch vieles anders. Sie erinnert sich gerne zurück, schwärmt jedoch auch vom heutigen Erscheinungsbild des Schwimmbads. 

Der Treffpunkt für Jung und Alt
«Damals gab es noch keine Rutschen und nur ein Schwimmbecken», sagt Irmgard Benz-Kaiser. Das Freibad wurde in den Jahren 2002 und 2003 renoviert. Seither ist die Rutschbahn gerade bei den Kindern einer der Höhepunkte. Mit dem Schwimmerbecken, den Springtürmen, dem Spielplatz und dem Kinderbecken hält es für jeden Gast etwas bereit. Gerade das schätzen die langjährigen Freundinnen sehr, erklärt Cilli Rick: «Jung und Alt treffen sich hier. Man kann sich mit allen unterhalten. Das geniessen wir.» 
Die Seniorinnen kennen sich zwar nicht aus dem Schwimmbad, haben dort in all den Jahren aber schon einige Freundschaften geschlossen. Es gebe viele Badegäste, die seit etlichen Jahren jeden Sommer kommen. «Gerade auch für solche Leute, die keinen Partner mehr haben, ist das der ideale Treffpunkt. Wir sitzen am Stammtisch, quatschen und gönnen uns eine Abkühlung», fügt Irmgard Benz-Kaiser an. Mit den vielen schattenspendenden Bäumen, der Wiese und der guten Lage sei dies der ideale Ort – auch wenn es manchmal etwas voll wird. «Nach meinem Empfinden besuchten früher nicht ganz so viele Leute das Freibad. Aber auch heute stört es mich nicht, wenn das Schwimmbad voll ist», ergänzt Cilli Rick. Sie würden oft einfach schon am Morgen kommen. Dann sei man fast allein und könne in Ruhe seine Bahnen schwimmen.  

Stets besorgt um das Wohl der Badegäste
Einer, der das Schwimmbad Mühleholz auch schon seit Jahrzehnten kennt, ist «Badi Ludi» (Ludwig Ott). Er war während 31 Jahren «Chef» im Freibad und hat während dieser Zeit den Wandel ebenfalls mit­er­lebt. Bis heute ist er stolz auf «sein» Freibad. Wie er erklärt, sei es immer schon eines der führenden Schwimmbäder in der Region gewesen. Als Bademeister hatte Ludwig Ott eine verantwortungsvolle Aufgabe, die er pflichtbewusst und mit Disziplin ausübte. So kann sich Irmgard Benz-Kaiser noch gut daran erinnern, dass er mit Kindern das ein oder andere Mal streng war. «Eine Zeit lang durften die Besucher nicht mit den Schuhen den Rasen betreten, sondern mussten sie schon beim Eingang ausziehen», so Cilli Rick. Wie Badi Ludi aber erklärt, hatte dies einen einfachen Grund: «Wenn die Leute mit ihren Hunden spazieren gingen, blieb der Hundekot manchmal vor dem Eingang liegen.» Es liess sich damals nicht vermeiden, dass der eine oder andere Besucher in den Haufen reintrat und die Bakterien mit ins Freibad brachte. «Das ging nicht», fügt Badi Ludi an. Hygiene war ihm immer sehr wichtig, und auch wenn er das eine oder andere Mal ein scharfes Wort fallen liess, ging es dem leidenschaftlichen Bademeister stets um die Sicherheit seiner Gäste. Vor allem die Kinder lagen und liegen ihm am Herzen. «Eines der schönsten Erlebnisse war, als ein Kind seine Mutter nicht mehr finden konnte. Ich habe mich neben es auf den Boden gesetzt und ihm erklärt, dass wir seine Mutter gemeinsam finden.» 
Auch heute noch verbringt er viel Zeit im Schwimmbad. Auch wenn er, ebenfalls unter den Bäumen, an einem der Tische sitzt, kann er es nicht lassen, mit einem Auge die Gäste zu beobachten und nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten. «Einmal Bademeister, immer Bademeister. Das kann man nicht einfach abstellen», sagt der fast 80-Jährige. Vor 34 Jahren hat er das Amt an seinen Sohn René Ott übergeben. Mit dessen Arbeit ist der Senior sehr zufrieden. Besser könnte die heutige Mannschaft nicht sein, schwärmt er. Und auch die beiden Freundinnen wissen das Schwimmbad-Team, das man selbstverständlich schon lange kennt, sehr zu schätzen. (jka)

 

24. Jul 2019 / 07:00
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