• Landesspital Vaduz
    Erteilt der Bund die Bewilligung, können St. Gallerinnen und St. Galler dauerhaft die Angebote des Landesspitals nutzen.  (Daniel Ospelt)

«Die Spiesse sollen auf beiden Seiten gleich lang sein»

Um Gleichberechtigung herzustellen, wurde 2008 ein Pilotprojekt lanciert, das Personen aus St. Gallen den Zugang zum Landesspital ermöglicht. Befristet war es bis Ende 2019. Nun wurde der Grundstein für eine dauerhafte Zusammenarbeit gelegt.
Vaduz. 

St. Gallerinnen und St. Galler sollen sich zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Landesspital in Vaduz behandeln lassen können – und das ohne bürokratische Hürden. Das war und ist das Ziel eines Pilotprojekts, welches 2008 ins Leben gerufen wurde. «Die Spiesse sollen gleich lang sein», meint die St. Galler Regierungsrätin und Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, Heidi Hanselmann. Sie war es auch, die vor zehn Jahren den Kontakt zum damaligen Regierungsratsmitglied Martin Meyer suchte. Hanselmann und Meyer haben das Pilotprojekt lanciert. Befristet war es bis Ende 2019. 

Doch nun haben sich die Gegebenheiten geändert: Wegen einer Anpassung des schwei­zerischen Krankenversicherungsgesetzes wird neu eine dauerhafte grenzüberschreitende Zusammenarbeit möglich sein – wenn denn die Versicherer sowie das Bundesamt für Gesundheit damit einverstanden sind. «Die Signale», erklärt Hanselmann, «stehen bei allen auf Grün. Auch die Regierung Liechtensteins hat sie gutgeheissen.» Ebenfalls positiv aufgenommen wurde, dass Patienten aus dem Kanton St. Gallen künftig nicht mehr nur eine stationäre Behandlung in Anspruch nehmen können, sondern auch eine ambulante.

Zusammenarbeit soll Chance für Landesspital sein

«Es ist ein gutes Zeichen für die regionale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen», ist sich Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini sicher. Auch das Landesspital kann von der Zusammenarbeit profitieren. So bietet die dauerhafte Implementierung des Pilotprojekts laut Pedrazzini die Chance, in Zukunft mehr Patienten aus der Schweiz behandeln zu können – vorausgesetzt, die Attraktivität der Dienstleistungen wird gesteigert. Denn bislang wurde das Angebot von den St. Gallerinnen und St. Gallern kaum wahrgenommen. 

Wurden 2008 immerhin noch 55 und 2009 sogar 80 Schweizer Patienten im Landesspital behandelt, reduzierte sich die Anzahl im Laufe der Jahre immer mehr. 2016 griffen 35 Patienten auf das Angebot zurück, 2017 noch 20, und vergangenes Jahr waren es nur noch 18. «Dass das Angebot bisher eher spärlich genutzt ­wurde, liegt unter anderem an der geringen Bekanntheit dieser Möglichkeit», meint der Gesellschaftsminister. 

Aus Sicht von Andrea Bachmann, Leiterin Kommunikation und Marketing der Spitalregion Rheintal, Werdenberg, Sarganserland, ist die Abnahme zudem mit dem geringen Angebot des Landesspitals zu erklären: «Die Geburtshilfestation wurde geschlossen, und die Kooperation mit der Medicnova beziehungsweise nach Schliessung der Medicnova die Belegarztverträge mit den ehemaligen Medicnova-Ärzten tragen auch ihren Teil dazu bei.» Hanselmann betont aber, dass die Anzahl Behandlungen von St. Gallerinnen und St. Gallern auf Staatsebene keine Rolle spiele: «Wichtig aus Sicht von Liechtenstein und des Kantons St. Gallen ist lediglich, dass die Zugangsgerechtigkeit beiderseits vorhanden ist.» Ob das Angebot genutzt werde, liege in der freien Entscheidung der Patienten, betont die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements des Kantons St. Gallen. 

Mehr Liechtensteiner Patienten in Behandlung

Hat die Anzahl stationärer Patienten aus St. Gallen im Landesspital abgenommen, sieht es in den Spitälern Grabs und Walenstadt im umgekehrten Fall anders aus: Seit 2015 haben sich immer mehr Liechtensteiner auf der anderen Rheinseite behandeln lassen. Waren es vor vier Jahren noch 2070 Patienteneintritte, konnten die Spitäler 2016 bereits 2266 Liechtensteiner registrieren. 2017 waren es 2374 und vergangenes Jahr 2591 Patienten aus dem Fürstentum, die sich in Grabs oder ­Walenstadt stationär behandeln liessen. 

Im Bereich der ambulanten Besuche ist ein ähnlicher Anstieg zu verzeichnen: 2015 suchten 7921 Liechtensteiner einer der beiden Spitäler auf. 2018 wurden bereits über 10 650 ambulante Besuche registriert. (jka)
 

10. Jan 2019 / 22:29
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