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Erbprinz: «Wir können zuversichtlich sein»

In seiner Ansprache zum Staatsfeiertag wies Erbprinz Alois darauf hin, dass wichtigen Lehren aus der Pandemie getroffen werden sollten.
Erbprinz Alois beim Staatsakt im Rosengarten von Schloss Vaduz anlässlich des Staatsfeiertags 2020.

Die Vergangenheit und die Zukunft standen im Mittelpunkt der Reden zum Staatsfeiertag: Sowohl von Erbprinz Alois als auch von Landtagspräsident Albert Frick. Dass «Corona» dabei einen grossen Platz einnahm, war nicht anders zu erwarten. Sowohl der Erbprinz als auch der Landtagspräsident dankten der Bevölkerung, die in dieser schwierigen Zeit Zusammenhalt bewiesen haben. Der Blick in die Zukunft zeigt aber: Es gibt noch weitere Herausforderungen.

«Beneidenswerte Ausgangslage»

«Die Pandemie ist noch nicht vorüber. Solange Medikamente oder Impfungen nicht die notwendige Wirkung entfalten, wird es ganz entscheidend sein, dass wir uns weiterhin konsequent und diszipliniert an die Sicherheitsvorgaben halten», forderte der Erbprinz die Bevölkerung dazu auf, sich weiterhin an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Ansonsten würden aus verhältnismässig leichten, präventiven Einschränkungen rasch wieder einschneidende Einschränkungen.

Trotz dieser Sorgen könne Liechtenstein den Herausforderungen der nächsten Monate aber mit Zuversicht begegnen. «Einerseits verfügen wir über eine im internationalen Vergleich beneidenswerte Ausgangslage und andererseits beschleunigt die Pandemie Entwicklungen wie die Digitalisierung und die Betonung der Nachhaltigkeit, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.» Damit dies gelinge, sollen zunächst die bisherigen Erkenntnisse über die Pandemie ausgewertet werden, um aus der Krise zu lernen und sich für mögliche weitere Wellen der Pandemie vorzubereiten. «Wir sollten uns aber nicht nur mit Pandemien beschäftigen, sondern uns auch über andere Krisenszenarien Gedanken machen, denn oft ist man gut für die letzte aber schlecht für die nächste Krise gewappnet.»

Von Beschleunigung der Digitalisierung profitieren

Die Pandemie habe deutlich gezeigt, wie sehr der Mensch auf eine stabile digitale Infrastruktur und damit auch auf ein sicheres Stromnetz angewiesen ist. «Wir sollten deshalb überlegen, wie wir diese Infrastruktur möglichst krisensicher machen, auch hinsichtlich digitaler Viren und sonstiger digitaler Angriffe. Dadurch können wir eine wichtige Standortattraktivität, nämlich die grosse Stabilität, weiter stärken.»

Dank des guten Bildungssystems und der hoch entwickelten Wirtschaft sollte Liechtenstein grundsätzlich davon profitieren, wenn die Pandemie eine Beschleunigung der Digitalisierung mit sich bringt, ist der Erbprinz überzeugt. Die damit verbundenen Chancen könnten jedoch noch besser genutzt werden, wenn das Bildungssystem weiter optimiert werde – und zwar in allen Bereichen, von der frühkindlichen Betreuung über die Schulbildung bis zur Weiterbildung in den Unternehmen.

«Lasst uns in den letzten Monaten dieser Legislaturperiode nicht nur die Herausforderungen der Pandemie weiter entschlossen bewältigen, sondern auch die mit ihr verbundenen Chancen nutzen. Wenn ein jeder von uns in seinem Bereich das Beste gibt und wir auf unternehmerische und innovative Weise Fortschritte in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit erzielen, werden wir alle daraus einen Nutzen ziehen.»

Fünf Megatrends mit Selbstvertrauen stellen

Auch Landtagspräsident Albert Frick hofft, dass sich die Liechtensteiner ihre Solidarität für die Zeit nach Corona bewahren können. Denn fünf globale Entwicklungstendenzen würden in den kommenden Jahren massgeblichen Einfluss auf Liechtenstein haben: Der Klimawandel, die Globalisierung, die Digitalisierung, der demografische Wandel und die Migration. «Diesen fünf Megatrends müssen wir uns mit Selbstvertrauen und mit Innovationskraft stellen. Daneben bleiben uns genügend und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, um unser Land verantwortungsbewusst und unter Einbezug der Bevölkerung weiterzuentwickeln. Wir wollen Liechtenstein so gestalten, dass auch unsere Enkel ein gutes Leben führen dürfen.»

Albert Frick verwies auch auf die in Kürze anstehenden drei Volkstabstimmungen. Liechtensteiner hätten das Privileg, bei wichtigen politischen Weichenstellungen mitentscheiden zu können. Frick fordert die Bevölkerung deshalb dazu auf, dieses Recht wahrzunehmen. «Die Meinung jeder und jedes Einzelnen ist gefragt und wird gleich gewichtet.» (dv)

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