• Liechtensteiner Landtag in Vaduz
    Verlangte erneut eine neue Rechnungslegung für das Landesspital: Der VU-Abgeordnete Manfred Kaufmann.  (Daniel Schwendener)

Mit Rechnungslegung des Landesspitals unzufrieden

Die Vermögenslage des Landesspitals werde erneut um über 3,1 Millionen Franken schlechter dargestellt, als sie ist, kritisiert Manfred Kaufmann (VU).

Der VU-Abgeordnete und Wirtschaftsprüfer Manfred Kaufmann ist mit der Rechnungslegung des Landesspitals unzufrieden. Schon im vergangenen November 2018 forderte er, dass das Landesspital eine Bilanz zu tatsächlichen Werten nach betriebswirtschaftlichen Kriterien führt. Damals wurde aufgrund der damaligen Eigenkapitalsituation eine baldige Überschuldung prognostiziert. Als Sanierungsmassnahme hat das Gesellschaftsministerium einen Forderungsverzicht auf das vom Land gewährte Darlehen in der Höhe von 2,3 Millionen Franken vorgeschlagen.

Manfred Kaufmann stimmte damals gegen diesen Vorschlag, da er vermutete, dass es in den Rückstellungen der Bilanz stille Reserven von über drei Millionen Franken haben könnte. Er stellte deshalb den Antrag, dass es kein Forderungsverzicht gibt, sondern nur die Gewährung eines Rangrücktritts. Mit diesem Antrag war auch verknüpft, dass «eine Bilanz mit tatsächlichen Werten und nicht mit Willkürreserven» vorgelegt werden muss. Die Bilanz 2017 wurde in der Folge vom Gesundheitsministerium bezüglich enthaltener stiller Reserven untersucht. Am 25. Februar 2019 erklärte Minister Mauro Pedrazzini in einem Schreiben an den Landtag, dass der VU-Abgeordnete Kaufmann recht gehabt und die Bilanz 2017 des Landesspitals stille Reserven von 3,1 Millionen Franken enthalten habe. Die Auflösung dieser Rückstellungen hätte bewirkt, dass sich das Eigenkapital des Spitals 2017 von einer Million auf 4,1 Millionen Franken erhöht hätte.

«Wir brauchen tatsächliche Zahlen»

«Der Landtag tat also gut daran, nicht einfach so auf das Darlehen von 2,3 Millionen Franken zu verzichten. Dies wäre nämlich auch nicht notwendig gewesen. Hätten uns von Anfang an tatsächliche Zahlen vorgelegen, wäre es auch nicht zu der damaligen mehrstündigen Debatte hier im Landtag gekommen. Diese wäre nämlich nicht notwendig gewesen», erklärte Kaufmann am vergangenen Freitag bei der Behandlung des Jahresberichts 2018 des Landesspitals.

Umso erstaunter sei er gewesen, als er die Bilanz 2018 gesehen habe. Erneut sei keine Bilanz nach tatsächlichen Werten erstellt worden. «Somit wird das Eigenkapital wiederum um mehr als 3,1 Millionen Franken zu tief ausgewiesen und die Vermögenslage wurde wiederum viel schlechter dargestellt, als sie tatsächlich ist. Der Bilanzleser und wir als Landtagsabgeordnete können den ausgewiesenen Zahlen nicht vertrauen. Aufgrund dieser Zahlen können wir in diesem Hohen Haus keine fundierten Entscheidungen treffen», so Kaufmann. Gesundheitsminister Pedrazzini versprach, dies nochmals zu prüfen, bat aber um Verständnis, «da die Buchhaltung eines Spitals nicht von heute auf morgen umgestellt werden kann.» (sap)

 

11. Jun 2019 / 11:04
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