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Spuren nach Verkehrsaufkommen nutzen

Ein Versuch auf der Rheinbrücke Vaduz–Sevelen soll zeigen, ob und wie die bestehende Infrastruktur künftig effizienter genutzt werden kann.
Medieninfo - verkehrsversuch Rheinübergang Vaduz - Sevelen
Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch (l.) und Marco Caminada, Leiter Tiefbau.

Die S-Bahn ist nur eines von insgesamt 10 Leitprojekten des Mobilitätskonzepts, die für weniger Stau auf den Strassen sorgen sollen. Ein weiteres ist die Optimierung des Rheinübergangs Vaduz–Sevelen. Hier wur­den bereits seit längerer Zeit Vorarbeiten geleistet. Und nun will die Regierung mit einem Versuch in der Praxis herausfinden, ob allenfalls eine Spurbewirtschaftung Rückstaus nach Vaduz verhindern könnte. Was genau vom 24. August bis zum 2. Oktober geplant ist, zeigten Regierungschef-Stellvertreter und Infrastrukturminister Daniel Risch sowie Marco Caminada vom Amt für Bau und Infrastruktur an einer Medienkonferenz im Detail auf.

Das Problem: Der Verkehrsabfluss
Die dreispurige Rheinbrücke Vaduz–Sevelen wird zurzeit mit zwei Fahrbahnen in Richtung Liechtenstein und einer Spur in Richtung Schweiz betrieben. Dass dem so ist, liegt gemäss Marco Caminada an den Vorgaben des schweizerischen Bundesamts für Strassen, Astra, das damit einen Rückstau auf die Autobahn vermeiden will. In den Morgenstunden kommt dies Liechtenstein auch sehr entgegen, wenn sich zu Spitzenzeiten über 2100 Berufs­pend­ler von der Schweiz in Richtung Vaduz bewegen. Für den Verkehrsabfluss während der Spitzenstunden am Abend in Richtung Autobahn und Sevelen steht allerdings nur eine Spur zur Verfügung – und genau das führt zu erheblichem Rückstau. Gleichzeitig sind aber auch die beiden anderen Fahrbahnen von der Schweiz in Richtung Liechtenstein in dieser Zeit nicht ausgelastet. Deshalb gibt es die Überlegung, die Mittelspur je nach Tageszeit und entsprechend dem Verkehrsaufkommen individuell in unterschiedlicher Fahrtrichtung zu nutzen, um so die aktuelle Situation zu entschärfen.

Im Fokus: Rheindamm Triesen und Zollstrasse
Untersucht werden in der Zeit bis zum 2. Oktober übrigens gleich zwei verschiedene Verkehrsregimes. In einem ersten Versuch wird getestet, ob und wie der Verkehr auf dem Rheindamm von Triesen her opti­miert werden kann. Fahrzeuge ab Triesen erhalten während drei Wochen eine eigene Fahrspur auf der Rheinbrücke – dies die Mittelspur. Damit müssen sie bei der Einfahrt auf die Brücke nur noch eine statt zwei entgegenkommende Fahrspuren berücksichtigen, was den Verkehr fliessender machen soll. Der Verkehr aus Vaduz wird dann mit jenem aus Triesen kommend nach einer kurzen Strecke wieder zusammengeführt. Ab dem 14. September wird dann der Fokus auf die Zollstrasse gelegt. Diese wird ab der Einmündung der Wuhrstrasse zweispurig in Richtung Sevelen geführt. Dies bedeutet, dass die aus der Wuhrstrasse kommenden Autolenker sich nicht in die Autoschlange auf der Zollstrasse einreihen müssen, sondern mittels einer eigenen Spur bis und über den Kreisel geführt werden. «Behindert» werden diese dann nur durch die vom Rheinpark Sta­dion kommenden Autofahrer. 

Und wenn es ein Erfolg ist?
Die Astra und der Kanton St. Gallen haben dem Verkehrsversuch grünes Licht erteilt, 
wie Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch informierte. Schliesslich ist die Optimierung des Rheinübergangs auch Teil des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein.

Die Regierung und das Tiefbauamt erhoffen sich, mit dem Versuch wichtige Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Auch wenn dieser aufwendig ist: Täglich müssen in der Zeit von 16.30 bis 18.30 Signalisationstafeln, mobile Abschrankungen, etc. angebracht werden. Doch es lohnt sich, sind Risch und Caminada überzeugt. Zeigt sich am Ende ein positives Ergebnis, müssten für die Zukunft allerdings technische Lösungen gefunden werden, um den stundenweisen Spurwechsel längerfristig umsetzen zu können. (dv)

 

Was ist geplant?

In einem Versuch soll getestet werden, ob der Verkehrsfluss durch die wechselseitige Nutzung des mittleren Fahr­strei­fens beeinflusst werden kann. Dies im Hinblick auf die laufenden Planungsarbeiten zur Optimierung des Rheinübergangs im Rahmen des Mobilitätskonzepts sowie der Einreichung des Agglomerationsprogramms der 4. Generation.

• Vom 24. August bis 11. September wird die Optimierung für den Verkehr auf dem Rheindamm von Triesen her getestet. Dabei erhalten Fahrzeuge von Triesen her kommend eine eigene Fahrspur auf der Rheinbrücke – sie müssen zum Einfahren statt zwei nur noch eine Gegenfahrbahn berücksichtigen. 
• Vom 14. September bis 2. Oktober liegt der Fokus auf der Zollstrasse. Diese wird ab der Einmündung der Wuhrstrasse zweispurig in Richtung Sevelen geführt. Die Autos aus der Wuhrstrasse kommend erhalten eine eigene Spur. 
• Die Spurwechsel erfolgen nur in der Abendspitze von 16.30 bis 18.30 Uhr. 

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