• Landtag Mittwoch 160302
    Gemäss dem VU-Abgeordneten Wenaweser ist das Darlehen an die Pensionskasse wie «ein Klumpen Blei» für die Personalvorsorge Liechtenstein.  (Daniel Ospelt)

Weitere Sanierung droht

Die Pensionskasse für die Landesverwaltung und weitere öffentliche Institutionen ist nicht über dem Berg. Gemäss Versicherungsexperten ist beim nächsten kleinen Börsencrash die nächste Sanierung nötig.

Das Jahresergebnis der Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein – vormals Pensionskasse für das Staatspersonal – hatte zwar ein gutes 2017 und konnte den Deckungsgrad dank eines guten Anlageergebnisses von 93,7 auf 98,8 Prozent steigern. Doch bei der Behandlung des Jahresberichts gestern im Landtag wurde deutlich, dass die Pensionskasse noch lange nicht über dem Berg ist. So zeichnet der Versicherungsexperte im Jahresbericht ein düsteres Bild. Er schätzt das Risiko als hoch ein, dass «der Deckungsgrad im Laufe der nächsten drei Jahre unter 90 Prozent fällt». Dafür muss die Börse nur einmal einen heftigeren Schnupfen haben. Damit wären weitere Sanierungsmassnahmen notwendig. Ebenso schätzt der Experte das Risiko weiterhin als hoch ein, dass die Stiftung es aus eigener Kraft nicht schaffen kann, in absehbarer Zeit einen Deckungsgrad von nachhaltig mehr als 100 Prozent zu erreichen. «Erst bei einem Zieldeckungsbeitrag von 116 Prozent wäre die Wertschwankungsreserve genügend geäufnet, um Turbulenzen an den Finanzmärkten eine solide Robustheit entgegenzusetzen. Die Differenz zwischen den 98,8 Prozent Deckungsgrad per Ende 2017 und den immer noch anzuvisierenden 116 Prozent beträgt rund 190 Millionen Franken», erklärte gestern der VU-Abgeordnete Christoph Wenaweser. Dabei könne den Stiftungsverantwortlichen aber kein Vorwurf gemacht werden. Sie hätten alle notwendigen Massnahmen getroffen. «Das Risiko einer weiteren Sanierungsrunde bei Eintreffen eines auf unter 90 Prozent sinkenden Deckungsgrades ist um Potenzen höher als die Chance auf Erreichung eines auch nur annähernd beruhigenden Deckungsgrades», so Wenaweser.


Das Problem ist offensichtlich. Bei der Sanierung der Kasse im Jahr 2014 wurde sie von den angeschlossenen Arbeitgebern – der grösste ist und war der Staat bzw. der Steuerzahler – nicht komplett ausfinanziert. Rund 100 Millionen wurden als zinsloses Darlehen gewährt. Gemäss dem VU-Abgeordneten Wenaweser ist dieses Darlehen wie «ein Klumpen Blei» für die Personalvorsorge Liechtenstein. Sie zieht den Deckungsgrad nach unten. Würde man dieses Darlehen abschreiben, könnte der Deckungsgrad wenigstens über 100 Prozent steigen und die Pensionskasse aus der akuten Gefahrenzone kommen. Für den VU-Abgeordneten Wenaweser ist deshalb klar, dass man darüber «über kurz oder lang» wird diskutieren müssen. Politisch wäre ein solcher Schritt natürlich unangenehm. Wohl deshalb hat Regierungschef Adrian Hasler bei der gestrigen Debatte auch geschwiegen. (sap)

06. Sep 2018 / 22:53
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