• MO Olympic Day, Schaan
    LOC-Geschäftsführer Beat Wachter erzählte, wie der Stand der Dinge hinsichtlich Tokio 2020 ist.  (Tatjana Schnalzger)

Noch ein halbes Jahr bis Tokio 2020

Die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Tokio laufen. Dabei ist noch unklar, welche Athletinnen und Athleten fix dabei sind.

Am 24. Juli wird der grösste Sportanlass der Welt eröffnet. Die Olympischen Sommerspiele in der japanischen Hauptstadt Tokio stellen den sportlichen Höhepunkt, den ein Millionenpublikum vor Ort und am Fernseher verfolgen wird, im Kalenderjahr 2020 dar. 

Wie üblich, ist auch Liechtenstein an den Olympischen Spielen vertreten. Auch wenn man zahlenmässig nicht mit den grossen Nationen mithal-ten kann, schafft Liechtenstein als Land es immer wieder, eine Handvoll Athleten an die Spiele zu senden. Welche Athletinnen und Athleten das Land in diesem Jahr vertreten werden, ist noch nicht ganz fix. 

Zwei Athleten bisher fix dabei
Sicher ist bisher nur, dass Julia Hassler und Christoph Meier für Liechtenstein am Start sein werden. Die beiden FL-Aushängeschilder haben die nötigen Leistungen erbracht. Julia Hassler hat schon im Frühling letzten Jahres beim Swim Festival in Bergen (Nor) als erste Liechtensteiner Schwimmerin überhaupt die A-Limite für die Olympischen Spiele geknackt und sich damit direkt für den Anlass qualifiziert. Hassler stand als erste Athletin für Tokio 2020 fest. Aber auch Christoph Meier konnte sich an der Schwimm-WM in Gwangju die internationale B-Limite sichern, wodurch er auch die nationale Limite erreichte. Dadurch kann das LOC für ihn einen «Universality Place», quasi eine Wildcard beantragen. «Bei Julia ist es so, dass sie in mehreren Disziplinen schwimmen kann. Bei Christoph muss diesbezüglich noch abgewartet werden», sagte LOC-Geschäftsführer und Chef de Mission Beat Wachter.

Neben Hassler und Meier sind drei weitere Athletinnen und Athleten zuversichtlich, dass es für die Olympischen Spiele reichen könnte. Beim Artistic-Swimming-Duett um Marluce Schierscher und Lara Mechnig geht es bei einem Wettkampf, der Ende April in Tokio stattfindet, um die Wurst. Für das Olympia-Duett kann man sich auf verschiedenen Wegen qualifizieren. Zum einen gibt es die Teamqualifikation, welche nur theoretischer Natur ist, da sie an diesem Bewerb gar nicht teilnehmen können, die Qualifikation über kontinentale Wettbewerbe oder eben jene Möglichkeit, sich über den Wettkampf in Tokio für die letzten sieben von 22 Startplätzen zu empfehlen. Letzteres wird der Weg sein, auf dem es Schierscher und Mechnig versuchen werden. «Natürlich wird es schwierig, die Zuversicht ist aber da. Sie nehmen es sehr seriös und fliegen schon Mitte April nach Japan, wo sie sich in einem zweiwöchigen Trainingslager auf den Wettkampf vorbereiten», sagte Wachter. So sollen die Beiden am Stichtag optimal vorbereitet sein und nichts dem Zufall überlassen werden. Des Weiteren ist Judoka Raphael Schwendinger weiter im Rennen. «Sportlich wird er sich nicht direkt qualifizieren, dafür müsste er in den Top 30 bis 35 der Welt sein. Und er ist aktuell gemäss IJF-Website auf Rang 196, wobei die Punkte, die er in Paris gewonnen hat, noch fehlen», erklärte Beat Wachter. Allerdings gäbe es als kleine Nation, die an den vergangenen Spielen jeweils wenige Starter hatte, eine «Invitation Card» zu beantragen. «Diese Möglichkeit gibt es in 
15 Einzel-Sportarten. Ob wir die Einladung bekommen, wissen wir allerdings erst sehr spät. Vermutlich gegen Ende Juni», so Wachter. Um aus Sicht des LOC diese Einladung aber auch entgegennehmen zu können, muss Schwendinger in diesem Jahr auch die nationale Limite noch erfüllen. Das bedeutet in seinem Fall, dass er mindestens einen Kampf auf Weltcup-Ebene gewinnen muss.

Schwieriger schaut die Situation bei Kathinka von Deichmann aus. Die Tennisspielerin ist im WTA-Ranking im Verlauf des letzten Jahres immer weiter nach hinten gerutscht, rangiert im Moment auf Position 273. Um sich einen Platz im 64er-Tableau zu ergattern, wäre eine deutlich bessere Rangierung nötig. Abgeschrieben ist von Deichmann beim LOC deswegen aber noch lange nicht. «Das Positive an der Situation ist, dass sie relativ schnell auch wieder weit nach vorne rücken kann. Wenn sie zwei, drei gute Turniere gewinnt, schaut es schon wieder anders aus», sagte Beat Wachter. Trotzdem weiss auch Wachter, dass es für die Vaduzerin nicht einfach wird. Auch die «Invitation Places», die es vor vier Jahren in Rio de Janeiro noch gab, gibt es im Tennis nicht mehr. «56 Spielerinnen qualifizieren sich aufgrund der Weltrangliste, wobei pro Nation nur 4 Spielerinnen an den Start gehen dürfen. Einer der acht verbleibenden Plätze geht an die höchstrangierte Athletin aus Europa aus einem Land, aus dem sich noch keine Spielerin qualifizierte», erklärte Wachter. Demnach besteht für von Deichmann eine Chance, sie müsste dafür aber noch «richtig viele WTA-Punkte gewinnen.»

Nicht mehr wirklich auf dem Radar ist hingegen Skater Jonny Giger, von dem das LOC schon länger nichts mehr gehört hat. Giger hätte sich für die Olympischen Spielen quasi in eine neue Disziplin eingewöhnen müssen. Die restlichen potenziellen Teilnehmer Liechtensteins haben noch ein wenig Zeit, ihre Leistungen an den Tag zu legen. Die Deadlines der jeweiligen Sportarten sind unterschiedlich, wobei die meisten gegen Ende Mai bzw. Anfang Juni ablaufen. 

Ruhige Phase in der Vorbereitung
Während die Athleten mit Hochdruck auf die Spiele hin- arbeiten, ist aus organisatorischer Sicht schon vieles erledigt. «Ich war schon zweimal in Tokio – einmal mit Swiss Olympic und einmal beim Chef-de-Mission-Treffen. Jetzt ist es bis zu den Spielen nicht mehr nötig, vor Ort zu sein», sagte Wachter. Nun gehe es vor allem noch darum, sämtliche Akkreditierungen zu regeln und die Reise zu organisieren. «Wir organisieren jetzt alles so, als würden alle mitkommen, sodass wir am Schluss etwas ‹Spatzig› haben», sagte Wachter. Trotzdem gehe es für ihn relativ früh nach Tokio. «Christoph und Julia gehen bereits mit Swiss Swimming nach Fuji ins Vorbereitungscamp und planen, am 20. Juli ins Olympische Dorf einzuziehen. Ich muss etwa zwei Tage davor da sein», sagte Wachter. Auch von Seiten der Japaner ist soweit alles auf Kurs. «Ich hatte schon letzten Sommer das Gefühl, dass die Spiele eigentlich losgehen könnten – abgesehen davon, dass einige Sportstätten noch nicht ganz fertig waren.»

Ansonsten ist es vor allem die Vorfreude auf die Spiele, die herrscht. Beim LOC, aber auch in Japan. Schon als Wachter letzten August in Tokio war, machte sich eine gewisse Euphorie bemerkbar. «An Jeder Ecke sah man Logos oder die Maskottchen der Spiele. Man spürt die Euphorie auch an den Ticketverkäufen. In Rio hat man zu dieser Zeit noch locker Tickets gekriegt, in Tokio sind jetzt schon jenste Wettkämpfe ausverkauft», so Wachter. 
Nun hofft das LOC, dass sich auch noch einige Liechtensteiner für einen Besuch im fernen Osten begeistern können. Dafür wurde sogar eine Fan-Reise, die ein abwechslungsreiches Programm bietet, ins Leben gerufen. Neben Besuchen verschiedener Wettkämpfe, darunter jene der Liechtensteiner, wäre auch ein Besuch in der Liechtensteiner Partnerstadt Nagai angedacht. «Das soll zeigen, wie die Leute in Japan ausserhalb von Tokio so leben. Es geht darum, einen Eindruck vom Land und den Leuten zu bekommen, um den kulturellen Austausch.» (sb)

13. Feb 2020 / 16:01
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