• 20 Jahre EWR in Vaduz
    Eine Jury kürte für Liechtenstein das Wort und Unwort des Jahres.  (Daniel Schwendener)

«Überarztung» Wort des Jahres 2015

Wort und Unwort des Jahres 2015 stehen eng im Zusammenhang mit der Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG). Zum Wort des Jahres hat die Jury das Wort «Überarztung» gekürt, zum Unwort «Entsolidarisierung». Dialektwort des Jahres ist «Zepfilebuach».
Vaduz. 

Jedes Jahr im Dezember wählt eine vierköpfige Jury wichtige Begriffe, die in Liechtenstein während des Jahres den öffentlichen Diskurs wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.

Sowohl das Wort als auch das Unwort des Jahres stehen in Zusammenhang mit der umstrittenen Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG). Ein Arzt, der unnötige medizinische Leistungen erbringt und seine Patienten zu häufig einbestellt, kann der Überarztung bezichtigt werden. Es kommt also nicht nur bei Medikamenten auf die Dosis an, sondern insgesamt bei ärztlichen Leistungen. Nachdem ein Arzt im Juni von einem Liechtensteiner Gericht wegen des Vorwurfs der „Überarztung“ zur Rückzahlung von rund einer Million Franken verdonnert wurde, geriet das Wort in die Schlagzeilen.

Entsolidarisierung und schwarze Schafe

Zum Unwort des Jahres wurde „Entsolidarisierung“ erkoren. Dieses Schlagwort war das Leitmotiv des Referendumskomitees „fL21“, das gegen die Revision des Krankenversicherungsgesetzes mobil machte. Dies mit der Begründung, es handle sich um eine bewusst in Kauf genommene Lastenumverteilung von der Oberschicht zur Unterschicht und von gesund zu krank. Das Argument der «Entsolidarisierung» drang beim Stimmvolk aber nicht durch. Dies wohl deshalb, weil die Regierung glaubhaft darlegen konnte, dass im Falle einer Zustimmung zur KVG-Revision die Prämien für alle stabiler bleiben würden und die schwarzen Schafe unter der Ärzteschaft besser aufgespürt und zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Zepfilebuch hat sich emanzipiert

Das Dialektwort des Jahres heisst „Zepfilebuch“. Der Ausdruck rührt daher, dass im Stammtafelbuch aus dem Jahr 1989 in Schaan nur Männer aufgeführt waren und Frauen bestenfalls in der Form von Ehegattinnen aufschienen. Das in diesem Herbst erschienene neue «Stammbuch der Bürgerinnen und Bürger von Schaan» räumt nun endlich auch den Schaanerinnen den Platz ein, der ihnen gebührt. Das Zepfilebuch hat sich damit emanzipiert und muss sich einen neuen Übernamen suchen. (pd)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Mittwoch.

15. Dez 2015 / 13:17
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
09. Dezember 2018 / 19:25
09. Dezember 2018 / 16:22
09. Dezember 2018 / 11:18
08. Dezember 2018 / 06:00
Meistkommentiert
30. November 2018 / 06:00
30. November 2018 / 23:55
25. November 2018 / 11:55
Aktuell
10. Dezember 2018 / 00:17
09. Dezember 2018 / 23:58
09. Dezember 2018 / 23:55
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Schloss Vaduz
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
29.11.2018
Facebook
Top