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    Personen, die im Ausland gesperrt sind, können aufgrund der Gesetzeslage hierzulande dennoch spielen.  (Tatjana Schnalzger)

«Casino-Sperrlisten gelten national»

In Liechtenstein soll es bald vier Casinos geben. Personen, die im Ausland gesperrt sind, können aufgrund der Gesetzeslage hierzulande dennoch spielen.

Die gestrige Nachricht, dass es auch in Balzers bis im Spätsommer 2019 ein Casino geben soll, löste in den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung aus. Viele Nutzer sehen den Casino-Boom kritisch.

Liechtenstein hätte – wenn die Gesuche, die Ende März von der Casino Austria (Liechtenstein) AG beim Amt für Volkswirtschaft sowie beim Amt für Bau und Infrastruktur eingereicht und bewilligt werden sowie mit dem geplanten Casino in Schaan – vier Spielbanken zu bieten. Auf 10 000 Einwohner ergibt sich somit etwa 1 Casino. Das ist im Vergleich mit der Schweiz eine hohe Anzahl. Diese hat mit ihren rund 8,4 Millionen Einwohnern 21 Spielbanken, die im Schweizer Casino Verband aufgeführt werden. Auch verglichen mit Spiel-Eldorados wie Las Vegas, Reno oder auch Macau hat Liechtenstein mit vier Casinos, verglichen mit der Pro-Kopf-Anzahl, am meisten Spielbanken. 

Geldspielgesetz ermöglicht kontrollierte Marktöffnung

Weshalb es in Liechtenstein zu einem Casino-Boom gekommen ist, erklärt sich unter anderem mit dem neuen Geldspielgesetz aus dem Jahr 2016. Damals wurde festgelegt, dass es mehr als ein Casino in Liechtenstein geben darf. Der Markt wurde geöffnet, aber nicht ohne Kontrolle. Um ein Casino in Liechtenstein zu betreiben, benötigen die Verantwortlichen die Bewilligung vom Amt für Volkswirtschaft. Eine Unterteilung in verschiedene Konzessionen, wie es in der Schweiz der Fall ist, gibt es hierzulande nicht. Das Amt für Volkswirtschaft unterscheidet bei den Casinobetreibern allerdings Gross- beziehungsweise Kleinveranstalter. Grossveranstalter generieren Einsätze von mehr als 100 000 Franken pro Jahr. So gilt für einen Grossveranstalter ein duales Bewilligungssystem: Zum einen wird eine Veranstalterbewilligung der Regierung benötigt, zum anderen für jedes einzelne Spiel eine Spielbewilligung des Amtes für Volkswirtschaft. Bei Kleinveranstaltern erteilt das Amt für Volkswirtschaft eine kombinierte Veranstalter- und Spielbewilligung. Ist dieses Verfahren abgeschlossen, können die Betreiber starten. 

Keine länderübergreifenden Sperrdaten

Weiters stellt sich die Frage, ob Personen, die bereits im Ausland gesperrt wurden, in den Liechtensteiner Casinos ebenfalls nicht mehr spielen dürfen. Thomas Gstöhl vom Amt für Volkswirtschaft erklärt: «Es gibt in Europa keine länderübergreifenden Sperrdatenbanken, weshalb dies grundsätzlich möglich ist. Die Spielbanken in Liechtenstein bieten die Möglichkeit, sich auf dem Korrespondenzweg sperren zu lassen. Dies ermöglicht es Personen, die spielsuchtgefährdet oder spielsüchtig sind, sich auf eine einfache und unbürokratische Art sperren zu lassen.» 

Bei den beiden Casinobetreibern Liechtensteins wird diesbezüglich darauf verwiesen, dass allfällige Sperrlisten national zu behandeln seien. «Die Gesetzesgrundlage erlaubt es Spielbanken in Liechtenstein nicht, auf ausländische Datenbanken zuzugreifen», sagt die Leiterin des Marketings der Casino Admiral AG 
Nadine Lipp. Auch der Marketing Manager der Casino Austria (Liechtenstein) AG, Michael Moosleithner, erklärt: «Aufgrund unterschiedlicher Gesetzeslagen ist es nicht möglich, Sperrlisten über die Landesgrenzen hinweg abzugleichen.» Wird eine Person in Liechtenstein gesperrt, gilt das nur für Liechtenstein, so Moosleithner. Dies dann aber für alle Casinobetriebe. (qus)

16. Mär 2019 / 08:00
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