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    Chefredaktor Patrik Schädler.  (Daniel Schwendener)

Jetzt nur nicht die Nerven verlieren

Wie lange müssen wir die Corona-Ausnahmesituation noch durchhalten? Chefredaktor Patrik Schädler rät zum Durchatmen – und erklärt, warum Liechtenstein bei einer allfälligen Lockerung der Massnahmen auf die Schweiz schauen muss.

Wie lange geht es noch? Die am häufigsten gestellte Frage in diesen Tagen. Eine Antwort, die man bei einer langen Autofahrt oft Kindern gibt: «Bis wir dort sind.» Doch dies reicht in dieser Zeit natürlich nicht aus. Zu stark wird die Wirtschaft aktuell von den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus gebeutelt. Und alle wünschen sich so schnell wie möglich auch für ihren Alltag die «Normalität» zurück. 

So haben gestern viele nur die Schlagzeile gelesen: «Österreicht lockert die Massnahmen.» Das Kleingedruckte wurde verdrängt. Es sind nur  kleine Verkaufsgeschäfte, Bau- und Gartenmärkte, die unter sehr strengen Auflagen am 14. April wieder öffnen dürfen. Alles andere bleibt bis Ende April zu.  Schulen, Restaurants und Hotels in Österreich bleiben gar bis Mitte Mai geschlossen und Veranstaltungen bis Ende Juni verboten. Und die Notbremse ist auch mit eingebaut:  Bundeskanzler Kurz will eine «Neuvermessung» Ende April vornehmen.
Den 30. April hat die liechtensteinische Regierung von Beginn an als vorläufiges Datum genannt. Doch auch hierzulande steigt der Druck auf die Regierung, die Massnahmen zu lockern. Doch die Rücknahme einzelner Massnahmen ist eine heikle Angelegenheit. Dies zeigen auch die diversen Fussnoten im gestrigen Beschluss in Wien. 

Mit den offenen Grenzen zur Schweiz hat die Regierung beim sogenannten Exit gar keine andere Möglichkeit, als auf die Entscheidungen in Bundesbern zu warten. Liechtenstein konnte seit Beginn der Corona-Krise nur schärfere, aber niemals schwächere Massnahmen als die Schweiz beschliessen.  

Und Bundesrat Alain Berset hat gestern vor den Medien erklärt, er habe den Entscheid aus Österreich «zur Kenntnis genommen». Er versprach aber, dass der Bundesrat bis spätestens 16. April entscheiden werde. Man brauche für die Entscheidung über den Exit-Fahrplan noch mehr Daten. Derzeit ist – trotz politischem Druck – zu erwarten, dass die Massnahmen über den in der Schweiz zu Beginn kommunizierten Termin, den 19. April, verlängert werden.

Auf jeden Fall ist klar, dass man das Osterwochenende abwarten will. In einer Woche wird man besser sehen, ob man den Gipfel bei den an  Sars-CoV-2 Infizierten in der Schweiz schon überwunden hat. Und viele Experten warnen vor einer zweiten Welle, wie sie  in Ostasien beobachtet wird.

Was heisst dies nun für Liechtenstein? Erstens abwarten, was die Schweiz macht. Denn Liechtenstein ist keine Insel. Zweitens – und das ist wohl noch wichtiger: Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Und dies gilt für alle Einwohner inklusive dem Landtagspräsidenten Albert Frick als oberster Vertreter des Volkes.

Auf allen Kanälen ist der Diskussionston gehässiger geworden. Dadurch wird die Situation, welche für alle belastend ist, aber keinesfalls besser. Selbstverständlich soll und darf Kritik geäussert werden. Deswegen ist niemand ein «Spaltpilz», wie es der Landtagspräsident in einem Leserbrief schrieb.

Tief durchatmen ist zurzeit wohl der beste Ratschlag für uns alle. Alles andere bringt uns nicht weiter bzw. runter. (sap)

 

06. Apr 2020 / 22:54
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