• Green Summit 2016 Universität Vaduz 160517
    Peter Droege, Lehrstuhlinhaber Nachhaltige Raumentwicklung an der Universität Liechtenstein, bei der Eröffnung des Green Summits.  (Daniel Ospelt)

Fünf Jahre kein Duschgel benutzt

Über zwei Dutzend Referenten erzählten am «Green Summit» von ihren Nachhaltigkeitsinitiativen. Diese gehen bis zum Verzicht auf Seife. Für ein breites Publikum sind simple Tipps aus der Gemeinschaft Erfolg versprechend.
Vaduz. 

Gestern und heute steht an der Universität Liechtenstein die Nachhaltigkeit im Zentrum. Am Green Summit 2016 treffen sich verschiedene Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit aus der Bodenseeregion, um die eigenen Projekte vorzustellen und diejenigen der Nachbarn kennenzulernen.

Einer der Teilnehmer war Paul Stahlberg, Gemeinderat im thurgauischen Kradolf-Schönenberg. Er initiierte in seiner Gemeinde die Nachhaltigkeitskommission mit dem Ziel, bei der breiten Bevölkerung Lust auf Nachhaltigkeit zu wecken. Leute aus dem Dorf teilen in Artikeln im Gemeindeblatt ihre Initiativen und Erfahrungen im Bereich der Nachhaltigkeit. Dadurch sollen andere Dorfbewohner motiviert werden, mit den Mitbürgern gleichzuziehen oder ihre eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen mit den Bewohnern zu teilen.

Ideen vom Volk

«Die Kommission ist erst seit einem guten halben Jahr aktiv», so Stahlberg. Dennoch haben die Berichte im Gemeindeblatt schon einiges bewirkt. Stahlberg führt das vor allem darauf zurück, dass die Ideen und Inputs direkt von der Bevölkerung kommen und nicht von der Politik «von oben herab» diktiert oder vorgebetet wurden. «Es ist wichtig, dass man nicht mit der Birkenstock-Öko-Keule schwingt», so Stahlberg. «So kann man viel mehr Leute erreichen.» Dadurch, dass jemand aus dem Dorf seine Erfahrungen öffentlich mitteilt, entsteht auch ein wenig ein Wettbewerb unter den Leuten, sich nachhaltig zu verhalten. «Wenn man liest, dass der Müller im Jahr mehrere Hundert Franken sparen kann, weil er einmal pro Woche mit dem Velo zur Arbeit fährt statt mit dem Auto, dann bekommt der Meier plötzlich auch Lust, gleichzuziehen oder sogar noch mehr einzusparen und gleich an zwei Tagen aufs Zweirad statt auf das Auto zu setzen.»

Kein Duschgel mehr

Stahlberg selber lebt Nachhaltigkeit in hohem Masse. Er wohnt in einem Ökoholzhaus, besitzt einen Akkurasenmäher und fährt Elektroauto, für welches er selber Strom produziert. Doch auch gesunde Ernährung und Lebensweise helfen der Umwelt nachhaltig. «Ich verzichte seit fünf Jahren auf Duschmittel», so Stahlberg. Da er als Ruderer am Wochenende auf dem Bodensee unterwegs ist, nutzt er diesen jeweils auch gleich für ein Bad. Zudem hat er einen Schwimmteich bei seinem Haus, in welchem er täglich schwimmt und sich dabei auch wäscht. So kann er auf die Dusche verzichten, verbraucht kein Wasser und belastet die Umwelt nicht mit Duschgel und Shampoo. Die Umstellung war jedoch nicht ohne: «Wenn man jahrelang Duschmittel benutzt hat, gewöhnt sich der Körper auch daran», so Stahlberg. Zu Beginn der Umstellung habe er auch «gerochen», gibt er zu. «Doch sobald sich der Körper daran gewöhnt hat, riecht man keinen Unterschied mehr.» (jb)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Mittwoch.

 

18. Mai 2016 / 09:36
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