• book in man's hands in gesture of giving.
    Bei der Lehrplanrevision geht es einzig um die Frage der Anzahl Lektionen für den Religionsunterricht. Bild: iStock  (BongkarnThanyakij)

«Der Religionsunterricht soll keinesfalls abgeschafft werden»

Nachdem sich die Religionslehrer bezüglich des neuen Liechtensteiner Lehrplans (LiLe) zu Wort gemeldet haben, wurden offenbar Befürchtungen geäussert, wonach der Religionsunterricht abgeschafft werden soll. Das Schulamt verneint dies klar und erklärt.
Vaduz. 

Es ist bereits seit Längerem bekannt, dass die Vorgängerregierung im Dezember 2016 entschieden hat, den Lehrplan auf Basis des Lehrplans 21 der Deutschschweiz unter Berücksichtigung der landesspezifischen Anpassungen innerhalb der geltenden gesetzlichen Bestimmungen neu zu erarbeiten. Dieser beinhaltet auch einen konfessionsneutralen Unterricht über die Religionen. Das hat im Rahmen des Hearings zu Unsicherheiten bei den Religionslehrern des Landes geführt: Denn es stellt sich nun auch die Frage, was der neue Lehrplan für den konfessionellen Religionsunterricht bedeutet. Weil neben der Beibehaltung der Anzahl Lektionen des katholischen Unterrichts auch ­eine Reduktion der Wochenlektionen diskutiert wird, fürchten die Religionslehrer um ihre Stellen. Offenbar wurden sogar Befürchtungen laut, dass der Religionsunterricht komplett gestrichen wird. Rachel Guerra vom Schulamt, Leiterin Kindergarten und Pflichtschule und Projektverantwortliche für den «LiLe», sind diese Befürchtungen zu ­Ohren gekommen und stellt klar: Religion soll nicht aus dem Lehrplan gestrichen werden.


Gesamtlektionen-Anzahl über alle Fächer soll bleiben

Im Gesamtentwurf des überarbeiteten Liechtensteiner Lehrplans «LiLe» seien zwei Varianten betreffend den katholischen Religionsunterricht vorgeschlagen worden, erklärt Rachel Guerra. Die Variante A stehe für die Beibehaltung der Anzahl Lektionen des katholischen Religionsunterrichts und die Variante B ­sehe eine Reduktion der Wochenlektionen des katholischen Religionsunterrichts vor. Aber: «Keinesfalls soll der katholische Religionsunterricht abgeschafft noch Religion insgesamt aus dem Lehrplan gestrichen werden.» Bei der Diskussion sei allerdings zu bedenken, dass bei der Überarbeitung des Lehrplans die Gesamtlektionen-Anzahl über alle Fächer hinweg gleich bleiben solle wie heute.

Abstimmung

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

«Noch ist nichts entschieden»

Dass bei Lehrplandiskussionen immer um den Erhalt des «Status quo» gerungen wird, ist für Rachel Guerra völlig verständlich. ­Doch gelte es, eine Gesamtabwägung vorzunehmen. «Die laufend noch eingehenden Rückmeldungen zum Lehrplangesamtentwurf werden von der zuständigen Arbeitsgruppe bis Mitte September gesichtet und ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird eine Gesamtabwägung vorgenommen. Gegenwärtig ist noch nichts entschieden.» Zwar könne der Beschäftigungsumfang einzelner Lehrpersonen nicht grundsätzlich im Vordergrund stehen, wenn es um den Inhalt eines neuen Lehrplans gehe, stellt Guerra bezüglich der Ängste der Religionslehrpersonen klar. Je nach Ausgestaltung in der Lektionentafel könne es Veränderungen für einzelne Fachbereiche geben, dies auch bei den Religionslehrpersonen. 

Kritik des Vereins: «Hier geht es um Inhaltliches»

Am vergangenen Freitag hat sich nun auch der Verein für eine offene Kirche an die Medien gewandt. Abgesehen davon, dass er den Religionslehrern «Rückendeckung» gibt und deren Argumente unterstützt, kritisiert der Verein aber auch den Religionsunterricht auf der zweiten und fünften Stufe, da dieser mit 
der Sakramentenkatechese verknüpft wird. Der Verein fordert deshalb eine öffentliche Diskussion.

Für Rachel Guerra geht es bei dieser Kritik allerdings um eine inhaltliche Frage. Und für den Inhalt des katholischen Religionsunterrichts sei allein die Kirche zuständig. Dies gelte allerdings nicht für die Lektionentafel. Wie viele Lektionen für den konfessionellen Religionsunterricht zur Verfügung gestellt würden, bestimme am Ende der Staat. Die kirchlichen Organe haben jedoch das Recht zur Stellungnahme.Im Zuge der derzeitigen Lehrplanrevision stelle sich also nur die Frage, wie viele Lektionen für den konfessionellen Religionsunterricht  zur Verfügung gestellt werden sollen.

«Zuständigkeitsbereich der Kirche»

Der Verein für eine offene Kirche deutete in seiner schriftlichen Stellungnahme auch auf «besorgniserregende inhaltliche und didaktische Fehlleistungen» einzelner Kapläne und Pfarrer des Erzbistums hin.  Diese «Ansicht» des Vereins möchte Rachel Guerra allerdings nicht kommentieren, da der Inhalt des katholischen Religionsunterrichts in den Zuständigkeitsbereich der Kirche falle. «Die Verantwortlichkeiten sind im gegebenen Rechtsrahmen so geregelt und können dementsprechend nicht Gegenstand der laufenden Lehrplan­revision sein. «Das zuständige Anstellungsorgan der Religionslehrperson, sprich die Gemeinde oder das Erzbistum, kann dem Schulamt den Auftrag erteilen, den Unterricht pädagogisch und methodisch-didaktisch zu beurteilen. Das Schulamt verfasst dann einen Bericht. Bislang ist dies nur in wenigen Einzelfällen geschehen.» (dv)

 
03. Sep 2018 / 23:36
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
17. November 2018 / 16:19
17. November 2018 / 16:34
17. November 2018 / 16:38
17. November 2018 / 16:36
Meistkommentiert
09. November 2018 / 10:11
14. November 2018 / 05:00
08. November 2018 / 13:22
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Fussball 1. Runde UEFA-Qualifikation Rueckspiel FC Vaduz - FC Bala-Town
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für das Spiel gegen FC Rapperswil - Jona
02.10.2018
Facebook
Top