• Biber mit Jungtier im Speckigraben in Schaan: Hier kann der Nager ohne Probleme leben.  (Daniel Erni)

Biber-Tötungen: Vorwürfe aus der Schweiz

Die Biber-Diskussion hat die Schweiz erreicht: Umweltorganisationen kritisieren Liechtenstein öffentlich im Umgang mit den Nagetieren. Die Regierung nimmt Stellung.
Reaktion. 

Der Biber in Liechtenstein war gestern auch in den Schweizer Medien ein Thema. Die Umweltorganisationen WWF St. Gallen und Pro Natura St. Gallen-Appenzell protestieren gegen das Töten von Bibern in Liechtenstein: «Dass eine friedliche Koexistenz zwischen Bibern und Menschen auch in dicht besiedelten Gegenden möglich ist, beweisen andere Länder», halten sie in einer Medienmitteilung fest. Mit dieser Praxis hemme Liechtenstein die natürliche Ausbreitung des Bibers auch im Schweizer Teil des Flusssystems Alpenrhein massiv. Die Umweltorganisationen kritisieren vor allem, dass die derzeitige Strategie nicht der Berner Konvention entspricht, dass Liechtenstein kein Biber-Konzept hat und keine Gelder für die BiberSchutzmassnahmen gesprochen werden. Das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt sowie Sport nimmt gegenüber dem «Vaterland» Stellung zu diesen Vorwürfen. Unter anderem soll in den nächsten Wochen ein Entwurf des Biber-Konzepts vorliegen. Auch sieht die Regierung die Berner Konvention nicht verletzt.

«Das kommt fast schon an eine Massentötung heran»
Die Situation in Liechtenstein ist bekannt. Der Biber untergräbt immer wieder Hochwasserschutzanlagen und Schutzdämme, welche die Bevölkerung vor Hochwasser und Erdrutschen schützen. Die Problematik hat sich vor allem im Naturschutzgebiet Hälos in Triesen, eines der sensibelsten Hochwasserschutzgebiete Liechtensteins, zugespitzt. «Der WWF St. Gallen und Pro Natura St. Gallen-Appenzell protestieren trotzdem aufs Schärfste gegen dieses Vorgehen, das fast schon an eine Massentötung herankommt», entrüsten sich die Umweltorganisationen. In den letzten Jahren sind in Liechtenstein knapp 20 Biber gefangen und getötet worden. In der Schweiz hingegen sei bisher kein Biber durch Anordnung der Behörden abgeschossen worden. «Dort, wo der Biber erheblichen Schaden anrichtet, etwa bei Dämmen und anderen sensiblen Stellen, wurden bauliche Massnahmen getroffen. So wurden beispielsweise Netzgitter installiert, die es den emsigen Naturarchitekten unmöglich machten, durchzudringen.» Solche vorbeugende Massnahmen seien wichtig und die Behörden seien in dieser Sache gefordert. (manu)

27. Mär 2017 / 22:51
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