• FC Thun
    Dennis Salanovic (3. v. r.) jubelt zusammen mit seinen Teamkollegen.  (Keystone)

Liechtensteiner spielt im Schweizer Cupfinal

Im Jahr 1955 stand der FC Thun zum letzten Mal im Finale des Schweizer Cups. Nun, 64 Jahre später, steht das Team aus dem Berner Oberland wieder im Endspiel. Mittendrin: Der Liechtensteiner Nationalspieler Dennis Salanovic.
Thun. 

Am Dienstagabend hat der FC Thun Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit 64 Jahren steht der Verein aus dem Berner Oberland wieder im Schweizer Cupfinale. Der Liechtensteiner Dennis Salanovic, der seit letztem Sommer für die Thuner stürmt, spielt eine wichtige Rolle in der Erfolgsstory.

Ein unbeschreiblicher Moment
Nach Abpfiff liessen die Spieler und der Staff des FC Thun den Emotionen freien Lauf. «Das ist ein riesiger Erfolg für den Verein. Wir konnten zusammen Geschichte schreiben», sagte Dennis Salanovic am Tag nach dem Spiel gegen Luzern. Der Offensivspieler der Berner Oberländer erklärte, dass der Einzug in den Cupfinal das Ziel gewesen sei, das der Verein angepeilt hatte. «Dass es dann so klappt, ist umso schöner. Wir sind alle stolz und überglücklich. Das ist ein Gefühl, das unbeschreiblich ist. Vor allem als das Spiel fertig war. Für den ganzen Staff, die Spieler und den Vorstand war das ein extrem eindrückliches Highlight», so Salanovic. Vor allem für so einen kleinen Verein wie den FC Thun sei der Cupfinal-Einzug ein Riesenerfolg. Das letzte Mal stand Thun im Jahr 1955 im Finale des Schweizer Cups. «Dass wir jetzt die Mannschaft sind, die es nach so langer Zeit wieder geschafft hat, stimmt mich umso glücklicher.» Für Salanovic persönlich ist der Einzug in den Cupfinal, neben dem Aufstieg mit Rapperswil-
Jona in die Challenge League, bisher das Highlight seiner Karriere. 
Dabei sah es zunächst nicht wirklich so aus, als würde am Ende der FC Thun jubeln. Luzern tat mehr für das Spiel und war dem Sieg näher. «Natürlich war Luzern die spielerisch überlegene Mannschaft mit besseren Chancen. Nachdem wir acht, neun Spiele in Folge nicht mehr gewonnen haben, ist es aber auch normal, dass wir nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt haben und den Gegner an die Wand spielen», sagte Salanovic. Der FC Thun wählte also ein anderes Mittel. «Wir haben versucht über den Kampf, den Biss und dem Willen zum Erfolg zu kommen. Jeder ist für den anderen gegangen. Darum freut es mich auch, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte.» Salanovic wurde in der 39. Minute für Sven Joss, der sich verletzte, eingewechselt. «Natürlich ist das Schade für meinen Mitspieler. Aber einer kommt raus, der andere kommt rein und ersetzt ihn. Man hat gesehen, dass jeder gewinnen wollte, egal wo und auf welcher Position er spielte. Wir waren extrem motiviert, weil auch alle wussten, was möglich war.» Der Einsatz und die Leidenschaft der Thuner wurde in der 80. Minute belohnt. Mit einem der wenigen Thuner Torschüsse traf Roy Gelmi für den FCT. Dennis Salanovic war an der Torszene massgeblich beteiligt. Der Liechtensteiner hat sich bei einem Flankenball von Mitspieler Matteo Tosetti zwischen den Ball und Luzern-Goalie David Zibung gestellt, sodass dieser den Ball nicht einfach wegfausten konnte. Und prompt passierte der Fehler. Der Ball tropfte vor die Füsse von Dejan Sorgic, der auf den Torschützen Gelmi zurücklegte. «Wir sind natürlich sehr glücklich zum 1:0 gekommen. Aber so ist der Cup, so ist Fussball. Wir haben auch schon Spiele verloren, in 
denen wir die dominante Mannschaft waren. Wir haben uns das Glück erarbeitet.»

Egal, ob Basel oder Zürich
Gegen wen der FC Thun am 19. Mai den Cupfinal bestreiten wird, wird heute Abend entschieden. Dazu empfängt der FC Zürich den FC Basel. «Mir ist es ziemlich egal, wer unser Gegner wird. Wir sind jetzt schon so weit gekommen, haben Geschichte geschrieben. Jetzt wollen wir das noch weiterziehen und den Pokal holen. Ob das jetzt gegen Basel oder Zürich ist, spielt keine Rolle. Wir wollen unser Ding durchziehen und wie im Halbfinale füreinander da sein.» Der FC Thun ist sowieso schon das Überraschungsteam. Dennis Salanovic sagt: «Wir selbst haben von Anfang an an uns geglaubt. Ob das von ausserhalb auch jemand getan hat, weiss ich nicht.» Der FC Thun habe sich den Cup schon zu Beginn der Saison als Ziel gesetzt. 
Es kam daher auch zu einer speziellen Abmachung. Die Spieler dürfen das spezielle, weiss-goldene Cup-Trikot erst nach dem Ausscheiden aus dem Cup behalten. In seiner Wohnung hat Dennis Salanovic dafür längst Platz gemacht. Über der Couch hängt im Wohnzimmer ein leerer Bilderrahmen zwischen Trikots der spanischen und italienischen Nationalmannschaft. Dort soll das Cup-Dress hin. «Es ist mir relativ egal, dass der Bilderrahmen immer noch leer ist und noch einen Monat leer bleibt», lachte Salanovic. Nach dem Cupfinale, ob Sieg oder nicht, wird das Shirt dann an seinen Platz kommen. «Es wäre natürlich umso schöner, wenn es da hängt und mich immer daran erinnern wird, dass wir 2019 Schweizer Cupsieger geworden sind. Jeder von uns hofft, dass wir das Finale jetzt gewinnen.» Salanovic hofft, dass der Erfolg im Cup auch Schwung für die verbleibenden Runden in der Meisterschaft gibt. Dort liegt Thun trotz Baisse immer noch auf dem dritten Rang in der Tabelle. Die Verfolger Lugano, Sion, Luzern und St. Gallen haben aber gefährlich nahe aufgeschlossen. Deswegen will der FCT auch in der Meisterschaft noch einmal alles geben, um die starke Saison mit Rang drei zu belohnen. Am Wochenede gastiert man wieder in Luzern. (sb)

25. Apr 2019 / 07:00
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