• Fasnachtsumzug, Städtle in Vaduz
    Klar ersichtliches Motto, liebevolle Umsetzung – solche Wägen wünschen sich die Umzugsveranstalter.  (Daniel Schwendener)

Aussenbeschallung ist wieder erlaubt

Umzugsreglement Dass die Aussenbeschallung in der vergangenen Fasnacht verboten wurde, hat den Wagenbauern – und auch vielen Umzugsteilnehmern – gar nicht gefallen. Nun wurde mit den Narrenzünften eine neue Lösung gefunden, die für alle akzeptabel ist.

Es war ein regelrechter Aufschrei, der durch die Reihen der Wagenbauer ging, als verkündet wurde, dass Aussenbeschallungen bei Umzugswagen verboten sind. Am 3. Februar 2018 wurde die neue Regelung, die gemeinsam von den Veranstaltern der Fasnachtsumzüge Oberriet, Gams, Schaan, Vaduz und Wartau erstellt wurde, dann zum ersten Mal umgesetzt: Am Vaduzer Kinderumzug. Und dieser war zwar gewohnt schön und bunt, allerdings auch ungewohnt leise, was wiederum zu Kritik führte. Für die Veranstalter der Fasnachtsumzüge war deshalb schnell klar, dass das neue Regel-Blatt noch einmal diskutiert werden muss. Gesagt, getan. Gemeinsam mit den Wagenbauern haben sie sich darauf geeinigt, dass Aussenbeschallungen wieder erlaubt sein sollen – allerdings müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. Und: Es gilt ein Grenzwert von 93 Dezibel.

Den Bedenken Rechnung getragen
«Wir haben die Rückmeldungen, die nach der vergangenen Fasnacht an uns herangetragen wurden, ernst genommen, und wollten den Bedenken Rechnung getragen», bestätigt Larissa Klein, Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Vaduz. Nach der Fasnacht habe man sich mit den Wagenbauern an einen Tisch gesetzt und eine Lösung erarbeitet, die für alle akzeptabel sei. Diese sieht so aus, dass ab sofort wieder eine angemessene Aussenbeschallung installiert werden darf. Das Regel-Blatt für die Umzüge Vaduz, Schaan, Gams, Oberriet und Wartau sieht allerdings – im Gegensatz zu früher – einen Grenzwert von 93 Dezibel vor. Dieser Grenzwert gilt übrigens auch für die Innenbeschallung der Wagen. «Es ist für uns wichtig, den Lärm auf ein akzeptables Mass zu reduzieren», so Larissa Klein. Das im vergangenen Jahr beschlossene Aussenbeschallungs-Verbot sei ja nicht ausgesprochen worden, um die Wagenbauer zu ärgern, sondern man habe damit auf Reklamationen von Umzugsteilnehmern reagiert. Und von diesen Umzugsteilnehmern – die zu einem grossen Teil aus Kindern bestehen – lebt die Fasnacht nun einmal. «Wir hoffen, dass wir nun eine Lösung gefunden haben, mit der wir alle Fasnächtler zufrieden-stellen können.» 

Fehlverhalten kann Konsequenzen haben
Doch wie wollen die Veranstalter garantieren, dass sich die Wagenbauer auch an den Grenzwert von 93 Dezibel halten? Schliesslich werden keine Kontrollen mit einem Lärmmessgerät durchgeführt, wie Larissa Klein bestätigt. Die Veranstalter zählen bei der Aussenbeschallung vielmehr auf das «Fingerspitzengefühl» bei der Bedienung der Anlage. Und neu muss bei der Anmeldung zum Umzug ein «Wagenchef» angegeben werden, der verantwortlich für die Einhaltung der Abmachungen ist. Hält sich ein Wagen bzw. eine Gruppe nicht daran, kann das Konsequenzen haben: Ein Fehlverhalten kann nämlich zum Ausschluss der Teilnahme bei anderen Umzügen führen.

Wie laut sind 93 Dezibel?
Lautstärken um die 50 Dezibel  sind für das menschliche Gehör angenehm, wohingegen bei etwa 100 Dezibel die Unbehaglichkeitsschwelle und bei rund 120 Dezibel die Schmerzgrenze erreicht wird. Übliche Geräusche in der Wohnung betragen rund 45 Dezibel, ein normales Gespräch bereits 55 Dezibel. 80 bis 100 Dezibel erreichen etwa vorbeifahrende Lkws oder Motorsägen. Auch ein laut schreiendes Baby oder ein Motorrad schaffen es immerhin bereits auf 80 Dezibel. Der Lärm in einer Diskothek schafft es auf zwischen 93 bis 110 Dezibel, eine Guggamusik in einem Restaurant erzeugt rund 106 Dezibel. Kreissägen und Presslufthämmer liegten dann bereits im Bereich von 110 Dezibel – über 120 Dezibel erreichen startende Düsenflugzeuge oder Explosionen. (dv)

08. Jan 2019 / 07:12
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1 KOMMENTAR
Bin kein "Fasnächtler"
Trotzdem gehört für mich "Ramba-Zamba" inkl. Beschallung zur Fasnacht dazu. Aber vielleicht verlangen solche Leute, welche gegen Beschallung sind, im kommenden Sommer trockenes Wasser im Schwimmbad Mühleholz in Vaduz ?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet vor 15 Stunden Antworten Melden

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