Pflegeheim kann zu Spital werden

Um Kapazitäten für schwere Corona-Fälle zu schaffen, sind zusätzliche Spitalbetten im Pflegeheim in Mauren und eine «Drive-Through-Testanlage» in Planung. Die Zahl der positiven Fälle steigt weiter stark an.
Vaduz. 

Mittlerweile haben sich in Liechtenstein 750 Menschen auf das Coronavirus testen lassen. Davon verliefen 51 Tests positiv. Und die Zahl steigt weiter stark an, wie Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini gestern an der Medienorientierung sagte. Im Vergleich hat Liechtenstein sogar eine höhere Pro-Kopf-Ansteckung als Italien. «Allerdings wird bei uns auch viel mehr getestet», hält Pedrazzini fest. Die 750 getesteten Personen entsprechen fast zwei Prozent der Bevölkerung, was sehr viel sei. Allerdings muss trotzdem von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Und auch wenn bisher fast alle in Liechtenstein bekannten Fälle äusserst mild verlaufen und einige Personen bereits wieder geheilt sind, muss damit gerechnet werden, dass die Anzahl der Erkrankten mit schwerem Krankheitsverlauf zunehmen wird. Deshalb soll im Pflegeheim St. Peter und Paul zusätzliche Kapazität geschaffen und die Probeentnahme ausgelagert werden.

Spital komplett umorganisiert
Mauro Pedrazzini betonte gestern nochmals, dass im Gesundheitswesen «Unglaubliches» geleistet wird. «Es wird Tag und Nacht gearbeitet, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.» Das Spital sei komplett umorganisiert worden und nicht mehr dasselbe, wie es noch vor zwei Wochen war. Unter anderem wurden die Kapazitäten so umgebaut, dass im Landesspital möglichst viele Zimmer zur Verfügung stehen und diese so angeordnet sind, dass eine Isolation der Patienten möglich ist. 45 Zimmer sind allein für Isolationszwecke gedacht. Weitere 15 Betten stehen für andere Patienten zur Verfügung. Die Regierung geht allerdings davon aus, dass noch weitere Betten benötigt werden. Sollte dies der Fall sein, kann das Pflegeheim St. Peter und Paul in Mauren geräumt werden und dort nochmals zusätzlich 60 Betten für leichtere Fälle, die hospitalisiert werden müssen, zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Test direkt im Auto
Doch auch in Sachen Probeentnahme stosse das Landesspital an seine Grenzen. Bis zu 300 Telefonanrufe würden täglich bei der Hotline eingehen. Es gebe Tage, an denen sich bis zu 90 Personen testen lassen würden, wodurch ein grosser Personenverkehr verursacht werde – was nicht sein sollte. Aus diesem Grund würden die Tests zukünftig in einer sogenannten «Drive-Through-Anlage» durchgeführt. Die Idee dahinter: Die zu testende Person kann während der Testentnahme im Auto sitzen bleiben. Es sollen auch Möglichkeiten für Fussgänger vorgesehen werden. Wo sich die Anlage befinden wird, ist noch in Evaluation.

Grosser Ansturm beim Amt für Volkswirtschaft
Die Auswirkungen der Corona-Krise sind in allen Bereichen zu spüren. Wirtschaftsminister Daniel Risch informierte gestern nochmals über das Hilfspaket für die Wirtschaft und über die Homepage corona.avw.li, wo alle Informationen für Unternehmer abgerufen werden können. Auch die Hotline des Amtes für Volkswirtschaft laufe heiss und man versuche, alle Fragen zu beantworten. Bereits heute findet die nächste Medienorientierung der Regierung statt. Das Bildungsministerium wird um 17 Uhr über die aktuellen Entwicklungen im Bildungsbereich, insbesondere betreffend des Fernunterrichts, informieren.

23. Mär 2020 / 22:49
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