S-Bahn als wichtiges Puzzleteil des Ganzen

Die Regierung hat zehn Leitprojekte definiert, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollen. Heute: Die S-Bahn Liechtenstein.

«Das Verkehrsproblem betrifft uns als ganzes Land. Und wir brauchen Lösungen an verschiedenen Orten. Dabei ist die S-Bahn als Puzzleteil des Ganzen zu sehen und überregional zu betrachten.» Dies die Aussage von Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch im Rahmen eines Interviews zum Mobilitätskonzept, welches in der vergangenen Woche  vorgestellt wurde. Risch erinnerte dabei auch an die historische Bedeutung der Bahn. «1860 haben unsere Vorfahren sich sehr stark dafür eingesetzt, dass die Verbindung der Bahnsysteme Österreichs und der Schweiz über das liechtensteinische Hoheitsgebiet erfolgt. Schon damals wussten sie, wie wichtig diese Anbindung für das Land ist. Doch heute nutzen wir diese Infrastruktur kaum. Vielleicht erhalten wir nun doch noch die Gelegenheit, den Wunsch unserer Vorfahren zu erfüllen.»

Die Abbildung zeigt die zahlreichen Massnahmen, die im Rahmen des Projekts S-Bahn Liechtenstein umgesetzt werden sollen.  (Bildschirmfoto/Mobilitätskonzept)

Bevölkerungsumfrage mit klarem Auftrag
Noch vor fünf Jahren war in Bezug auf die Realisierung einer allfälligen S-Bahn grosser Widerstand in der Bevölkerung zu spüren. Vor allem in den Oberländer Gemeinden, wo die Sinnhaftigkeit der S-Bahn nicht erkannt wurde. Der Blick auf ein notwendiges Gesamtkonzept und damit auch auf eine S-Bahn hat sich aufgrund der zunehmenden Verkehrsprobleme in den vergangenen Jahren allerdings doch verändert, wie eine Bevölkerungsumfrage im vergangenen Jahr zeigte: Es kam überraschend klar hervor, dass die Kombination von Bus und Bahn sowohl von Einheimischen wie auch von Pendlern als Priorität angesehen wird. Und nun von der Regierung deshalb auch prioritär behandelt wird. Allerdings nicht, ohne begleitende Massnahmen zu ergreifen.

Verbesserungen für Unter- und Oberland
Mit dem Leitprojekt «S-Bahn Liechtenstein» soll das ÖV-Angebot bedeutend attraktiver gestaltet werden. Die S-Bahn verbindet die bestehende S-Bahn Vorarlberg und die S-Bahn St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem, womit Liechtenstein und die Region gemäss Mobilitätskonzept ein attraktives und zusammenhängendes S-Bahn-Angebot erhalten.

Der Halbstundentakt an den teilweise neuen S-Bahn-Haltestellen soll Verbesserungen für den Busbetrieb im Unterland bringen und zusätzliche Möglichkeiten für das Angebot im Oberland eröffnen. Ausserdem besteht die Möglichkeit, einen Fernverkehrshalt in Nendeln zu realisieren, so dass Zugverbindungen zwischen Wien und Zürich in Liechtenstein haltmachen würden. Gemäss groben Schätzungen könnten bis 3400 Personen pro Werktag über die Grenze Österreich–Liechtenstein und bis 1900 Personen über die Grenze Schweiz–Liechtenstein transportiert werden. 

Zahlreiche begleitende Massnahmen
Auf liechtensteinischem Staatsgebiet ist für die Realisierung der S-Bahn die Errichtung eines zweigleisigen Abschnittes von der Staatsgrenze Tisis bis zum Bahnhof Nendeln notwendig. Weitere Bestandteile des Projekts sind ein Neubau der Überführung und eine Verlängerung der Unterführung Sägenstrasse in Schaanwald, die Verschiebung und der Umbau der Haltestelle Mauren/Schaanwald sowie der Haltestelle Nendeln, die Niveaufreimachung in Nendeln (Strassenunterführung) sowie die Errichtung einer Fuss-/Radwegunterführung in Nendeln. Ebenfalls vorgesehen sind im Projekt auch Massnahmen bei der Haltestelle Schaan Forst und der Haltestelle Schaan/Vaduz. (dv)

14. Apr 2020 / 21:01
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1 KOMMENTAR
Sehr weit zurückstellen...
..vom Projekt S-Bahn ist jetzt angesagt. Nicht nur jetzt im Moment, noch viel länger werden wir sehr viel Geld brauchen, um unserer Wirtschaft zu stützen. Dies hat auf der grossen Ausgabenseite zum jetzigen Zeitpunkt absolute Priorität! Wieviele Menschen auch trotzdem ihre Arbeit verlieren werden, wissen wir noch nicht. Beim Projekt S-Banh sprechen wir VORAUSSICHTLICH über Kosten von rund 100 Millionen Franken. Haben wir mit "Unterstützung" vom Verkehrsclub (VCL) noch nicht genug Geld verlocht? Busbuchten Bau-wieder Rückbau, gratis Busfahren, nach einem Jahr wieder abgeschafft, Gasbusse abgeschafft, dazugehörende Gastankstelle steht verlassen in der Bündt...etc.. etc. Der VCL soll den Kindern velofahren beibringen OK, aber keinesfalls-niemals bei solchen Investitionen mitreden dürfen. Warum wird ein solcher Verein überhaubt gefragt? Da würden wir mit sehr grosser Wahrscheinlich von einem Modelleisenbanh-Club bezüglich S-Bahn, besser beraten.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 15.04.2020 Antworten Melden

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