Der farbige Geist der Gymnaestrada

«Come together. Show your colours!», heisst das Motto der Gymnaestrada in Dornbirn. Ziel des Breitensportanlasses ist es, Menschen zum Turnen zusammenzubringen. Sei es über die 66 teilnehmenden Nationen hinaus, im eigenen Land oder in der eigenen Familie.

Die Gymnaestrada ist in den Liechtensteiner Turnerfamilien Gesprächsthema Nummer eins. Sechs Mütter aus Liechtenstein, die zusammen mit ihren Töchtern an der Gymnaestrada in Dornbirn turnen, erzählen.

Conny Rohrer stellte einen Teil der Choreografie der diesjährigen Liechtensteiner Show unter dem Namen «Colours in Motion» zusammen. Sie ist eine Turnerin, seit sie im Alter von fünf Jahren der Turnerschaft Hohenems beigetreten ist. Mit ihr erlebte sie auch die letzte Gymnaestrada im Jahr 2007 in Dornbirn. Unterdessen ist sie seit zehn Jahren Leiterin beim TV Schaan. Ihre Töchter Sara und Elena traten in die Fussstapfen ihrer Mutter und turnen ebenfalls, seit sie fünf Jahre alt sind. Alle drei sind von der Gymnaestrada begeistert: «Es ist sehr eindrücklich wie 20 000 Turnerinnen und Turner sowie Zuschauerinnen und Zuschauer friedlich den Turnsport feiern.

Das Gymnaestrada-Feuer bei Conny Rohrer ist 2007 in Dornbirn entfacht, jetzt ist sie wieder dabei – mit ihren Töchtern Elena (l.) und Sara.

Das Gymnaestrada-Feuer bei Conny Rohrer ist 2007 in Dornbirn entfacht, jetzt ist sie wieder dabei – mit ihren Töchtern Elena (l.) und Sara.

Fasziniert vom Geist der Gymnaestrada ist auch Selma Langthaler vom TV Ruggell. Neben der Mutter, die in Helsinki Gymnaestrada-Premiere feierte, ist heute auch Tochter Carlotta (TV Eschen-Mauren) dabei. «Ich schätze es sehr, dass ich die Gymnaestrada hier in Dornbirn zusammen mit meiner Tochter erleben kann», so Selma Langthaler. «Das Coolste ist die einmalige Gymnaestrada-Stimmung und unsere Show», sind sich die beiden einig.

Selma Langthaler mit Tochter Carlotta: «Das Coolste ist die Stimmung und unsere Vorführung.»

Selma Langthaler mit Tochter Carlotta: «Das Coolste ist die Stimmung und unsere Vorführung.»

Die Schaanerin Ursina Hilti erlebte Helsinki mit ihrer älteren Tochter Anna. Jetzt ist die jüngere Tochter Paula dabei. Diese erzählt begeistert vom eigenen Auftritt und den Darbietungen der anderen Nationen, besonders angetan hat es ihr derjenige von Portugal.

«Wir haben richtige Fans»

Sie schwärmt vom Pin-Tauschen und Tattoo-Machen und dem Austausch mit anderen Nationen. Mama Ursina hat die zwölfköpfige Delegation von Paraguay kennengelernt. Zu­erst sei sie etwas enttäuscht gewesen, dass die Gymnaestrada so nahe der Heimat stattfinde, ist jetzt aber mehr als versöhnt: «Es kommen Leute aus Liechtenstein, die man nie erwartet hätte: Wir haben richtige Fans, das ist der Vorteil der Nähe.»

Ursina (l.) und Paula Hilti: «Es ist schön, dass wir hier so viele Fans haben.»

Ursina (l.) und Paula Hilti: «Es ist schön, dass wir hier so viele Fans haben.»

Monika Eberle kannte die Gymnaestrada bereits als Zuseherin. «Jetzt will ich die Gymnae­strada auch als Turnerin erleben», sagte sie sich und freut sich darüber hinaus über die Stimmung und den Kontakt zu Turnern aus der ganzen Welt: «Mir gefallen die vielen eindrücklichen und farbenfrohen Vorführungen, die lässige Musik, die kreativen Kostüme und die Tatsache, dass ich das mit meinen Töchtern Riccarda (14) und Ladina (12) erleben darf.» Auch die neunjährige Seraina wäre gerne dabei gewesen: «Sie ist mit Leib und Seele ein Gymnaestrada-Kind, aber leider noch zu jung für die Teilnahme.» Immerhin konnte sie dank der Nähe zu Liechtenstein an zwei Tagen als Zuseherin dabei sein.

Monika Eberle mit ihren Töchtern Riccarda (Mitte), Ladina (r.) und Seraina (vorne): «Schade, dass die Jüngste noch nicht mitturnen durfte.»

Monika Eberle mit ihren Töchtern Riccarda (Mitte), Ladina (r.) und Seraina (vorne): «Schade, dass die Jüngste noch nicht mitturnen durfte.»

Endlich tauschen

Angelika Beck vom TV Schaan war 1991 Mitglied der Liechtensteiner Delegation in Amsterdam. Jetzt war es ihr erstmals möglich – zusammen mit Tochter Anna – wieder dabei zu sein. Natürlich erlebe man einen solchen Anlass heute ganz anders als vor 28 Jahren: «Aber es ist wieder schön und auch die nächste Gymnaestrada-Teilnahme in vier Jahren in Amsterdam ist bereits ein Thema. Dann vielleicht auch mit der jüngeren Tochter Eva.»

Angelika Beck ist 28 Jahre nach ihrer Gymnaestrada-Premiere wieder dabei – hier mit Tochter Anna.

Angelika Beck ist 28 Jahre nach ihrer Gymnaestrada-Premiere wieder dabei – hier mit Tochter Anna.

Im Leben von Leila Nerman nimmt Turnen einen wichtigen Platz ein. Sie ist Mitglied der Turnvereine Triesen und Balzers, leitet fünf Riegen und turnt bei den Damen von Balzers. Das Feuer für den Turnsport übergab sie auch Tochter Laura (TV Triesen). Diese war an der letzten Gymnaestrada in Helsinki als Zuseherin dabei: «Es hat mir so gut gefallen, dass ich in Dornbirn unbedingt selber turnen wollte.» Beide wa­ren am Mittwoch begeistert von der Eröffnungsfeier und dem turnerisch sehr hohen Niveau. Nach der Eröffnungsfeier war es dann endlich auch möglich, Trainier, T-Shirt und weitere Gymnaestrada- Accessoires zu tauschen. «Wir hätten gerne ein T-Shirt von Canada, Finnland oder Grossbritannien», erzählen Conny und Sara Rohrer. Wer weiss, in welchen Farben sie am Wochenende nach Liechtenstein zurückkehren wer­den. 

Morgen letzter Auftritt

Besonders begeistert waren Leila und Laura Nerman vom Schweizer Abend. «Mir gefiel der Austria-Abend», lacht daneben ihre Kollegin Anna Beck. «Aber das Beste ist immer unser nächster Auftritt», so die strahlenden Mädchen. Letztmals an der Gymnaestrada wird die Liechtensteiner Delegation am morgigen Samstag mit Stolz ihre Farben präsentieren. Um 11 Uhr in der Halle 13. 

Leila und Laura Nerman: «Die Stimmung an der Gymnaestrada ist super.»

Leila und Laura Nerman: «Die Stimmung an der Gymnaestrada ist super.»

12. Jul 2019 / 10:51
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