• Liechtensteins Eiskletterer sind gestern zur Jugend-WM in Russland gereist: Andreas Gantner (Coach), Florian Gantner (U22), Lea Beck (U22), Linus Beck (U19) und Benjamin Giger (Coach, v. l.).

FL-Eiskletterer kämpfen um WM-Medaillen

Liechtensteins Eiskletterer Linus Beck, Lea Beck und Florian Gantner kommen heute bei der Jugend-WM 2020 in Kirow, Russland, an.
Eisklettern ist eine vergleichsweise junge Randsportart und geniesst auch in Liechtenstein noch wenig Beachtung. Dabei gehörten die einheimischen Athleten seit einigen Jahren vor allem im Nachwuchsbereich (bis U22) zur Weltspitze. Dieses Wochenende steht mit der Jugend-Weltmeisterschaft für drei Eiskletterer aus Planken der Saisonhöhepunkt bevor. Die Teilnehmer Linus Beck, Lea Beck und Florian Gantner werden von den beiden Coaches Andreas Gantner und Benjamin Giger begleitet. Gestern ist die Delegation über Zürich nach Moskau geflogen. Nach einer Übernachtung in der Hauptstadt reisen sie heute weiter an den Veranstaltungsort in Kirow zur Anmeldung. 
 
Dort werden sie sich am Samstag und Sonntag – ausgerüstet mit Pickel und Steigeisen – gegen die weltweit besten Eiskletterer ihrer Altersklassen antreten. Die drei Liechtensteiner Teilnehmer sind für beide Disziplinen, Lead (technisches Klettern) und Speed (Zeitrennen), angemeldet. Organisiert wird die Jugend-WM von der International Climbing and Mountaineering Federation (UIAA). Angesichts der Leistungen bei der Jugend-WM vor einem Jahr in Oulu, Finnland, sind die Erwartungen hoch. Damals kletterten die Beck-Geschwister auf das Podest: In der Speed-Disziplin (U22) holte sich Lea Beck Silber, während sich Linus Beck (U19) beim technischen Klettern (Lead) die Bronzemedaille um den Hals hängen lassen konnte. Florian Gantner, der Dritte im Bunde, schaffe es im Lead (U22) ebenfalls bis ins Finale (6. Rang). 
 
Gastgeber Russland zählt zu den Favoriten 
 
Die Form seiner Athleten ist für Coach Benjamin Giger im Moment schwer zu beurteilen. Ihr letzter Auftritt auf internationalem Niveau, beim Weltcup in Saas-Fee, liegt nämlich bereits sechs Wochen zurück. Mit etwas Glück könnten es beide Herren – vor allem beim Lead – auf das Podest schaffen: «Die Chancen stehen dieses Jahr für Florian und Linus sehr gut, da sie jeweils die ältesten Teilnehmer in ihrer Alterskategorie sind.» Für Lea Beck dürfte es seiner Meinung nach hingegen schwer werden, ihren zweiten Platz zu verteidigen. Er geht davon aus, dass sie unter den richtigen Bedingungen beim Speed vorne mitmischt. Allerdings hänge dies sehr von den Teilnehmerinnen des Gastgeberlandes ab, welche diese Disziplin im Normalfall dominieren. «Die russische Delegation ist im letzten Jahr erheblich stärker geworden», betont Giger. 
 
Sein Kollege Andreas Gantner zeigt sich zurückhaltend – nicht nur, weil die Resultate der Jugend-WM 2019 schwer zu überbieten seien: «Die Konkurrenz ist dieses Jahr stärker und die Favoritenpositionen besetzen derzeit andere.» Nichtsdestotrotz seien gute Resultate für Liechtensteins Athleten möglich, sofern sie ihre vollen Leistungen abrufen können. Als «Hauptziel» formuliert Gantner nicht sportliche Erfolge, sondern dass ihnen der Anlass Freude bereitet, und sie von der Erfahrung profitieren.
 
Die Ambitionen von Liechtensteins Eiskletterern decken sich mit den Einschätzungen ihrer Coaches. Diese lauten einstimmig: Die Resultate der Jugend-WM 2019 zu bestätigen. «Noch ist nicht klar, wie viel Konkurrenz teilnehmen wird», erklärt Lea Beck. Bei dieser Aussage hat die aktuelle Landesmeisterin vor allem die Russinnen im Hinterkopf. Nichtsdestotrotz nimmt sich die einzige Frau der Liechtensteiner Delegation eine ähnliche Klassifikation wie letztes Jahr vor (2. Rang im Speed). Florian Gantner (6. Rang im Lead), der amtierende Landesmeister, möchte sich auf alle Fälle wieder für das Finale qualifizieren. «Keine Fehler machen, volle Leistung abrufen und die Resultate des letzten Jahrs wiederholen», antwortet Linus Beck. 
 
Liechtensteins Eiskletterer haben sich mit Trainingseinheiten unter der Woche und vereinzelt am Wochenende auf die Jugend-WM in Kirow, Russland, vorbereitet. «Der Swisscup und die Landesmeisterschaft waren eine gute Vorbereitung, um den Leistungszustand zu untersuchen. Die Defizite wurden erkannt und verbessert», berichtet Coach Benjamin Giger. Weiter berichtet er, dass derzeit sämtliche Liechtensteiner Teilnehmer verletzungsfrei seien. Allerdings habe sich Linus Beck den ganzen Februar hinweg  mit einer hartnäckigen Grippe herumgeschlagen. 
 
Erfolgreiches Crowdfunding als Motivationsspritze
 
Innerhalb der Delegation ist die Vorfreude sichtlich zu spüren. «Speziell, weil der Wettkampf in Russland stattfindet. Ausserdem ist die Basis der EiskletterInfrastruktur eine alte Skisprungschanze, die in etwa doppelt so gross wie der Eis-turm in Malbun ist», verrät Florian Gantner. Ihre Teilnahme an der diesjährigen Jugend-WM haben sich die Plankner Athleten mittels Crowdfunding finanziert. Das formulierte Ziel von 4500 Franken wurde mit 5770 Franken überboten, was die Delegation angesichts der Randsportart überraschte. 
 
Sowohl die Athleten als auch ihre Coaches zeigen sich dankbar für die unerwartet grosse Unterstützung. So berichtet Linus Beck: «Dass die Aktion so ein Erfolg wird, konnten wir kaum glauben und daher freuen wir uns riesig über ihren Ausgang.» Dementsprechend möchte sich Liechtensteins Eiskletter-Team für die grosszügigen Spenden mit guten Leistungen sowie dem einen oder anderen Podestplatz revanchieren. «Dies motiviert sicher noch zusätzlich, alles zu geben und den Wettkampf zu geniessen», meint Lea Beck. Auch die 35 Spender würden sich darüber freuen, wenn die drei Plankner am Dienstag – nach einem erneuten Zwischenaufenthalt in Moskau – mit der einen oder anderen Medaille nach Liechtenstein zurückkehren würden. (gk)
06. Mär 2020 / 14:18
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