• Regierungschef Adrian Hasler.

Spekulationen beendet: Hasler tritt nicht mehr an

Der Regierungschef gab gestern bekannt, dass er nicht mehr kandidieren wird.

Offenbar hat Adrian Hasler den Entscheid, nach acht Jahren nicht mehr für eine weitere Amtsperiode anzutreten, schon vor längerer Zeit gefällt. Das würde auch erklären, warum er sich in den vergangenen Monaten sichtlich entspannter zeigte als in der Zeit zuvor. Vermutlich wäre diese Entscheidung auch schon früher kommuniziert worden, hätte da nicht die Corona-Krise «dazwischengefunkt». So oder so: Gestern liess er die Katze im Rahmen einer Medienkonferenz aus dem Sack.  «Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, aufzuhören. Es war keine leichte Entscheidung. Aber sie fühlt sich richtig an.»

«Die Belastungen in  diesem Amt sind gross»

Der Regierungschef führte zwar aus, dass schon 2012 klar gewesen sei, dass er das Amt nicht länger als zwei Legislaturperioden ausüben werde, doch er gab auch unumwunden zu: «Die Belastungen in diesem Amt sind gross – physisch und psychisch. Es gab viele schwierige Themen, die Kraft gekostet haben. Und das Familienleben kommt zu kurz. Meine Frau und meine zwei Kinder müssen oft auf mich verzichten.» Natürlich betonte der Regierungschef auch, dass er das Amt mit viel Herzblut ausgeübt hat und dies auch bis zum Frühjahr 2021 weiterhin tun werde. Und dass seine Aufgabe so  spannend wie gleichzeitig herausfordernd war und er das Privileg hatte, viele interessante Menschen kennenzulernen. Dennoch wurde man im Rahmen der Pressekonferenz den Anschein nicht los, dass die Nachteile des Amtes die Vorteile bei Weitem überwiegen. Zumindest in Bezug auf die Person Adrian Hasler. Denn er betonte gleichzeitig auch, dass er nicht nur stets grossen Respekt vor dem Amt des Regierungschefs hatte, sondern es für ihn auch immer wichtig gewesen sei, seinen Weg konsequent und geradlinig zu gehen. «Ich bleibe meinen Werten treu und lasse mich nicht verbiegen.»

Kein Wort des Bedauerns

Es sind wohl weit mehr als Gerüchte, die darauf schliessen lassen, dass man sich innerhalb der FBP nicht immer «grün» ist. Adrian Hasler ist in den vergangenen Jahren auch immer wieder auf Widerstand innerhalb der eigenen Partei gestossen. Parteipräsident Marcus Vogt sprach davon, dass Hasler seinen Weg «unbeirrt auch gegen zahlreiche Widerstände gegangen» sei. Und auch wenn er auf die Leistungen des Regierungschefs – zum Beispiel die erfolgreiche Sanierung des Staatshaushalts – verwies und betonte, dass das FBP-Präsidium die Entscheidung seines Regierungschefs respektiere, so gab es dennoch kein Wort des Bedauerns. (dv)

28. Mai 2020 / 06:00
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