• Julia Hassler leitete eines der Onlinetrainings der Schwimmgemeinschaft Liechtenstein.	Bild: Keystone
    Julia Hassler leitete eines der Onlinetrainings der Schwimmgemeinschaft Liechtenstein. Bild: Keystone  (PATRICK B. KRAEMER)

Profis trainieren gestrandete Schwimmer

Schwimm- und Hallenbäder sind gesperrt. Trainiert wird bei der Schwimmgemeinschaft Liechtenstein (SGLI) darum online. Der nächste Teil unserer Serie "sport@home".

Die Corona-Krise traf Liechtensteins Top-Schwimmer hart. Julia Hassler und Christoph Meier planten im Sommer mit der Teilnahme an den Olympi-schen Spielen in Tokio. Daraus wurde bekanntlich nichts. Neben den Aushängeschildern des Liechtensteiner Schwimmverbandes haben aber auch alle anderen Athleten mit den Auswirkungen zu kämpfen. Zum einen mit gestrichenen Wettkämpfen, zum anderen aber auch mit dem Training, das bei geschlossenen Schwimm- und Hallenbändern nicht mehr möglich ist. Auf Training im Wasser freut sich darum die Liechtensteiner Schwimmelite, aber auch der ganze Nach-wuchs am meisten. Wettkämpfe wird es voraussichtlich noch länger keine geben. Bis Ende Juni ist alles gestrichen – möglich ist sogar, dass bis Saisonende im September nicht mehr um neue Bestzeiten geschwommen werden kann. Das drückt normalerweise aufs Gemüt und die Motivation. Bisher spürt Nationaltrainer Tobias Heinrich davon aber noch nichts, wie er erklärt. 

Spezielle Trainings mit speziellen Trainern
Für ihn ist dies die grösste Challenge überhaupt. «Wir müssen  vor allem die jungen Athleten bei Laune halten und sie auch in dieser speziellen Situation motivieren können», erklärt Heinrich, und weiter: «Gespräche haben bereits früh stattgefunden. Es wird derzeit gerade von den Kindern viel verlangt. Sie gehen nicht zur Schule und müssen den Stoff zu Hause selber büffeln. Daneben können sie ihrem geliebten Sport nicht so frönen, wie sie eigentlich wollen. Das ist keine leichte Aufgabe. Wir sprechen mit unseren Athleten auch über schulische Probleme, nicht nur über den Sport». In puncto Fitness setzt Heinrich mit seinen Schützlingen gezwungermassen auf Stabiliationstraining. Er hat sich dabei einen motivierenden Hintergrund ausgedacht. «Die Vorbilder der Kinder und Jugendlichen treten in den Onlinetrainings als GastTrainer auf». So hat zum Beispiel Julia Hassler bereits ein Training geleitet (Video ist unter www.vaterland.li/416369 einsehbar). Auch Marius Kusch, Profischwimmer in San Diego, Europameister über 100 Meter Schmetterling und deutscher Rekordhalter, führte ein Onlintraining durch. Heute wird Micha Eder vom Balzner Rotor Team und unter anderem Trainer von Tina Weirather oder Dario Cologna die jungen Schwimmer im Training fördern und fordern. 

Auch für den Trainer ist die Krise komplettes Neuland
Geändert hat sich auch einiges für den Trainer selber. «Mit dem Onlinetraining musste ich mich erst vertraut machen. Im Moment erarbeite ich für jeden einzelnen Sportschüler Trainingsprogramme. Diese gehen jede Woche an die Kinder und Jugendlichen». Bei den Programmen geht’s um Trainingsformen, allgemein um Ausdauer, Stabilisationstraining sowie spezifisches Krafttraining wie Zugseiltraining. Die Übungen müssen dabei so gestaltet sein, dass die Kinder mit Materia-lien, die zu Hause greifbar sind, und mit dem Körper selbst trainieren können. «Das Ziel ist es, dass soviele Stunden wie möglich trainiert werden. Bei der Elite sind es 14 bis 18 Stunden pro Woche. Daneben finden die angesprochenen Team-Meetings online statt, damit sich die Athleten auch wieder einmal sehen», erklärt Heinrich weiter. Persönlich macht der Nationaltrainer im Übrigen auch mehr Sport als sonst. «Ich versuche, mich selber auch fit zu halten und absolviere daneben Online-Fortbildungen, zum Beispiel bei Swiss Olympic». Heinrich macht sich aber auch Gedanken zur allgemeinen Situation. Er findet, dass Sportler eine Vorbildfunktion haben und im Moment die Gesundheit ganz klar vorgehen muss. Ein mulmiges Gefühl sei bei ihm aber auch dabei – niemand weiss genau, wie es weitergeht. (kop)

 

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16. Apr 2020 / 11:30
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