• Nicolas Hasler (li.) anlässlich eines Trainings mit dem ehemaligen Weltmeister 2014, Bastian Schweinsteiger, bei Chicago Fire.
    Nicolas Hasler (li.) anlässlich eines Trainings mit dem ehemaligen Weltmeister 2014, Bastian Schweinsteiger, bei Chicago Fire.

Nicolas Hasler auf RTL

Heute Abend tritt Bastian Schweinsteiger mit den Chicago Fire gegen den FC Bayern München an. Das Abschiedsspiel von Schweinsteiger wird live auf RTL (ab 20.15 Uhr) im Fernsehen gezeigt. Bei Chicago spielt seit kurzem auch Nicolas Hasler. Er wird heute ebenfalls dabei sein.
Fussball. 

Liechtensteins Nationalspieler Nicolas Hasler ist unlängst überraschend vom US-Meister FC Toronto an den US-amerikanischen Verein Chicago Fire gedraftet worden (das «Vaterland» berichtete). Heute um 20.30 Uhr gastiert Hasler beim FC Bayern München. Und dafür gibt es einen besonderen Grund. Wer hätte noch vor sechs Wochen gedacht, dass Nicolas Hasler beim Abschied des früheren Bayern-München-Lieblings Bastian Schweinsteiger auch mit von der Partie sein wird? Wohl kaum jemand, denn Hasler zählte damals noch zu den Stammkräften des US-Meisters FC Toronto.

Hasler: «Ich war noch nie in der Allianz Arena»
Doch der Fussball ist schnelllebig und deshalb folgt auf die Enttäuschung, die Hasler bei seinem Wechsel von Toronto zu Chicago Fire erlebte, der Alltag mit eben diesem besonderen Abschiedsspiel in der Allianz Arena in München. «Das hätte ich im Leben nicht gedacht, dass ich bei einem solchen Abschiedsspiel dabei sein darf», freut sich Nicolas Hasler und räumt ein, dass er die Allianz Arena erstmals betreten wird: «Obwohl sich München nicht soweit weg von uns befindet, war ich noch nie dort. Für mich ist das eine besondere Geschichte.» Chicago Fire ist bereits am Samstag angereist und will auch Werbung für den US-Fussball betreiben. «Wir müssen ehrlich sein. Wir werden auf einen sehr starken Gegner treffen. Die Prioriät lautet, dass wir uns gut verkaufen, damit wir ‹Schweini› eine Freude bereiten können. Dass wir das alles erleben dürfen, ist einmalig», so Hasler.

Seit 14 Monaten ist Hasler in der Major League Soccer (MLS) beheimatet. «Ich durfte in der kurzen Zeitspanne mit Starspielern wie Schweinsteiger, Vasquez und Bradley zusammenspielen. Doch mit Schweinsteiger im Team zu sein ist besonders, denn er ist eine ultmative Legende, hat als Fussballer alles gewonnen. In der Kabine stehst du dem bodenständigsten Fussballer gegenüber, den man sich vorstellen kann. Ich war mehr als erstaunt. Er hat mich begrüsst und sagte, er sei froh, dass ich in seiner Mannschaft sei. Er kenne mich von den Duellen mit Toronto. Er unterstütze mich, wenn ich Hilfe benötige», verrät Hasler. Er habe ihm gleich zu erkennen gegeben, dass er nun einen Mitspieler habe, der Deutsch spricht. «Wir verstehen uns sehr gut. Es ist einfach unglaublich, von einer solchen Persönlichkeit lernen zu können», zeigt Hasler viel Respekt vor dem ehemaligen deutschen Nationalspieler und Weltmeister 2014.

Hasler: «Es handelt sich um moderne Sklaverei»
In der Zwischenzeit sei der spezielle Abgang aus Toronto fast schon verdaut. Die ausländischen Profis stehen bei der MLS unter Vertrag und können von einem Club zum nächsten gedraftet werden (wie im NHL-Eishockey üblich). «Es gibt einige negative Aspekte in diesem Gefüge. Bei dieser Art der Verträge handelt es sich um moderne Sklaverei. Es bestehen Verträge mit der Liga, die Vereine können sich untereinander austauschen und das passiert alles hinter dem Rücken der Spieler. Deshalb kam alles sehr überraschend für mich», blendete Hasler nochmals zurück. Er habe selbst live miterlebt, dass Fussball ein Tagesgeschäft ist. «Ein Monat zuvor hatte ich mit dem Sportchef von Toronto gesprochen. Er hatte mir zugesichert, dass sie die Option bis Dezember gezogen haben, mit mir zufrieden sind und ich bestens integriert sei. Ein Monat später schicken sie dich hinter deinem Rücken nach Chicago», ist Nicolas Hasler nach wie vor sauer. Seine Freundin Noelle, die von Januar bis Mai in Toronto studiert hatte, kehrte Ende Mai heim. «Sie ist im Juni für zwei Monate wieder dazugestossen und hat den Trade live miterlebt. Ich war froh, dass sie mich in allen organisatorischen Belangen unterstützt hat. Sie hat alles organisiert. Für mich war es deshalb perfekt», blendet Hasler zurück.

In der Zwischenzeit hat sich Hasler in Chicago eingelebt. «Wir waren drei Wochen vor Ort, lebten die gesamte Wochen im Hotel, zumal zwei, drei Auswärtsspiele anstanden. In den eigenen vier Wänden hätte wir uns bestimmt rascher eingelebt. So gut wie es geht sind wir angekommen. Chicago ist gross, extrem gross, und weitläufig. Die Stadt ist toll, meine neuen Teamkollegen sind sehr zuvorkommend. Das hilft, mich gut einzuleben», lobt Hasler.

«Drei ehemalige Spieler trugen mich zu den Fans»
Einen schweren Gang hatte Nicolas Hasler bereits hinter sich, denn eine Woche nach dem Transfer folgte das Spiel in Toronto (Das «Vaterland» berichtete). «Die Fans und Mannschaftskollegen hatten mich sehr gerne. Drei ehemalige Mitspieler haben mich nach dem Spiel zu den Fans hingetragen. Es war extrem schön: Ich hatte wohl keinen schlechten Job in Toronto gemacht. Zudem kann mir niemand mehr den US-Meistertitel nehmen», erinnert sich Hasler und stellt klar: «Ich habe in eineinhalb Jahren derart viel erlebt – viele würden sich das nur wünschen, auch wenn es nur ein Bruchteil davon wäre. Ich bin extrem stolz und kann mich glücklich schätzen, solche Dinge erleben zu dürfen. Das dürfen nicht viele Sportler.» (eh)

28. Aug 2018 / 16:01
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