• Medikamentenmissbrauch ist bei Jugendlichen in Liechtenstein verbreitet.

So gefährlich sind Xanax, MDMA & Co.

Beim Drogenkonsum werden die Nebenwirkungen und Risiken oft ausgeblendet. Dabei hat der Konsum fatale und langfristige Folgen.

Xanax, Ritalin, MDMA oder Codein: Der Missbrauch von Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten unter Liechtensteiner Jugendlichen rüttelt auf. Der langfristige Konsum hat oft schwerwiegende Konsequenzen – ein Überblick:


Ectasy/MDMA: Die Partydroge schlechthin

Ecstasy ist die Szenebezeichnung für MDMA-haltige Tabletten. MDMA an sich ist ein Amphetaminderivat mit empathogener (Gefühl der Nähe und Verbundenheit zu Menschen), entaktogener («das Innere berührend») und stimulierender Wirkung. 

Nebenwirkungen und Risiken:
Nebenwirkungen sind Kieferkrämpfe, Muskelzittern, Harnverhalt, Kopfschmerzen, Übelkeit und Brechreiz, erhöhter Puls und Blutdruck. Herz, Leber und Nieren werden besonders stark belastet. Es besteht auch die Gefahr einer lebensbedrohlichen Überhitzung, da die Körpertemperatur ansteigt und der Körper dehydriert. Bei einer Überdosierung können Halluzinationen auftreten. Beim Abklingen der Wirkung oder an den Tagen danach können depressive Verstimmungen auftreten.

Langzeitrisiken: 
Nach einem Konsumerlebnis benötigt der Körper mindestens vier Wochen, um den Serotoninhaushalt wieder zu regenerieren. Gewährt man sich diese Pause längerfristig nicht und konsumiert wiederholt nach kurzen Pausen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine bleiben­de Einschränkung des räum­lichen Vorstellungsvermögens. Dieses Risiko besteht auch nach wiederholten hohen Dosierungen. Der intensive und lange Konsum kann zudem zu einer Veränderung des Sero­toninsystems führen. Ausserdem kann sich eine Form von Abhängigkeit mit psychischen Symptomen entwickeln, besonders dann, wenn der Ecstasykonsum an eine bestimmte Tätigkeit verknüpft wird, zum Beispiel, wenn immer an Partys konsumiert wird und das Feiern ohne Ecstasy danach nicht mehr möglich ist. 


Codein: Ein schmerzlindernder und hustenreizstillender Wirkstoff 

Das Opiat «Codein» wird in der Medizin zur Behandlung von trockenem Husten, also Reizhusten, eingesetzt. Allerdings kann der Wirkstoff in einer hohen Dosierung auch als euphorisierendes und dämpfendes Rauschmittel missbraucht werden.

Nebenwirkungen und Risiken:
Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Ap­petitlosigkeit, Juckreiz, Ver­stopfung, Schwierigkeiten beim Urinieren, Müdigkeit und Schläfrigkeit, Senkung der Atem­frequenz bis hin zu einer lebensgefährlichen Atemdepression.

Langzeitrisiken: 
Es besteht die Gefahr einer psychischen und physischen Abhängigkeit. Bei chronischem Konsum kann sich eine Toleranzentwicklung ergeben, sodass die Dosis für die gewünschte Wirkung zunehmend erhöht werden muss. Ausserdem kann es zu allergischen Reaktionen, Schlafstörungen und Schwindelgefühlen kommen. Bei Männern bergen ein dauerhafter Konsum eine verringerte sexuelle Lust, während sich bei Frauen eine unregelmässige oder ausbleibende Menstruation sowie ebenfalls eine verminderte sexuelle Lust einstellen können. 

Entwöhnung
Ein Entzug kann wegen des ­hohen Abhängigkeitspotenzials gleich schmerzhaft und lange sein wie ein Heroinentzug. Beim Absetzen von Codein nach einer Phase des dauerhaften Konsums können sich unterschiedliche Entzugssymptome zeigen: Ruhelosigkeit, Magen- und/oder Beinkrämpfe, Kälteschauer, Zittern, heftiges Schwitzen und Muskelspasmen können die Folge sein.


Benzodiazepine: Besser bekannt als Xanax

Benzodiazepine sind verschreibungspflichtige Medikamente, die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden. In den USA zählt «Xanax» zu den meistverschriebenen Pharmazeutika gegen Angstzustände und Depressionen. Die psychische und physische Abhängigkeit ist allerdings sehr hoch. 

Nebenwirkungen und Risiken: 
Müdigkeit, Mattheit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen sowie Niedergeschlagenheit und Gedächtnis­lücken gehören zu den Neben-
wirkungen. Zudem zeigen sich Störungen in den Bewegungsabläufen, Schwindel und Muskelschwäche, was die Sturz­gefahr erhöht. Des Weiteren sind eine langsame oder verwaschene Sprache, Sehstörungen, Übelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit, gesteigerter Appetit, verlangsamte Atmung und Blutdruckabfall möglich.

Wechselwirkung:
Die gleichzeitige Einnahme mit anderen, ebenfalls sedierend wirkenden Substanzen wie Alkohol, Barbituraten (eine Gruppe von Medikamenten) oder Opiaten und bestimmten Antidepressiva oder Antihistaminika kann die dämpfende Wirkung der Benzodiazepine in fataler Weise erhöhen und zum Atem- und Herzstillstand führen.


Methylphenidat: Besser bekannt als Ritalin 

Ritalin ist der Markenname eines verschreibungspflichtigen Medikaments mit dem Hauptinhaltsstoff Methylphenidat. Das medizinische Anwendungsgebiet umfasst unter anderem die Behandlung von ADHS. Beim missbräuchlichen Konsum wird Ritalin allerdings wegen seiner anregenden Wirkung vor allem von Studenten und feierwütigen Jugendlichen konsumiert.

Nebenwirkungen und Risiken:
Bei Gebrauch nach ärztlicher Verordnung in der verordneten Dosierung treten als Nebenwirkungen oft Schlafstörungen und verstärkte Reizbarkeit auf. Häufig kommt es auch zu Appetit­losigkeit, Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.

Bei hochdosiertem Missbrauch löst Ritalin Angst- und psycho­tische Zustände, Wahnvorstellungen, Aggressivität und Verwirrtheit aus. Ebenfalls muss mit Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und Kopfschmerzen gerechnet werden.  Die hochdosierte Einnahme kann zur Veränderung der Kommunikation und des Sozialverhaltens führen. In der aktuellen Forschung werden teilweise auch Halluzinationen und plötzliche Todesfälle als Risiken genannt. Ausserdem besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.


Cannabis: Gehört zur Gruppe der «Downer»

Einer der wichtigsten von insgesamt 400 Wirkstoffen der Cannabisprodukte ist THC, das für die Mehrzahl der verspürten Effekte verantwortlich ist.

Nebenwirkungen und Risiken: 
Anstieg von Herzschlag- und Pulsfrequenz, Schwindelgefühle, gerötete Augen, Übelkeit und Erbrechen, Beeinträchtigung der Konzentrations- und Merkfä­higkeit während des Rausches sowie unangenehme Gefühls­intensivierungen oder Intro­vertiertheit. Bei hohen Dosen und Sorten mit wenig CBD ­können Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufkollaps, im schlimmsten Fall Paranoia und depressive Verstimmungen auftreten. 

Langzeitrisiken:
Die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit besteht. Auch Symptome einer leichten körperlichen Abhängigkeit können sich äussern: Bei plötzlicher Abstinenz sind Schweissausbrüche, Hitze- oder Kälteschauer und Einschlafschwierigkeiten möglich. Bei chronischem Konsum besteht die Gefahr von Realitätsverlust. Latente Psychosen können ausgelöst werden. Zudem ist die längerfristige Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und der Motivationsfähigkeit möglich.

Quelle: saferparty.ch, eine Webseite der Stadt Zürich

(jk)

05. Feb 2020 / 10:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
02. Februar 2020 / 09:25
26. Februar 2020 / 17:52
Aktuell
28. Februar 2020 / 19:59
28. Februar 2020 / 19:40
28. Februar 2020 / 18:54
28. Februar 2020 / 18:46
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen ein Gutschein im Wert von von 20 Franken von hierbeimir
17.01.2020
Facebook
Top