• Altkleidersammlung, Triesen
    Das Hilfswerk Liechtenstein hat vergangenes Jahr über 162 400 Kilogramm an Hilfsgütern verteilt. Leider werden gelegentlich auch beschädigte Kleider wie im Bild auf den Sammelstellen «entsorgt».  (Tatjana Schnalzger)

Aufräumen für den guten Zweck

Laut einer Studie des Umzugunternehmens Movinga sind 79 Prozent der Waren in Schweizer Kleiderschränken in den letzten zwölf Monaten nicht getragen worden. Das Hilfswerk Liechtenstein bietet eine Alternative.

Ist man aus den alten Jeans erst einmal rausgewachsen, kann man nicht mehr viel mit ihnen anfangen. Andere können sie hingegen noch gebrauchen, hängen davon ab. Anstatt die Kleider in die Tonne zu werfen, lohnt es sich, einen der Sammelcontainer des Hilfswerks Liechtenstein aufzusuchen. Der Verein bereitet die Waren für den guten Zweck auf, alles ehrenamtlich und ohne kommerzielles Interesse.

Fotostrecke: Führung Hilfswerk Liechtenstein in Triesen
Führung Hilfswerk Liechtenstein in Triesen
Führung Hilfswerk Liechtenstein in Triesen
Führung Hilfswerk Liechtenstein in Triesen
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Führung Hilfswerk Liechtenstein in Triesen
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Zahlen sprechen für sich

Vergangenes Jahr hat der Verein 162 400 Kilogramm an Hilfsgütern mit 16 Transportern in neun Länder transportiert. Dafür haben 175 Mitglieder über 17 800 Arbeitsstunden investiert. Ein Grossteil gelangt per Lkw nach Osteuropa. Der Verein pflegt unter anderem Projekte in Moldawien und der Ukraine, die von den Mitgliedern besucht werden. Bedürftigen im Land und in der näheren Region kommen die Spenden ebenfalls zugute. Bettina Pelger-Sprenger, Präsidentin des Hilfswerks, erzählt begeistert: «Es ist unglaublich, was für Projekte sich gemeinsam stemmen lassen. Ein grosser Dank gilt der Bevölkerung für die grossartige Unterstützung.»

Ein speditiver Ablauf

Das «Vaterland» hat der Sammelstelle Triesen einen Besuch abgestattet, um die Reise vom Container bis zu den Bedürftigen nachzuverfolgen. Die Altkleider werden hauptsächlich in geschlossenen Säcken oder Kartons abgegeben. Das Hilfswerk leert die Container bei den Deponien und bringt sie zu ihren beiden Sammelstellen. In Mauren sowie Triesen wird jedes einzelne Kleidungsstück überprüft. Hierzu fühlt sich das Hilfswerk verpflichtet. «Mit unseren Hilfsgütertransporten vertreten wir Liechtenstein im Ausland. Wir stehen also in der Pflicht, den guten Ruf des Landes zu erhalten», erläutert Pelger-Sprenger. Die Helfer teilen die Waren danach auf, ob sie sau- ber sind oder noch gewaschen werden müssen. Auch kleinere Näharbeiten erledigt das Hilfs- werk. Laut Pelger-Sprenger müssen pro Woche rund 25 gefüllte 35-l-Müllsäcke entsorgt werden, weil sie für die Weitergabe in einem zu schlechten Zustand sind: «Überwiegend kommen die Wa- ren in einem guten Zustand bei den Sammelstellen an. Leider ist es so, dass uns einige als billige Abfallentsorgung missbrauchen.» Sind die Kleider einem Projekt zugeordnet, werden sie für den Transport ins Ausland nach Grössen geordnet und in Kartons verpackt. Für den Zoll wird von der Stückzahl bis zum Gewicht alles sauber aufgelistet. Was in der Sammelstelle bleibt, sortieren die Helfer zur Einkleidung vor Ort in die Regale. Eingespielte Abläufe und Fleiss sorgen dafür, dass ein Kleidungsstück in der Regel innerhalb eines Tages alle Stationen durchläuft.

Anderen eine Freude bereiten

Ein Blick in den eigenen Kleiderschrank lohnt sich. Oft weiss man gar nicht, was sich dort alles ansammelt.Man scheint Kleider nur ungern abzugeben, obwohlman nur einen Bruchteil davon regelmässig trägt.

Dem Hilfswerk ist das Phänomen bekannt. «Viele haben das Gefühl, dass sie die Kleider irgendwann wieder anziehen oder jemand im Bekanntenkreis diese noch brauchen könnte», erzählt Pelger-Sprenger. «Die Leute, die sich von uns einkleiden lassen, sind dankbar. Mit jeder Spende wird Menschen wirklich eine Freude bereitet.» Der Gang zu den Sammelcontainern stellt eine Win-win-Situation dar. Der Schrank ist wieder einmal aufgeräumt und andere können die Kleider besser brauchen. Dabei werden vor allem Kinderkleider benötigt. Dem Hilfswerk Liechtenstein ist sehr geholfen, wenn man die Waren sowohl sauber als auch geordnet abgibt. Das Konzept des Vereins, der Bedürftigen ehrenamtlich hilft, hat sich bewährt: Am 8. Dezember feiert das Hilfswerk Liechtenstein sein 30. Jubiläum. (gk)

04. Sep 2018 / 09:58
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