• 2016 Städtle Lauf in Vaduz
    Arnold Aemisegger beim Vaduzer Städtlelauf. In diesem Jahr musste er auf die Vorbereitung und viele Wettkämpfe verzichten.  (Günther Büchel)

Traum von Kenia platzte wegen Corona

Der Triesenberger Arnold Aemisegger wollte in dieser Saison angreifen. Alles war geplant, sogar ein Trainingslager im fernen Kenia.

Wehmütig blickt der 43-jährige Triesenberger Arnold Aemisegger auf seine Saisonplanung zurück. Nichts lief so, wie er sich das vorgestellt hatte. «Ich hatte mir wirklich viel vorgenommen. Man wird älter und kann damit seine Ziele und Zeiten nicht jedes Jahr toppen. Ich sehe das in meiner Trainingsgruppe. Die Mehrheit ist da jünger. Ich muss Jahr für Jahr mehr Aufwand betreiben um an die Vorjahreszeiten heranzukommen. Zudem brauche ich viel mehr Zeit zum Regenerieren», so der Triesenberger, und weiter: «Darum wollte ich es in diesem Jahr nochmals wissen und mir auch einen grossen Traum erfüllen». Geplant war ein zweiwöchiges Trainingslager in Kenia. Dort, wo all die starken Läufer herkommen. Aemisegger lernte bei einem Trainingslager in Europa, das immer von vielen Kenianern besucht wird, einige starke Läufer kennen. Darum war ein Gegenbesuch geplant. «Es war schon alles gebucht, doch dann kam das Coronavirus». 

Aemisegger: «Vieles  spielt sich im Kopf ab»

Damit noch nicht genug. Zu Hause folgten die vielen Verschiebungen und Absagen seiner eigentlich geplanten Wettkämpfe, und auch noch eine Verletzung im April. «Drei Wochen musste ich das Training wegen eines Ermüdungsbruches im Fuss unterbrechen. Es fanden aber sowieso keine Rennen statt. Mühsam war dann das Abwarten der Absagen. Die Verantwortlichen hofften wohl lange noch, dass man doch starten kann», erklärt Aemisegger. Das tönt grotesk – doch der Triesenberger hoffte teilweise auf Absagen. Der Grund dafür ist, dass er sich gerne über längere Zeit auf Wettkämpfe wie einen LGT-Marathon vorbereitet. Solange Unsicherheiten herrschten, empfand er dies persönlich als Druck. «Bei mir spielt sich bei Rennen vieles im Kopf ab. Für einen LGT- Marathon bereite ich mich gern seriös 10 bis 12 Wochen vor. Klappt dies nicht, fühle ich mich mental nicht fit für den Wettkampf».  Die Absage des LGT-Marathons war dann aber doch auch eine Enttäuschung. Für Aemisegger ist es jede Saison das Highlight. «Ja für mich ist es der grösste Event im Jahr. Es ist wunderschön, vor eigenem Publikum zu laufen», erklärt der Rekordhalter der schnellsten Liechtensteiner Zeit am besagten Event. 2015 lief der Triesenberger auf den dritten Rang mit einer sehr starken Zeit von 3:15.21. Möglichst nahe an diese Zeit zu kommen, war das Ziel des Triesenbergers in diesem Jahr, was aber nun nicht möglich ist. Anfangs Juni konnte er allerdings den Marathon dennoch laufen. Die Firma Confida organisierte für die Läufergruppe der Mitarbeiter einen «kleinen LGT-Marathon» – einen Trainingslauf unter Wettkampfbedingungen. Dort startete auch Aemisegger, der sich aber wegen der fehlenden Vorbereitung unwohl fühlte. «Ich nahm mir vor, nicht ans Limit zu gehen, und es klappte überraschend gut. Nach 3:45 Stunden war ich im Ziel und fühlte mich körperlich das ganze Rennen über fit und nie richtig erschöpft.  Die Massnahmen gegen das Coronavirus lassen nun langsam wieder Wettkämpfe zu. Aemisegger glaubt nicht, dass er in diesem Jahr noch einen Marathon laufen wird. Möglich seien aber Teilnahmen am Jungfrau-Marathon oder dem Swiss Alpine Marathon über die Halbmarathondistanz. Angemeldet ist er zudem beim Drei-Zinnen-Lauf im Südtirol. Bis dahin wird trainiert, und das gerne in Triesenberg. «Ich bin hier aufgewachsen und fühle mich rundum wohl. Gerade in Zeiten von Corona sollte man dankbar sein, an einem der schönsten Flecken der Welt wohnen und leben zu dürfen». Für die nächste Saison ist Aemisegger bereits wieder motiviert. Was er dieses Jahr verpasst hatte, will er im kommenden Jahr durchziehen – wenn immer möglich, auch mit seinem Traum, dem Trainingslager in Kenia.  (kop)

28. Jun 2020 / 21:44
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