• Pfingsten
    Altarbild des Lebens der Muttergottes, von Peter Nicholas, Museum der bildenden Künste von Valencia

An Pfingsten wurde die Kirche gegründet

Das Pfingstfest wird zwei Sonntage nacheinander gefeiert. An diesem Fest wird, wo möglich, auch das Firmsakrament gespendet, in dem der Hl. Geist eine besondere Rolle spielt.

Pfingsten ereignete sich durch die biblisch berichtete Herabkunft des Heiligen Geistes: das Pfingstwunder. In der Gestalt von Feuerzungen kam der Heilige Geist über die Jünger und bewirkte ihr Sprechen in vielen fremden Sprachen. Pfingsten ist – im übertragenen Sinn – ein Erntefest: Christi Ernte und die Gründung der Kirche. Das Pfingstfest wird 50 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert, der eigentliche Festtag ist also der Pfingstmontag. Diese Zeitspanne wurde aus der jüdischen Tradi­tion übernommen. Das Wort «Pfingsten» selber entstand aus dem griechischen Wort «Pentecosta», der fünfzigste (Tag), denn das erste Pfingstfest wurde laut Apostelgeschichte am «Fest der (Weizen-)Ernte» fünfzig Tage nach dem österlichen Paschafest gefeiert. Wie Ostern geht Pfingsten also auf ein jüdisches Fest, das Siebenwochenfest, zurück.

Als die Christen den Zeitpunkt des Osterfest anders als die Juden berechneten, hielten sie an dem Fest fünfzig Tage nach Ostern fest, dem Pfingstfest, das wahrscheinlich schon in apostolischer Zeit gefeiert wurde. Das Pfingstfest als Teil des ganzen christlichen Heilsgeschehens bietet auch heute noch viele Ansatzpunkte zum Nachdenken, und es ist heute aktuell wie damals.

Was ist passiert, dass dieses Ereignis so Aufsehen erregte?

An dem Tag trafen sich nach biblischem Bericht die Anhänger Jesu in Jerusalem und erlebten etwas, das sie von verängstigten Anhängern eines gescheiterten Propheten zu mutigen Predigern des Evangeliums machte. Die Apostelgeschichte (2. Kapitel) berichtet, dass ein Brausen das Haus erfüllte, in dem sich die Anhänger Jesu versammelt hatten. Zungen wie von Feuer liessen sich auf die Einzelnen nieder. Die Bevölkerung von Jerusalem eilte zusammen und hörte fassungslos die Jünger in verschiedenen Sprachen reden. Petrus hielt da seine erste öffentliche Predigt, 3000 Menschen liessen sich überzeugen.

Die Christen damals verstanden sich weiterhin als Teil des Judentums, sie nannten ihre Bewegung den «Neuen Weg». Der Inhalt ihrer Predigt musste aber die jüdische Obrigkeit verunsichern, denn die Anhänger Jesu behaupten, dass dieser von Gott als der verheissene Messias erwiesen wurde – durch die Auferstehung. Zugleich sagten die Prediger des Neuen Weges, dass Jesus von Gott zum Herrscher und Weltenrichter eingesetzt sei. Wenn Jesus tatsächlich der Messias wäre, müsste er von der religiösen Obrigkeit nachträglich anerkannt werden. Genau das verlangten die Apostel.

Die Folge war eine Trennung der Christen von den Juden

Bis heute ist das strittig zwischen Juden und Christen und führte im Verlauf der ersten Jahrhunderte zu der Trennung. Pfingsten hat trotz dieser Trennung vom Judentum die Tradition des Siebenwochenfestes weitergeführt. An dem Tag gedenken die Juden der Gesetzgebung am Sinai, die durch ähnliche Phänomene begleitet wurde. Moses empfing auf dem Berg Sinai das Gesetz aus der Hand Gottes. In den rabbinischen Kommentaren wird der Zusammenhang von Gottes Reden und dem Feuer betont, die Worte Gottes sind wie brennende Pfeile und Feuerflammen, die Stimme ist als Feuer sichtbar, das sich in Zungen verteilt. Auch die Aussage, dass jedes Volk die Worte in seiner Sprache versteht, wird herausgestellt. Das Gesetz wurde am Sinai bereits allen Völkern verkündet und auf der ganzen Welt gehört. So waren unter den Zuhörern nicht nur Jerusalemer Bürger, sondern Menschen aus vielen Nationen. Der Bericht zählt 16 Nationen bzw. Sprachen auf.

Die Begabung mit dem Geist ist dann auch das Neue, was jeden Christen ausmacht. Der Geist wohnt in ihm, er ist «Tempel des Heiligen Geistes». In der Firmung und bei den Protestanten in der Konfirmation wird das ausdrücklich gemacht. Der Christ ist zu einem geistlichen Leben berufen, Spiritualität ist das lateinische Wort. Er ist befähigt, die guten von den schlechten Geistern, das heisst die Einflüsterungen, die ihn vom Weg abbringen, von denen zu unterschieden, die ihn auf seinem Weg weiterbringen. Der göttliche Geist hilft dem Menschen, sein Lebensziel zu erkennen und sich nicht von diesem Ziel ablenken zu lassen. (vv)

 

09. Jun 2019 / 06:00
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