Auch die Gotteshäuser haben Namenstag

«Unsere Kirchen- und Kapellenpatrone – Patrozinien im Erzbistum Vaduz» heisst eine soeben erschienene Broschüre.
Neuerscheinung. 

Die Intention der Herausgeber und mit ihnen des Landesbischofs umreisst dieser mit dem folgenden Text: «Warum dieses Büchlein? Die Idee zu diesem Patroziniumsbüchlein mit den Heiligenbildchen, deren Darstellungen Ausschnitte von Stickereien auf einem kunstvoll angefertigten Messgewand wiedergeben, sowie mit den damit verbundenen Gebeten und mit kurzen Lebensbeschreibungen der betreffenden Heiligen, erwuchs aus den jährlichen Firm-Examina in unseren Pfarreien. Bei diesen Firmgesprächen stelle ich immer wieder auch die Frage: Kennst du deine Pfarrei? Kennst du die Pfarrkirche und weisst du, wem sie geweiht ist? Kennst du die Kapellen auf dem Pfarreigebiet und weisst du, wessen Namen sie tragen? Kannst du etwas über die Kirchen- und Kapellenpatrone erzählen? Diese Fragen sollten aber nicht nur von jenen beantwortet werden können, die sich gerade auf die Firmung vorbereiten, sondern auch von den erwachsenen Pfarreiangehörigen. Eine Pfarrei unter der Rücksicht ihrer Patrone und Patrozinien bewusst wahrzunehmen, bedeutet nicht zuletzt, sich mit der Pfarrei und so auch mit der ganzen Diözese verbunden zu wissen und sich unter den Schutz der Heiligen stellen zu wollen, die am Ort besonders verehrt werden. Die Heiligen sind unsere himmlischen Freunde; sie sind unsere Vorbilder und unsere Fürbitter. Über allen steht Maria, die Mutter des Herrn und die Mutter der Kirche. Sie ist unter dem Titel ihrer Geburt (Hochfest: 8. September) die Hauptpatronin unseres Erzbistums. An ihrer Seite verehren wir insbesondere auch den heiligen Joseph, ihren keuschen Bräutigam. Bevor die alphabetische Aufreihung der Patrozi­niumsheiligen erfolgt, finden wir die bildlichen Darstellungen dreier Herzen: das heiligste Herz Jesu, das unbefleckte Herz Marias, das reinste Herz Josephs sowie des hochheiligen Kreuzes unseres Erlösers. Der hl. Luzius, unser Landespatron, verdient es, vorausblickend noch besonders erwähnt zu werden. 

Wozu dieses Büchlein? Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich denen, welche die nachfolgenden Bilder betrachten, die Gebete sich zu eigen machen und beim Lesen von Kurzviten unserer Kirchen- und Kapellenpatrone geistliche Anregung finden. Bei allem möge gelten: An Gottes Segen ist alles gelegen.»

Reicher Schatz  an Gebetsstätten

Erzbischof Wolfgang verweist damit nicht nur auf den spirituellen Wert der Kirchen und Kapellen, an denen das kleine Liechtenstein nicht gerade arm ist, sondern schon die Auflistung aller dieser Gebets- und Andachtsstätten macht deutlich, welch auch verpflichtendes Erbe die Stifter und Erbauer ihren Nachkommen mit diesen sakralen Gebäuden hinterlassen haben. Denn ungeachtet des Alters des jeweiligen Gotteshauses bieten sie alle nach wie vor jedem, der es möchte, die Gelegenheit zur gemeinsamen Feier der Eucharistie, zum Gebet und Kirchengesang, zu vielen Festen, die meist nicht nur im Gotteshaus gefeiert werden, sondern danach auch im Familienkreis. In den Kirchen und Kapellen gedenkt man lieber Verstorbener, werden die Sakramente gespendet, ist Gelegenheit auch zur stillen Einkehr, zur Zwiesprache mit dem Schöpfer.

Was es mit dem Patronat durch Heilige auf sich hat

Dies alles hat auch mit dem Patronat eines Heiligen über eine Kirche zu tun. Ein Patron ist ein Heiliger, zu dem eine Kirchengemeinde eine besondere Beziehung hat. In der Antike waren es Märtyrer, die in der jeweiligen Kirche ihr Grab gefunden hatten. So heisst die Papstkirche in Rom Peterskirche, weil sie über dem Grab des Apostels Petrus steht, der als Märtyrer wegen seines Glaubens getötet worden war. Für Kirchen ohne Märtyrergrab wählten sich die Gemeinden einen Patron und legten Reliquien (sterbliche Überreste) von ihm in der Kirche nieder. Aus dieser Praxis entstand der Brauch, Kirchengebäude und -gemeinde unter den Schutz eines oder mehrerer weiblicher oder männlicher Heiliger zu stellen und das alljährliche Heiligenfest als Pfarrpatrozinium besonders zu feiern.

Passendes Erscheinen  im Marienmonat Mai

Die Herausgabe der genann-ten Broschüre im Marienmonat Mai passt gut zu den vielen der Muttergottes gewidmeten Gebetsstätten in Liechtenstein. Jede Vorstellung eines solchen Gebäudes geht auf dessen Namen ein und erklärt dessen Bedeutung, man erfährt etwas über die Lebensgeschichte Heiliger und über übliche Darstellungen, auf der linken Seite ist jeweils ein Gebet zu finden, das auf die betreffenden Heiligen Bezug nimmt. Das Büchlein eignet sich gut zur Entdeckung oder zum Kennenlernen der 35 Patronatsstätten im Land. Die Broschüre ist kostenlos und liegt entweder in den Schriftenständen der Kirchen auf oder kann ansonsten über die jeweiligen Pfarrämter bezogen werden. (hvv)

22. Mai 2020 / 09:37
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